Spenden beim Berglauf
Bessere Versorgung Schritt für Schritt

Altenberge -

Eine Krankenversicherung? Die gibt es in Uganda normalerweise nicht. In Kooki ist das anders. Da ist auf Initiative des Altenberger Pfarrers Dr. Rogers Biriija eine „kleine Krankenversicherung“ entstanden – nur ein Schritt auf dem Weg zu einer besseren Gesundheitsversorgung.

Donnerstag, 24.08.2017, 18:08 Uhr

Pfarrer Dr. Rogers Biriija ist froh, dass das Krankenhausprojekt in seiner Heimat Kooki Fortschritte macht. Doch ohne finanzielle Unterstützung geht es nicht.
Pfarrer Dr. Rogers Biriija ist froh, dass das Krankenhausprojekt in seiner Heimat Kooki Fortschritte macht. Doch ohne finanzielle Unterstützung geht es nicht. Foto: mas

Für uns kaum vorstellbar, für Dr. Rogers Biriija , Pfarrer von St. Johannes Baptist, aber schon: „Das ist hier ein großes Krankenhaus.“ Dabei zählt es „nur“ 60 Betten. Der Standort: Kooki in Uganda, die Heimatgemeinde des Altenberger Priesters.

Im Juli 2016 wurde das „Kooki Community Hospital“ eingeweiht. Eine dreijährige Planungs- und Bauzeit ging voraus. Denn ohne finanzielle Unterstützung aus dem Ausland hätte sich das Projekt nicht stemmen lassen. „Eine Quelle sind die vielen Spenden von den deutschen Freunden“, sagt der 48-jährige Pfarrer.

Und wer am 26. August am Berglauf in Altenberge teilnimmt, kann für das Krankenhaus in Kooki spenden – wie immer auf freiwilliger Basis. Zudem ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) mit im Boot – es hat einen Großteil der Kosten übernommen.

Geld wird aber nach wie vor benötigt. Der Krankenhausbau wird federführend vom Verein „Together – Hilfe für Uganda“ mit Sitz in Kassel organisiert. Dort hat Pfarrer Rogers promoviert und so ist der Kontakt zum Verein entstanden.

Die Spenden aus Altenberge kommen der Kinder- und Entbindungsstation zugute, so Rogers Biriija. Die Studentenverbindung Winfridia aus Münster unterstützte die Ausstattung des Operationssaals. „Dieser wird in drei Wochen genutzt werden können“, freut sich Pfarrer Rogers. „Das ist wie ein großes Wunder.“

Denn: Eigentlich gibt es in Uganda nur in großen Städten Krankenhäuser. Die Situation in Kooki sieht dagegen ganz anders aus: Aus einem Umkreis von bis zu 70 Kilometer kommen die Patienten. In dem Einzugsgebiet leben rund 200 000 Menschen. Bis zu vier Stunden kann die beschwerliche Anreise schon mal dauern. Doch der weite Weg lohnt sich. Ein Beispiel: So habe sich die Sterberate bei Kindern erheblich reduziert, berichtet Pfarrer Rogers.

Doch nicht nur mit Spenden lässt sich das Krankenhausprojekt umsetzen. Rogers: „Die Einheimischen müssen auch Eigenleistungen erbringen.“ Sie sammelten Steine oder brachten Wasser zur Baustelle. „Und zwar mit Behältern auf dem Kopf“, erzählt Rogers. „Das ist sehr mühsam.“

Die ersten beiden Gebäude sind fertiggestellt – nun soll es weitergehen. Nach und nach sollen weitere Gebäude entstehen: Anfang nächsten Jahres wird eine Kinderstation gebaut.

Ein wenig stolz ist Pfarrer Rogers auf die auf seine Initiative hin entstandene „kleine Krankenversicherung“. Jeder Einwohner der Region Kooki zahle einen geringen Beitrag in die Krankenversicherung ein. Und davon profitieren dann alle Kinder, Frauen und Männer, die im Krankenhaus behandelt werden. Denn sonst könnten sich die Menschen eine medizinische Behandlung nicht leisten. Rogers: „Normalerweise gibt es in Uganda keine Krankenversicherung.“

Der Staat hatte sich bislang vollkommen aus der Finanzierung des Krankenhauses herausgehalten, so der Altenberger Pfarrer. Doch nun übernimmt dieser das Gehalt für zwei Ärzte und zwei Krankenschwestern. Insgesamt arbeiten im kleinen Krankenhaus in Kooki rund 20 Mitarbeiter. Sie werden aus einem Fonds bezahlt, der mit Spendengeldern „gefüttert“ wird. Die Versorgung der Patienten ist gesichert, so Rogers.

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