In Steinfurt gibt es keine Beschränkungen wie in Essen
Tafel will niemanden ausklammern

Steinfurt -

Die Essener Tafel hat sich zu einem harten Schnitt entschlossen: Weil es einen „Verdrängungswettbewerb“ zwischen ausländischen und deutschen Tafelkunden gebe, werden dort vorerst nur noch Bedürftige mit einem deutschen Ausweis neu aufgenommen. Unter anderem habe es immer wieder Rangeleien gegeben, sodass sich immer weniger Deutsche getraut hätten, zur Tafel zu gehen.

Freitag, 23.02.2018, 15:02 Uhr

Viele Helfer sorgen bei der Tafel dafür, dass bedürftige Steinfurter günstige Lebensmittel bekommen. Dafür erwarten sie, dass sich die Kunden an die Regeln halten.
Viele Helfer sorgen bei der Tafel dafür, dass bedürftige Steinfurter günstige Lebensmittel bekommen. Dafür erwarten sie, dass sich die Kunden an die Regeln halten. Foto: hjp

Eine solche Beschränkung werde es bei der Steinfurter Tafel nicht geben, sagt deren Vorsitzender Josef Schräder . Wobei er einräumt, dass es mit Rangeleien zeitweise auch in Steinfurt Probleme gegeben habe. Etwa wenn ältere Damen schon lange vor dem Öffnungstermin vor der Tür gewartet hätten, um als erste eingelassen zu werden – und dann von jungen Männern zur Seite gedrängt worden sind.

Unter anderem deshalb habe es vor etwas mehr als einem Jahr einen mehrmonatigen Aufnahmestopp gegeben, währenddessen sich die Tafelmitarbeiter ein System überlegten, mit dem sich solche Vorfälle vermeiden lassen: Zeitpläne, die den Andrang entzerren. „Damit konnten wir die tägliche Kundenzahl so weit senken, dass wir sie gut bewältigen können“, sagt Schräder. „Das hat sich ganz gut entwickelt.“ Bei den Überlegungen für ein neues System habe es einige Diskussionen gegeben, an deren Ende feststand: „Wir wollen keine Personengruppe ausklammern und niemanden diskriminieren.“

Kleinere Rangeleien gebe es zwar immer noch manchmal, die seien aber harmlos – und gingen, wie Schräder betont, keineswegs nur von Kunden mit ausländischem Hintergrund aus. „Wenn mal einer wilde Sau spielt, dann geben wir ihm ein Hausverbot. Dann ist erstmal wieder für ein paar Wochen Ruhe“, sagt Schräder. „Denn hier gelten unsere Spielregeln – und wer sich nicht daran hält, muss draußen bleiben.“

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