Bilanz „Friederike“
„Windstärke vor Ort vergleichbar mit ,Kyrill‘“

Steinfurt -

Orkantief „Friederike“ hat den Einsatzkräften von Feuerwehr, Bauhof und Energieversorger auch am „Tag danach“ noch jede Menge Arbeit beschert.

Freitag, 19.01.2018, 14:01 Uhr

Die Beseitigung der Sturmschäden – auf dem Bild ein umgefallener Baum im Bagno – wird noch Tage dauern.
Die Beseitigung der Sturmschäden – auf dem Bild ein umgefallener Baum im Bagno – wird noch Tage dauern. Foto: rs

Orkantief „Friederike“ hat den Einsatzkräften von Feuerwehr , Bauhof und Energieversorger auch am „Tag danach“ noch jede Menge Arbeit beschert. „Wir sind weiterhin im Dauereinsatz, um die Folgen des Sturms zu beseitigen“, erklärte der stellvertretende Baubetriebshof-Leiter Andreas Happe am Freitag auf Anfrage. Es werde wohl noch mindestens eine Woche dauern, bis alle Schäden beseitigt seien. Vor allem in den Außenbereichen sei noch viel zu tun.

Für die Kameraden der beiden örtlichen Löschzüge der Feuerwehr war der Sturmtag ein Ereignis, das sie den ganzen Tag über forderte. „Wir waren von kurz nach 10 Uhr bis gegen 23.30 Uhr im Einsatz“, betonte Dirk Telgmann. Der Stadtbrandinspektor saß am Freitagvormittag mit dem „Stab für außergewöhnliche Einsätze“, der in einem solchen Fall gebildet wird, zusammen, um Bilanz zu ziehen. Fazit: Es besteht in der Zusammenarbeit mit dem Bauhof und dem Ordnungsamt durchaus noch Optimierungspotenzial – insbesondere was die Einsatzkoordination betrifft. Insgesamt sei man aber gut vorbereitet gewesen auf das Windereignis, das weit über die Intensität eines gewöhnlichen Wintersturms hinaus gegangen sei.

Eine Einschätzung, die Gerd Göckenjan vollauf bestätigen kann. Die Sensoren der Windkraftanlagen der Windparkgesellschaften Hollich und Hollich/Sellen, deren Geschäftsführer Göckenjan ist, hätten Windgeschwindigkeiten gemessen, die denen des Orkans Kyrill vor elf Jahren ebenbürtig gewesen seien. Während der Hauptzeit des „Friederike“-Sturms von etwa 10 bis 14 Uhr hätten sich sämtliche Anlagen abgeschaltet und die Flügel so in den Wind gedreht, das diese der Urgewalt möglichst wenig Fläche entgegenstellen. „Das ist ein Automatismus, auf den wir keinen Einfluss haben“, so Göckenjan. Alle Anlagen seien nach Abflauen des Sturms wieder problemlos angelaufen.

Ein Sturm von der Intensität Friederikes beschert auch den Versicherern eine Menge Arbeit. „Unser Telefon stand sei gestern Mittag nicht mehr still“, berichtet Manuela Siepker von der LVM-Vertretung Kraß. Die weitaus meisten Schadensmeldungen beträfen Hausdächer. Kostenvoranschläge müssten bei geringen Schadenshöhen nicht erstellt werden. „Schön wäre es aber, wenn Fotos gemacht würden“, rät die Versicherungsmitarbeiterin.

Auch beim Energieversorger Westnetz war gestern noch voller Einsatz gefordert: Unter anderem in Sellen mussten Stromausfälle mit Notstromaggregaten überbrückt werden.

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