Websaal-Gelände
„Investoren haben sich nicht bewegt“

Borghorst -

CDU- und SPD-Fraktion haben vor der finalen Abstimmung im Rat noch einmal ausführlich begründet, warum für sie der am Donnerstag beschlossene Architektenwettbewerb zur Entwicklung des Websaal-Geländes der derzeit einzig gangbare Weg ist.

Freitag, 13.10.2017, 21:10 Uhr

Achtung, Gefahrenstelle: Das Websaal-Gelände wurde nach dem jüngsten Brand mit zusätzlichen Zäunen gesichert. Für das Areal wird jetzt ein Architektenwettbewerb gestartet.
Achtung, Gefahrenstelle: Das Websaal-Gelände wurde nach dem jüngsten Brand mit zusätzlichen Zäunen gesichert. Für das Areal wird jetzt ein Architektenwettbewerb gestartet. Foto: Axel Roll

Dabei kritisierte CDU-Fraktionschef Norbert Kerkhoff mit deutlichen Worten die Bürgermeisterin. Die Verwaltung habe einen einseitigen Auslobungstext für den Wettbewerb vorgelegt und Claudia Bögel-Hoyer habe es versäumt, Brücken zwischen den Entwicklern und dem Rat zu bauen.

„Die Investoren haben sich nicht bewegt und eine Planung vorgelegt, die so nicht funktioniert“, machte Kerkhoff in seiner Stellungnahme deutlich. Im Vorfeld habe es zahlreiche Gespräche, Briefe, Telefonate und Mails gegeben. Dabei sei der Geldgeber immer wieder aufgefordert worden, den im Frühjahr 2016 vorgelegten Plan als Grundlage für sein Vorhaben zu nehmen. „Der im Mai 2017 vorgelegte Plan hat mit dem ursprünglichen Konzept nichts mehr gemein“, so Kerkhoff wörtlich. Er forderte die Geldgeber Udo Merkens und Peter Bollmann auf: „Starten Sie mit dem Aufstellungsplan neu.“ Die Mehrheit des Rates möchte nach seinen Worten eine verträgliche städtebauliche und gestalterische Konzeption, in der Menschen gerne leben. Diese müsse Nachhaltigkeit und soziale Qualitäten fördern sowie Grün- und Freiräume zur Steigerung der Lebensqualität beinhalten.

SPD-Fraktionschef Alfred Voges sekundierte: „Der erste Plan war abstimmungsreif.“ Für die Fläche müsse eine Bebauung entwickelt werden, in der die Menschen noch die nächsten 100 Jahre gerne leben wollten. „Sie müssen sagen: Jawohl, das passt“, so Voges wörtlich. Als Begründung, warum seine Fraktion auch den veränderten Plan vom Mai in einer ersten Stellungnahme für gut befunden hatte, sagte Voges: „Wir werden uns mit spontanen Beifallsbekundungen demnächst zurückhalten und erst einmal genau draufschauen.“

Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer kritisierte in ihrer Antwort erneut das Umschwenken von CDU und SPD auf den Architektenwettbewerb. „Warum nicht zu Beginn des Verfahrens?“, fragte die Rathaus-Chefin in die Runde. Durch den kurzfristig eingeschlagenen Weg werde der Ruf der Stadt bei etwaigen Investoren nachhaltig geschädigt. „Der Vertrauensschutz steht auf dem Spiel“, so Bögel-Hoyer.

Sie nahm die Investoren vor dem Vorwurf in Schutz, sie seien nicht auf die Wünsche des Rates eingegangen. „Nach den Gesprächen haben sie sich immer bewegt.“

Die Politik, so Bögel-Hoyer, habe die Pläne bis Mai ausdrücklich gelobt. Noch drei Tage vor der Sommerpause habe die SPD signalisiert, den Entwürfen zuzustimmen. Am Abend vor der entscheidenden Planungsausschusssitzung sei dann der Antrag für das städtebauliche Qualifizierungsverfahren, also für den Wettbewerb, bei ihr auf dem Schreibtisch gelandet.

Auch den Vorwurf, der Auslobungstext sei nicht neutral, wollte die Bürgermeisterin nicht auf sich sitzen lassen. „Das war nur ein Entwurf.“ Der natürlich habe geändert werden können. Mit ihrem abschließenden Wunsch war sich Claudia Bögel-Hoyer wieder einig mit CDU und SPD: „Ich hoffe auf ein vernünftiges Konzept.“

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