Planungsausschuss berät Architektenwettbewerb, aber:
Wer soll das bezahlen?

Borghorst -

Eigentlich ist alles klar. Die Politik hat mehrheitlich entschieden, dass es für die Bebauung der Websaal-I und -II-Fläche einen Architektenwettbewerb geben soll, die Investoren haben dieser Entscheidung zugestimmt, wenn auch zähneknirschend. Und die Verwaltung hat für den Wettbewerb auch schon einen Auslobungstext erstellt. Eine entscheidende Frage wartet allerdings noch auf Beantwortung: Wer soll den Wettbewerb bezahlen? An Dienstag bei der nächsten Sitzung des Planungsausschusses soll eine Antwort gefunden und damit der Wettbewerb auf den Weg gebracht werden.

Montag, 09.10.2017, 16:10 Uhr

Über den Dächern von Borghorst: Die charakteristischen Scheddächer der Websäle I und II sind genauso marode wie das Mauerwerk darunter. Auf dem Areal soll Wohnbebauung realisiert werden.
Über den Dächern von Borghorst: Die charakteristischen Scheddächer der Websäle I und II sind genauso marode wie das Mauerwerk darunter. Auf dem Areal soll Wohnbebauung realisiert werden. Foto: Axel Roll

Wie die Verwaltung in ihrer Beschlussvorlage zu der Thematik schreibt, haben sowohl die beiden Investoren Udo Merkens und Peter Bollmann sowie die Noch-Eigentümer der fast 30 000 Quadratmeter großen Fläche – die Gläubiger-Banken aus der Arnold-Kock-Pleite vor mehr als 30 Jahren – bislang abgewunken. Die Stadt möchte sich finanziell sowieso heraushalten. Zum einen hat sie kein Geld, zum anderen will sie keinen Präzedenzfall schaffen. Ihrer Ansicht nach müsste der Eigentümer ins Portemonnaie greifen. „Dieser sollte ein Interesse daran haben, dass die brachliegenden Flächen entwickelt werden“, heißt es in der Vorlage.

Danach sollen sich vier örtliche Architektur- oder Stadtplanungsbüros Gedanken über die Bebauung des Areals machen. Wer das sein soll, das entscheidet nach Ansicht der Verwaltung der Kostenträger. Über die eingereichten Entwürfe soll eine Kommission entscheiden, die aus den Investoren, Mitgliedern des Gestaltungsbeirats, der Verwaltung und der Ratsfraktionen zusammengesetzt ist.

Der Rahmen, in dem sich die Architekten bewegen können, ist eng gesteckt. Das Gelände soll hauptsächlich für das Wohnen genutzt werden, ein Altenheim und eine Tagespflege gelten als gesetzt. Genauso wie die verlängerte Rubens- als Haupterschließungsstraße. Um wirtschaftlich zu bauen, sind rund 12 000 Quadratmeter Wohnfläche, die vermarktet werden können, Pflicht. An der Ostseite der Mauritiusstraße sollen klassische Einfamilienhäuser entstehen, in der Nähe des Krankenhauses darf es viergeschossig werden.

Die Planer sollen auf die noch vorhandenen Werksmauern genauso Rücksicht nehmen wie auf das alte Verwaltungsgebäude und die Nähe zum Denkmalschutzbereich rund um die Kirche. Schließlich gelte es noch die Mopsfledermaus schonend zu behandeln. Darum regt die Verwaltung an, die Bebauung nach Möglichkeit in verschiedenen Abschnitten zu realisieren.

In diesem Zusammenhang warnt die Verwaltung, dass die Erschließung der Fläche grundsätzlich mit einem deutlichen finanziellen Mehraufwand verbunden sei. Unter anderem auch darin begründet, dass es „in einigen Teilbereichen“ Altlasten im Boden gebe.

Der Terminplan für die Durchführung des Wettbewerbs ist ziemlich eng gesteckt. Ende des Jahres, so die Hoffnung der Verwaltung, sollen die Entwürfe der vier beteiligten Architekten auf dem Tisch der Bewertungskommission zur Begutachtung liegen.

Websaal-Ruinen

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