Zweiter Jugendgipfel in Steinfurt
„Jugendlichen fehlt oft das Erfolgsgefühl“

Steinfurt -

Die Resonanz fiel noch geringer aus als beim ersten Mal. Lediglich vier Jugendliche kamen zum zweiten Jugendgipfel. Im Interview mit Redaktionsmitglied Vera Szybalski spricht Stadtjugendpflegerin Ute Kriens über die Ergebnisse und wagt einen Blick in die Zukunft.

Dienstag, 24.10.2017, 13:10 Uhr

Wie fällt das Fazit nach dem zweiten Jugendgipfel aus? Sind Sie enttäuscht ob der geringen Resonanz?

Ute Kriens : Mit den Jugendlichen, die teilnahmen, haben wir sehr intensiv und konstruktiv gearbeitet. Die Ergebnisse sind gut. Für die Zukunft überlegen wir uns wie wir mehr Jugendliche „abholen“ können.

Wie sehen die Ergebnisse konkret aus?

Kriens: Unter dem Motto: „Wir nehmen Steinfurt unter die Lupe!“ und „Wie Jugendgerecht ist Steinfurt?“ haben wir verschiedene Themen bearbeitet. Zu der Frage, was bietet Steinfurt, haben die Jugendlichen festgehalten, dass die Stadt relativ viele Freizeitmöglichkeiten bietet. Die Rahmenbedingungen können optimiert werden. Auf dem Weg zur jugendgerechten Kommune stehen wir noch vor Herausforderungen, zum Beispiel bezogen auf die Infrastruktur fehlen Aufenthaltsflächen, und die Jugendlichen haben das Gefühl, nicht wirklich beteiligt und ernst genommen zu werden. Es fehlt aus ihrer Sicht die Wertschätzung. In einer jugendgerechten Kommune müsse es jugendgerechte Freizeit- und Sportmöglichkeiten geben sowie die Möglichkeit, sich als Jugendlicher konkret zu beteiligen.

Sind Sie schon in die Analyse gegangen, warum der Jugendgipfel nur wenige Jugendliche angelockt hat?

Kriens: Insgesamt ist es schwierig zu beantworten. Wir haben noch am Samstag erste Überlegungen angestellt. Wir sind auch über die Kirmes gegangen, um die Jugendlichen dort zu befragen. Die Jugendlichen, haben gesagt: Die Kirmes ist drei Tage. Wer Lust auf den Jugendgipfel gehabt hätte, wäre gekommen. Bei der Werbung haben wir erkannt, dass Flyer in der Schule nicht mehr reichen. Wir werden zukünftig sicher andere Wege wählen.

Immer wieder wird den Jugendlichen unterstellt, sie würden sich nicht für Politik interessieren. Wie stehen Sie dazu?

Kriens: Die Politik muss sich mehr für die Jugendlichen interessieren. Wünschenswert ist es, dass die Politik auf die Jugendlichen zugeht. Der Begriff Politik ist für viele junge Menschen nicht greifbar. Wenn der Steinfurter JugendRat für jugendliche Interessen eintritt, dann ist das schon Politik. Dieser Zusammenhang ist nicht immer so deutlich.

Fehlt Jugendlichen die Perspektive, wirklich etwas gestalten zu können?

Kriens: Politische Prozesse und Verwaltungsprozesse dauern oft lange. Jugendlichen fehlt dann oft das Erfolgsgefühl. Als Jugendlicher interessiere ich mich jetzt für etwas und dann vielleicht noch die nächsten zwei, drei Jahre. Dann kommt etwas Neues, die Prioritäten ändern sich. Jugendbeteiligung muss also etwas Kontinuierliches und Konstantes und von allen Akteuren gewollt sein, in das die Jugendlichen reinwachsen und sich entwickeln können. Dafür müssen die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Steinfurt hat sich nun auf den Weg gemacht, will Jugendgerechte Kommune werden.

Wie geht es jetzt weiter? Überlegen Sie sich andere Konzepte, um die Jugendlichen zu mobilisieren?

Kriens: Eines der Ziele ist es, den Jugendrat noch sichtbarer und transparenter zu machen. Klar zu machen: Der Jugendrat sucht noch Themen und er sucht dich! Eine Aktion, die wir im kommenden Monat angehen wollen, ist gemeinsam mit der Tafel und dem Sozialbüro „Das offene Ohr“ Lebensmittelspenden zu erfragen. Das soll ein Signal der Jugendlichen sein: Wir wollen uns auch sozial engagieren. Außerdem wollen wir drei Tage lang auf dem Burgsteinfurter Nikolausmarkt präsent sein.

Aber einen Jugendgipfel wird es in Zukunft eher nicht mehr geben?

Kriens: Wir suchen nach einem Medium, um mit Kindern und Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Grundsätzlich ist für mich nach dem Jugendgipfel vor dem Jugendgipfel. Das oberste Ziel ist, Jugendbeteiligung auf allen Ebenen zu ermöglichen und junge Menschen dafür zu begeistern aktiv an der Gestaltung mitzuwirken.

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