32-Jähriger muss zurück ins Gefängnis – wegen Fahrens ohne Führerschein
Keine Spur von Reue

Steinfurt -

Nein, irgendwelche Spuren von Reue zeigte der angeklagte Borghorster vor dem Richter nicht. Deshalb konnte dieser am Ende eigentlich gar nicht anders, als den bereits wegen mehrerer Körperverletzungen und einer Vergewaltigung verurteilten 32-Jährigen für sechs Monate ins Gefängnis zu schicken – für drei Fahrten ohne Fahrerlaubnis.

Donnerstag, 15.02.2018, 15:02 Uhr

Am 26. März vergangenen Jahres suchte eine Polizeistreife nach ihm, weil die Batterie seiner elektronischen Fußfessel erneuert werden musste – und der Angeklagte Anordnungen, sich dafür auf der Polizeiwache zu melden, einfach ignoriert hatte.

Die Fußfessel trägt er, weil er nach einer Vergewaltigung im Jahr 2010 immer noch als gefährlich gilt und deshalb unter Führungsaufsicht steht. Für die Tat, die er immer noch bestreitet, saß er genau 54 Monate im Gefängnis.

Durch die Fußfessel wurde er am Kieferngrundsee geortet, wo er von den Polizisten eindeutig am Steuer eines Opel Zafira erkannt wurde. Gut eine Woche hatte der Borghorster zwei damals noch minderjährige Jugendliche in seiner Wohnung. Am späten Abend brachte er den damals 17-jährigen Jungen und das Mädchen mit dem Opel Zafira nach Hause. „Er ist gefahren“, versicherte der mittlerweile 18-Jährige dem Richter glaubhaft.

Unterwegs hätten sie anhalten müssen, weil der Motor des Wagens heiß gelaufen sei. „P. fragte uns, ob er uns allein lassen sollte – da sind wir dann intim geworden.“

Erst nach rund anderthalb Stunden sei das Trio weitergefahren und das Mädchen an seinem Zuhause abgesetzt worden, während der Angeklagte und der Zeuge sich wieder auf den Weg zurück nach Borghorst machten. Wegen der langen Pause unterwegs wertete der Richter die Tour als zwei einzelne Fahrten.

Als „verhängnisvolle Nacht“ für seinen Mandanten beschrieb der Verteidiger das Geschehen – offenbar gab es im Zusammenhang mit den beiden Jugendlichen noch einen weiteren Vorfall, für den der 32-Jährige im vergangenen Jahr vier Monate in U-Haft saß, bei dem aber später die Anklage fallen gelassen werden musste.

Ein Bewährungshelfer beschrieb den Borghorster als äußerst schwierig: Er lehne jede Art der Zusammenarbeit ab, nehme nicht an einem Programm für Sexualstraftäter teil, trete provokativ gegenüber Justiz und Polizisten auf. „Seine Worte sind manchmal nur schwer zu ertragen.“ Auch während der Verhandlung vorm Amtsgericht wirkte der Angeklagte genervt und gelangweilt. Seine einzige Reaktion waren gelegentliche Zwischenrufe, sich zu den Vorwürfen äußern wollte er nicht.

Ein Gutachten aus dem Jahr 2016 bescheinigt ihm eine dissoziative Persönlichkeitsstörung und Psychopathie-Merkmale, er wird als leicht reizbar und aggressiv beschrieben. Deshalb liege weiter ein Gefährdungspotenzial vor. Unter anderem habe er dem Vergewaltigungsopfer gedroht, es zur Rede stellen zu wollen, sobald er seine Fußfesseln los ist.

„Ich versuche immer, noch etwas Positives zu finden“, erklärte der Richter nach der Urteilsverkündung. „Aber bei Ihnen kann ich keine positiven Prognose sehen.“

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