Kerstin Timmers
Weibliche Hand führt Bauhof

Steinfurt -

Eine Frau als Leiterin des städtischen Bauhofs? Was im alten Jahrtausend bei dem einen oder anderen (Mann) vielleicht Stirnrunzeln verursacht hätte, ist heutzutage kein Thema mehr. „Ein Frau in leitender Funktion in diesem technischem Bereich der Verwaltung ist sicher noch immer die Ausnahme“, räumt Kerstin Timmers ein – und ergänzt: „Ein Problem ist das aber nicht.“

Dienstag, 20.02.2018, 19:02 Uhr

Bauhofleiterin Kerstin Timmers an ihrem Arbeitsplatz im Verwaltungsgebäude an der Wiemelfeldstraße. Seit Herbst vergangenen Jahres leitet sie den städtischen Servicebetrieb.
Bauhofleiterin Kerstin Timmers an ihrem Arbeitsplatz im Verwaltungsgebäude an der Wiemelfeldstraße. Seit Herbst vergangenen Jahres leitet sie den städtischen Servicebetrieb. Foto: rs

Schon seit Mitte Oktober führt die Burgsteinfurterin den „Fachdienst Baubetrieb“, wie der Bauhof im Amtsdeutsch etwas sperrig heißt. Ob sie das auch längerfristig machen wird, war indes bis vor ein paar Tagen noch unklar. Zwischenzeitlich hatte sich die neue Chefin der „Außenstelle Wiemelfeldstraße“ des Rathauses intern auf eine andere, dem Finanzbereich zugeordnete Stelle beworben. Nunmehr aber steht fest: Die 57-Jährige bleibt Bauhofleiterin. Wenn‘s nach ihr geht, bis zur Rente. „Mal sehen, was kommt“, lacht sie.

Dass sie sich für die Zukunft Optionen vorbehält, kommt nicht von ungefähr: Seit 38 Jahren arbeitet die Mutter dreier Kinder mit einer Unterbrechung in der Stadtverwaltung. Nach einer Tätigkeit im Hauptamt und einer zwischenzeitlichen Familienphase war sie von 2000 bis 2008 schon einmal im Baubetriebshof eingesetzt – als stellvertretende Leiterin. Danach folgten Stationen im Fachdienst Finanzen und in der Stabsstelle Liegenschaften, bevor es jetzt wieder zum Bauhof ging. Eine beeindruckende Karriere, die vor allem auch den Vorteil mit sich bringt, dass die 57-Jährige bestens vernetzt ist. Den kurzen Dienstweg von Amt zu Amt – den hat Kerstin Timmers drauf.

An der neuen Aufgabe reizt die Saxofonistin im CVJM-Posaunenchor vor allem die Möglichkeit des eigenständigen Arbeitens sowie des Arbeitens in einer Führungsposition. Immerhin 46 Mitarbeiter gehören zum Bauhof. Die überwiegende Mehrheit, nämlich 42, gehören dem handwerklich-technischen Bereich an. In der Verwaltung arbeiten demnach vier Mitarbeiter. Die sind bis auf eine Ausnahme weiblich – ganz im Gegenteil zur „Außenfraktion“. Dort gibt es nur eine einzige Frau, die aber ebenfalls bestens integriert ist in die einstige Männerdomäne. „Es kommt auf eine gute Mischung im Team an“, hofft Kerstin Timmers, dass künftig noch die eine oder andere Frau zusätzlich dazustößt.

Als Bauhof-Chefin sieht Kerstin Timmers ihre Hauptaufgabe darin, die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit ihre Mitarbeiter fachgerecht und wirtschaftlich arbeiten können.

Die Voraussetzungen in Form einer ausreichenden technischen und personellen Ausstattung seien gegeben, sagt sie. „Technisch sind wir ganz gut ausgestattet, das muss so bleiben“, sagt sie. „Im Mitarbeiterstab jedoch aber sei es eng, besonders gilt das für den Grünflächenbetrieb.“ Straßenunterhaltung, Grünschnitt, Gebäudeunterhaltung, Winterdienst, Hausmeister-Vertretungen und, und, und – Aufgabenspektrum und Ansprüche an den Bauhof sind mit den Jahren immer größer geworden. Da braucht es eine gut aufgestellte Chefin, die sich nicht nur bestens auskennt, sondern auch gut vernetzt ist. Kerstin Timmers hat die Herausforderungen angenommen – und dass sie das in einer einstigen Männerdomäne tut, spornt sie zusätzlich an. Es könnte schlechter laufen für den Bauhof ...

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5538777?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F
Dadashov-Show an der Ostsee
So jubelt der SCP: Rufat Dadashov (2.v.l.) wird fast erdrückt von seinen Kollegen Fabian Menig, René Klingenburg und Martin Kobylanski (v.l.). Und Tobias Rühle (r.) schleicht sich auch noch heran, während Rostocks Nico Rieble konsterniert ist.
Nachrichten-Ticker