Merkens: „Dann ist das Projekt tot“
Investoren sollen Wettbewerb zahlen

Borghorst -

Der Architektenwettbewerb für das Weberquartier ist – wie erwartet – nach der Sitzung des Planungsausschusses am Dienstagabend beschlossene Sache. Der Auslobungstext steht. Jetzt müssen nur noch die Investoren ja sagen. Und das ist noch gar nicht so sicher. Denn Udo Merkens und Peter Bollmann sollen nach dem Willen der Ausschussmehrheit nicht nur den Wettbewerb bezahlen – die Gläubigerbanken hatten im Vorfeld schon dankend abgewunken. Die möglichen Bauherren sollen außerdem eine Reduzierung der Bruttogeschossflächen um weitere 5000 auf 22 000 Quadratmeter hinnehmen.

Dienstag, 10.10.2017, 20:10 Uhr

An einigen Stellen wurde auf dem Websaal-Areal schon mit dem Abbruch begonnen. Wann das Gelände komplett abgeräumt wird, ist noch nicht klar.
An einigen Stellen wurde auf dem Websaal-Areal schon mit dem Abbruch begonnen. Wann das Gelände komplett abgeräumt wird, ist noch nicht klar. Foto: Axel Roll

„Bei einem Volumen von rund 46 Millionen Euro sind 40 000 für einen solchen Wettbewerb in Ordnung. Von der Relation her muss das gehen“, sah CDU-Fraktionschef Norbert Kerkhoff in der Mehrbelastung der Investoren kein Problem. Und dass es überhaupt zu einem Wettbewerb komme, liege am Verhalten der Investoren. „Beim Gespräch bei der Bürgermeisterin haben sie keine Bewegung gezeigt. Darum dieses Verfahren.“ Gerne hätte er mit den Geldgebern gemeinsam etwas entwickelt. „Aber wir haben kein Gehör gefunden.“

Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer widersprach heftig. „Der Investor ist uns in jeder Hinsicht immer wieder entgegengekommen.“ Auch habe er sich nicht grundsätzlich gegen einen Wettbewerb gewandt. „Nur warum hat man ihm das nicht von Anfang an gesagt?“ Sie selbst sei sehr unglücklich über die Außendarstellung der Kreisstadt. Zuvor hatte sie die Politik zu raschen Entscheidungen aufgefordert. „Wir müssen wirklich, wirklich weiterkommen.“ Nicht zuletzt durch den Brand in der vergangenen Woche. Ein Betreten des Areals sei lebensgefährlich.

Die Reduzierung der vermarktbaren Wohnfläche um 5000 Quadratmeter verteidigte Rainer Abeling für die SPD : „Diese hohe Verdichtung der Fläche ist von der politischen Mehrheit nicht gewollt.“ Fachdienstleiter Stefan Albers hielt dem entgegen, dass die von den Investoren angestrebte Dichte keineswegs als zu hoch bezeichnet werden könne. Sie entspreche dem Standard für solche Vorhaben.

Die Gegner des Wettbewerbs – FWS, FDP, GAL und ein Teil der Grünen-Fraktion – konnten sich erwartungsgemäß mit ihrer Meinung nicht durchsetzen. Kurt Lewandowski zweifelte wiederholt die Rechtmäßigkeit so eines Wettbewerbs für die Aufstellung eines Bebauungsplans an. „Sie legen damit eine Bebauung fest, was sie laut Gesetz gar nicht dürfen“, so seine Argumentation. Ulrich Windscheid fragte für die Liberalen, ob sich die Befürworter des Qualifizierungsverfahrens auch Gedanken darum gemacht hätten, wer es bezahlen soll. „Oder wollen Sie dafür Ihre Parteikassen plündern?“, fragte er Richtung CDU und SPD. Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer sekundierte: „Sie setzen mit dem Beschluss dem Investor die Pistole auf die Brust.“

In einer ersten Stellungnahme zeigte sich Investor Udo Merkens schockiert von der weiteren Reduzierung der vermarktbaren Baufläche. „Dann ist das Projekt tot“, sagte er auf Anfrage dieser Zeitung. „Die Stadt muss uns Alternativen aufzeigen, wenn es weitergehen soll.“ So erwarte er jetzt konkrete Zahlen, was ihn die Erschließung kostet. Grundsätzlich könne es nicht sein, dass er alles bezahlen soll, aber keinerlei Einfluss auf das Projekt habe.

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