Polizisten geben Tipps zur Vermeidung von Einbrüchen
„Das dauert keine Minute ...“

Steinfurt -

Wenn Frank Drath durch ein Wohngebiet läuft, denkt er wie ein Einbrecher. Hier ist ein Fenster nicht geschlossen, dort sieht es aus, als ob niemand zu Hause wäre.

Donnerstag, 24.08.2017, 16:08 Uhr

Einbruchexperte Frank Drath erklärt den Sicherheitsmechanismus eines Fensters – hier ist er vorbildlich. Gemeinsam mit Heinz Horstjohann ging er gestern durch ein Burgsteinfurter Wohngebiet (kl. Bild).
Einbruchexperte Frank Drath erklärt den Sicherheitsmechanismus eines Fensters – hier ist er vorbildlich. Gemeinsam mit Heinz Horstjohann ging er gestern durch ein Burgsteinfurter Wohngebiet (kl. Bild). Foto: Bernd Schäfer

Gerade ist der Kriminalbeamte gemeinsam mit dem Bezirksbeamten Heinz Horstjann in einem Burgsteinfurter Wohngebiet unterwegs. Und entdeckt dabei jede Menge Kleinigkeiten, die Einbrecher als Einladung ansehen würden. Zum Beispiel gleich beim ersten Haus, das Drath zusammen mit seinem uniformierten Kollegen ansteuert. „Hier ist vor kurzem eingebrochen worden.“ Immerhin: Die Rollladen einer Nebentür sind geschlossen – dafür stehen aber gleich mehrere Fenster auf Kipp. „Das dauert keine Minute, dann ist man da drin.“

Die beiden Beamten klingeln, um den Hauseigentümer darauf hinzuweisen, aber offenbar ist niemand zu Hause. Also gehen sie ein Haus weiter, um den Nachbarn zu befragen, ob er in der Zeit des Einbruchs etwas Verdächtiges bemerkt hat. Hat er nicht, dennoch gibt ihm Heinz Horstjann mit auf den Weg: „Wenn Sie hier Leute rumlaufen sehen, die Ihnen verdächtig erscheinen: Scheuen Sie sich nicht, uns direkt unter der Notrufnummer 110 anzurufen. Wir fahren lieber einmal zu oft raus, als hinterher nur noch einen Einbruch aufnehmen zu können.“ Außerdem raten die Polizisten ihm, Unbekannte einfach anzusprechen: „Einbrecher scheuen nicht das Licht – sondern nur die Konfrontation. Oft baldowern sie vorher die Gegend aus. Und hauen ab, wenn sie merken, dass es aufmerksame Nachbarn gibt.“

Beim nächsten Haus ist auch niemand da. Dafür sind direkt nach dem Klingeln zwei große bellende Hunde an der Tür. „Das ist natürlich ein gutes Argument für die Einbrecher, da lieber nicht hinein zu wollen“, lacht Horstjann.

Also weiter, an der nächsten Tür öffnet eine junge Frau. Auch sie hat zu der Zeit, als der Einbruch im Nachbarhaus verübt wurde, nichts Auffälliges bemerkt. „Obwohl ich da eigentlich die ganze Zeit hier war.“ Das ist eher die Regel als die Ausnahme, weiß Frank Drath. Der Einbruch in ein schlecht gesichertes Haus dauere nur Sekunden. „Da bekommt niemand etwas mit.“ Deshalb sei es wichtig, dass Fenster und Türen technisch auf dem neuesten Stand sind. Der Fenstercheck bei der jungen Frau ergibt: Vorbildlich. Die hier verwendete „Pilzkopfverriegelung“ mache es Einbrechern extrem schwer. „Sie wollen sich normalerweise nicht lange aufhalten und brechen den Versuch dann ab.“

Für weitere Tipps rund um den Einbruchschutz gibt Drath ihr noch die Telefonnummer von Safe&Co. Unter 0 59 71 / 9 38 59 16 sind dort Experten der Polizei erreichbar, die auf Wunsch auch Hausbesuche machen und vor Ort erklären, was man tun kann, damit ungebetene Gäste draußen bleiben.

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