Konzept des Investors geplatzt
Fragezeichen hinter dem Weberquartier

Borghorst -

Wie geht es auf dem Websaal-Gelände weiter? Keiner weiß es. Fest steht nur Dreierlei. Erstens: Die Investoren Bollmann und Merkens haben nach wie vor grundsätzliches Interesse, die Pläne für ihr Weberquartier in die Realität umzusetzen. Zweitens: Die Stadt wird in den nächsten Wochen den Abriss der baufälligen Kockgebäude veranlassen – und wahrscheinlich auch bezahlen müssen. Drittens: Am 31. Dezember endet offiziell das Kaufangebot des Insolvenzverwalters für das Areal der Websäle I und II.

Mittwoch, 20.12.2017, 23:12 Uhr

Die Websaal-Mauer entlang der Arnold-Kock-Straße ist einsturzgefährdet, soll aber eigentlich erhalten bleiben.
Die Websaal-Mauer entlang der Arnold-Kock-Straße ist einsturzgefährdet, soll aber eigentlich erhalten bleiben. Foto: Axel Roll

Und dann? Investor Udo Merkens betont im Gespräch mit dieser Zeitung: „Wir würden das Projekt nach wie vor wahnsinnig gerne zu Ende bringen.“ Unter einer Bedingung: „Aus unternehmerischer Sicht ist es unabdingbar, dass uns die mittlerweile schon fünfmal reduzierte Baufläche verbindlich garantiert wird.“ Schließlich könne er nicht „drei Millionen Euro für eine Kuhwiese“ ausgeben. Wenn er die Garantie vom Rat bekomme, „dann kaufe ich die Fläche, reiß‘ alles ab und baue natürlich auch“.

Diese fehlende Zusage über Wohnfläche ist nach Darstellung des Investors auch dafür verantwortlich, dass ein hinter den Kulissen gezimmertes neues Konzept für das Weberquartier auf der Zielgeraden gescheitert ist. Nach WN-Informationen sollte der örtliche Bauunternehmer Arning mit ins Boot geholt werden, der aber abgewunken haben soll, nachdem niemand aus Rat und Verwaltung sagen konnte, wie viele Wohnungen auf dem Areal entstehen dürfen. An dem Konzept sollen auch Krankenhaus und Caritas beteiligt gewesen sein. Das Marienhospital sollte rund 5000 Quadratmeter für eine Erweiterung vom Websaal-Gelände erhalten, die Caritas sollte das geplante Pflegeheim und die Tagespflege übernehmen.

In den nächsten Tagen oder Wochen muss zwecks Gefahrenabwehr der Abriss der baufälligen Kock-Hallen eingestielt werden. Wahrscheinlich, so der zuständige Fachdienstleiter Stefan Albers , bleibt die Stadt auf den Kosten sitzen. Um sie möglichst gering zu halten, gibt es die Alternative, dass die Stadt vorher die ganze Fläche kauft und sie komplett – nicht nur die einsturzgefährdeten Gebäude – abräumt. Das freie Areal könnte dann leichter an einen Interessenten verkauft werden.

Vor diesem Hintergrund weiß derzeit niemand, wie es mit dem städtebaulichen Qualifizierungsverfahren weitergeht, das der Rat vor die Bebauung gestellt hat. Zur Erinnerung: Örtliche Architekten sollen bei einem Wettbewerb Ideen für das Quartier entwickeln. „Es ist aber noch völlig unklar, wer das Verfahren bezahlen soll“, nennt Stefan Albers ein Problem von vielen. So schreibt der Ausschreibungstext vor, die Klinkermauer an der Arnold-Kock-Straße zu erhalten, um für das neue Baugebiet architektonische Akzente zu setzen, die an die Borghorster Textil-Geschichte erinnern. Die Mauer muss nach den jüngsten Untersuchungen des Statikers aber wegen Einsturzgefahr abgerissen werden.

Stefan Albers sieht sich angesichts dieser geänderten Rahmenbedingungen nur schwer in der Lage, das Qualifizierungsverfahren voranzutreiben. Er hat die Hoffnung aber nicht aufgegeben, dass bis zum Jahresende doch noch der Knoten durchgeschlagen werden kann.

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