Missachtung des Waldbetretungsverbots
Unberechenbare Gefahren

Steinfurt -

Noch mindestens bis zum Mittwoch kommender Woche gilt das nach dem Orkan landesbehördlich verordnete Betretungsverbot für Wälder. Indes: Es gibt immer wieder Missachtungen, wie Revierförster Olaf Hoffmann feststellen muss. Der Mitarbeiter der Fürstlichen Domänenkammer warnt ausdrücklich: Wer derzeit den Wald betritt, begibt sich in Lebensgefahr.

Dienstag, 23.01.2018, 18:01 Uhr

An der Brücke am Aafeld  hat Friederike gleich mehrere Bäume umgeknickt. Auch eine Stromleitung ist beschädigt. Der Durchgang ist mit Flatterband gesichert, ebenso wie am Eingang des Lauftreffs. Leider werden die Gefahren unterschätzt, kritisiert Olaf Hoffmann.
An der Brücke am Aafeld  hat Friederike gleich mehrere Bäume umgeknickt. Auch eine Stromleitung ist beschädigt. Der Durchgang ist mit Flatterband gesichert, ebenso wie am Eingang des Lauftreffs. Leider werden die Gefahren unterschätzt, kritisiert Olaf Hoffmann. Foto: Schippers

Olaf Hoffmann schüttelt den Kopf. Das Flatterband, das er am Lauftreff im Bagno zur Absperrung des Weges angebracht hat, ist durchtrennt. „Die Leute ignorieren das Verbot einfach“, empört sich der Revierförster der Fürst zu Bentheimschen Domänenkammer über das offensichtliche Fehlverhalten manches Waldbesuchers in diesen Tagen. Dabei sind die Vorgaben eindeutig: Nach dem Orkantief Friederike hat der Landesbetrieb Wald und Holz auf der Grundlage des Landesforstgesetzes unter anderem auch für den Kreis Steinfurt ein Betretungsverbot für Wälder erlassen. Es gilt noch bis einschließlich kommenden Mittwoch (31. Januar).

Olaf Hoffmann steigt aus seinem allradgetriebenen Dienstwagen und schnürt das Flatterband wieder zusammen. „Das Verbot hat natürlich einen ganz konkreten Hintergrund“, so der Forst-Fachmann. Es sei derzeit lebensgefährlich, den Wald zu betreten, macht er unmissverständlich auf die besondere Situation nach dem Sturm aufmerksam. Die wird bei einer kleinen Rundfahrt durch das Bagno-Buchenberg-Gebiet, in dem das Haus Bentheim und Steinfurt große Waldflächen besitzt, deutlich. Besonders dort, wo Flachwurzler gepflanzt wurden, sind die Schäden groß. Ganze Fichtenschonungen hat Friederike umgeworfen. Einige Bäume stehen schräg. „Die Gefahr ist groß, dass sie auch später noch fallen, das ist wegen des stark aufgeweichten Bodens unberechenbar“, warnt Hoffmann. Nicht minder gefährlich sind ab- oder angebrochene Äste, die aus großer Höhe herabfallen. „Ein daumendicker Ast reicht, um schwere Verletzungen zu verursachen“, weiß der Revierförster. Trifft den Waldbesucher ein armdicker Ast, kostet ihn das höchstwahrscheinlich das Leben.

Und was passiert, wenn man trotzdem in den Wald geht und alle Warnungen außer Acht lässt? „Dann“, so Hoffmann, „tut man das auf eigene Gefahr“. Theoretisch sei das eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldstrafe geahndet werden könne.

Auch am Montag noch waren Hoffmann und die weiteren sieben Mitarbeiter des Fürstlichen Forstbetriebs mit der Bestandsaufnahme der Schäden in den Wäldern beschäftigt. Während sich diese im Bagno-Gebiet noch in Grenzen halten, hat es vor allem die Besitzungen in der Metelener Heide und im Gebiet Fuchshagen zwischen Wettringen und Burgsteinfurt getroffen. Dort stehen bekanntermaßen viele Nadelbäume. Parallel wird mit Hochdruck daran gearbeitet, vor allem die öffentlichen Wege wieder freizumachen. „Wir können aber nicht überall gleichzeitig sein“, werden die Aufräumarbeiten laut Hoffmann wohl noch mindestens eine, wenn nicht zwei Wochen dauern.

Und so bleiben Wege wie der über die Brücke am Aafeld im Bagno gesperrt. Dort ist eine mächtige Pappel gefallen und hat dabei eine Stromleitung mitgerissen. „Eine sehr gefährliche Sache“, warnt Hoffmann auch in diesem Fall davor, das gezogene Flatterband zu ignorieren. Die Schadensdimension, die Friederike im Bereich der Waldungen des Fürstlichen Forstbetriebs verursacht hat, ist groß. „Noch können wir sie nicht genau beziffern. Sie ist jedoch größer als beim Kyrill-Sturm vor elf Jahren“, berichtet Hoffmann. Der Revierförster warnt nochmals eindringlich vor dem Betreten des Waldes: „Auch wenn es für den Laien nicht so aussieht: Man begibt sich in Lebensgefahr.“ Sogar für einen professionellen Waldarbeiter sei die Situation vor Ort nicht ungefährlich.

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Weitere Informationen zur Sperrung von Wäldern gibt es im Internet unter www.wald-und-holz.nrw.de/sturm.

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