Planungsausschuss will ein Konzept
Quo vadis, Innenstädte?

Steinfurt -

Was muss in Borghorst und Burgsteinfurt alles passieren, um die Innenstädte attraktiv(er) und fit für die Zukunft zu machen? Nicht nur in baulicher Hinsicht. Einzelhandel, Tourismus, Marketing, Energie- und Parkraummanagement, Bildung, Denkmalschutz sowie noch viele andere Aspekte sollen zur Beantwortung der Frage in einer Gesamtstrategie für Steinfurt gebündelt werden. Wenn, ja wenn der Rat die Aufstellung eines „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes“ zustimmt, das am Dienstagabend im Planungsausschuss erstmalig diskutiert wurde – und von der Ausschussmehrheit, nur die FWS stimmte dagegen, ausdrücklich begüßt wurde.

Dienstag, 05.12.2017, 20:12 Uhr

Wie sollen die Innenstädte, hier ein Luftbild von Burgsteinfurt, in Zukunft aussehen? Die Herausforderungen sind groß, eine Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept könnte die Antworten liefern.
Wie sollen die Innenstädte, hier ein Luftbild von Burgsteinfurt, in Zukunft aussehen? Die Herausforderungen sind groß, eine Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept könnte die Antworten liefern. Foto: Luftbildkontor Fischer

„Wir haben so ein Konzept beantragt und sind deswegen auch dafür“, schmunzelte Rainer Abeling als Sprecher der Sozialdemokraten. CDU-Ausschusskollege Norbert Kerkhoff betonte: „Wir wollen so was schon seit vielen Jahren anschieben.“ Unterschiedliche Auffassungen gibt es zurzeit noch darüber, wie groß der Geltungsbereich für das Konzept sein soll.

Viele Teilaspekte, wie anfänglich aufgezählt. zusammenzupacken, viele Beteiligte zu fragen – unter anderem die Steinfurter selbst in einer Bürgerwerkstatt –, das kostet Zeit und natürlich Geld. Die Verwaltung rechnet mit einem Jahr und rund 50 000 Euro, die zu einem Großteil bezuschusst werden könnten.

So ein Konzept hätte nach Darstellung der Verwaltung den großen Vorteil, dass die darin zusammengetragenen Maßnahmen öffentlich gefördert werden könnten. Andere Gemeinden in der Nachbarschaft haben es vorgemacht. In den letzten sechs Jahren sind fast 23 Millionen Euro in den Kreis Steinfurt an Städtebaufördermittel geflossen. Altenberge und Nordwalde möchte gerade ihre Ortsmitten mit Hilfe der Zuschüsse umgestalten. Nordwalde hat dafür bislang fast 3,2 Millionen Euro für Ortskern und Bürgerzentrum erhalten. Bis 2021 will die öffentliche Hand 325 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Der Handlungsbedarf in Steinfurt ist nach Darstellung der Verwaltung enorm. „Vielschichtige gesellschaftliche Entwicklung“ werden von ihr gesehen, die sich direkt auf das Leben in den Innenstädten auswirken. Beispiele: der demografische Wandel, die Veränderungen im Einzelhandel und die Digitalisierung. Sichtbar werden diese neuen Entwicklungen in Borghorst an der Emsdettener Straße. Vor 20 Jahren noch prosperierende Einkaufsstraße, sind Geschäfte mittlerweile die Ausnahme. Die Politik hat mit Änderung des Bebauungsplans reagiert, der jetzt auch Wohnen im Erdgeschoss erlaubt. Nach den großen Umbauten der Innenstädte vor 20 und 30 Jahren sei jetzt „Feintuning“ angesagt, erläuterte Marco Scheil vom zuständigen Fachdienst der Verwaltung.

Grundlage für das Konzept ist Dreierlei: eine Stärken-Schwächen-Analyse, das Aufstellen eines Maßnahmenkatalogs sowie eine Priorisierung dieser Planungen mit einer Kosten- und Finanzierungsübersicht.

Die Verwaltung geht davon aus, dass 2018 mit der Arbeit für das Konzept begonnen werden kann. „Mindestens ein Jahr“, so die Einschätzung aus dem Rathaus, werde bis zur Fertigstellung vergehen, so dass frühestens 2019 der Förderantrag für Mittel aus dem Städtebauförderungsprogramm gestellt werden könnte.

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