Der Dackel der Bürgermeisterin
Herrlich, so ein Hundeleben!

Steinfurt -

Kennen Sie Nemo, den Hund des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der neulich vor laufender Kamera ein Bein hob und den Kamin des barocken Saals markierte? Dieser Fauxpas löste nicht nur schallendes Gelächter, sondern auch maximale mediale Aufmerksamkeit aus, die keine Werbekampagne so hingekriegt hätte. Die Hunde der Politiker dieser Welt spielen offensichtlich so wichtige Rollen, dass sich auch unsere Zeitung vor Ort dieses Themas widmete. Es folgen Einblicke in das Leben von Franzi, Steinfurts „First-Lady-Dog“.

Donnerstag, 01.02.2018, 16:02 Uhr

 
  Foto: cm

„Herrlich, so ein Hundeleben!“ – diese Botschaft strahlt die junge Rauhaardackelhündin Franzi mit jeder Faser ihres zierlichen Körpers aus, wenn sie durch den Garten tobt oder sich auf Frauchens Schoß kraulen lässt. Ihre Mutter hat ihr offenbar schon früh ins Schlappohr geflüstert: „Augen auf bei der Besitzerwahl!“ Als Claudia Bögel-Hoyer und ihr Mann Ulrich Hoyer vor knapp zwei Jahren an ihrem Welpen-Gehege vorbeigingen – eigentlich auf der Suche nach der schwarz-roten Züchtungslinie – witterte die Kleine wohl ihre Chance auf das ganz große Los an der Seite zweier erfahrener Tierfreunde.

Franzi rannte fiepend auf das Bürgermeister-Ehepaar zu, schaffte es in die weiblichen Arme und schmuste sich in die Halsbeuge. Überwältigt von so viel instinktgesteuerter Initiative bedurfte es gerade noch eine Nacht Bedenkzeit, bis die Bögel-Hoyers Franzi als „First Dog“ nach Steinfurt holten.

Hundeaffin sei sie schon immer gewesen, erzählt Claudia Bögel-Hoyer. Seit ihrem elften Lebensjahr gehörten schwarze Schnauzen zum Leben der Burgsteinfurterin wie Brot und Butter. Nach den beiden Münsterländern Bodo und Flocke bot sie dem alten und kranken Pudel-Dackel-Mischling Jessy – „da fehlten zwar schon ein paar Zähnchen, aber sonst ein bildhübscher Kerl“ – ein liebevolles Zuhause. Auch Archie und Oskar rettete die Rathauschefin aus dem Tierheim Rote Erde in St. Arnold, Ja, sie hielt gar mehrere Hunde parallel, weil sie es nicht ertragen konnte, die Vierbeiner hinter Gittern zu sehen.

Franzis direkte Vorgängerin war Dackelhündin Lucie, von der der Abschied nach 17 gemeinsamen Jahren besonders weh tat. Mit ihrem Mann verordnete sich die damals frischgewählte Bürgermeisterin dann eine Hunde-Pause, merkte aber schnell, dass ganz „ohne“ verdammt viel fehlte.

Eine ihrer ersten Amtshandlungen als Rathauschefin war übrigens die Entfernung des Hunde-Verbotsschilds am neuen Arbeitsplatz und den Mitarbeitern ist es, nach Absprache mit ihren Kollegen, selbstverständlich erlaubt, ihre Vierbeiner mit ins Büro zu bringen. Franzi allerdings ist ein seltener Gast im Rathaus, da ist Bögel-Hoyer ganz pragmatisch und meint, dass ihre Kleine es zu Hause oder bei den zwei Patenfamilien viel besser hat.

Apropos „gut haben“: Ein typischer Tag beginnt für Franzi mit einer ausgiebigen Kuscheleinheit auf Frauchens Schoß nach dem Frühstück. Dann geht‘s mit Herrchen Uli ins Bagno. Ulrich Hoyer gesteht, wie vernarrt er selbst in die süße, lernbegierige Dackeldame ist und wie gut sie seiner Frau beim Stressabbau hilft.

Und so ein Ausrutscher wie Nemo, dem First Dog von Frankreich, würde Franzi ohnehin nie passieren, sind sich Herrchen und Frauchen sicher – sie war schon nach vier Tagen stubenrein.

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