Aufräumarbeiten nach Friederike
Bald kommt der Käfer

Steinfurt -

Gut sieben Wochen ist es her, dass der Sturm Friederike durch das Land zog. Und neben anderen Schäden auch viele Wälder verwüstete. „In unserer Gegend ist der Schaden größer als bei Kyrill“, sagt Olaf Hoffmann, der als Forstinspektor der Fürstlichen Domänenkammer in den Wäldern des Steinfurter Fürstenhauses unterwegs ist. „Wir werden noch mindestens das ganze Jahr damit beschäftigt sein, das alles aufzuräumen.“

Freitag, 02.03.2018, 16:03 Uhr

In vielen Wäldern herrscht noch immer Chaos. Reinhard Stöppler (3.v.r.) und seine Mannschaft sind mit ihren Maschinen (kl. Foto) fast pausenlos im Einsatz. Jan-Dirk Hubbert (r.) und Olaf Hoffmann (2.v.l.) schätzen, dass sie noch lange an den Folgen des Sturms zu arbeiten haben.
In vielen Wäldern herrscht noch immer Chaos. Reinhard Stöppler (3.v.r.) und seine Mannschaft sind mit ihren Maschinen (kl. Foto) fast pausenlos im Einsatz. Jan-Dirk Hubbert (r.) und Olaf Hoffmann (2.v.l.) schätzen, dass sie noch lange an den Folgen des Sturms zu arbeiten haben. Foto: Bernd Schäfer

Ein Teil von „das alles“ ist an diesem bitterkalten Morgen ein Hang des Buchenbergs, auf dem unzählige Baumstämme kreuz und quer herumliegen. In einer Ecke ist eine riesige Maschine, der sogenannte Harvester, gerade dabei, die Bäume, die den Sturm überstanden haben, zu fällen: Sein gigantischer Greifer schließt sich um den Stamm, sägt ihn knapp über der Wurzel ab, lässt ihn sanft auf die Seite gleiten und fräst dann alle Zweige und Äste ab, bis in wenigen Sekunden nur noch der nackte Baumstamm am Boden liegt.

„Seit Friederike herrschen chaotische Zustände“, erzählt Reinhard Stöppler, dem das gleichnamige Forstunternehmen gehört. Seine drei Harvester sind fast pausenlos im Einsatz, eilen von Wald zu Wald. Besonders gefährlich sind die umgeknickten Bäume: Bei ihnen kann die Maschine nicht alleine arbeiten, Holzfäller müssen die Stämme in Bodennähe mit der Motorsäge von der Wurzel trennen.

Zurückgeworfen wurden die Arbeiten durch den wochenlangen Regen nach dem Sturm, der die Böden so aufweichte, dass sie nicht mit schweren Maschinen befahren werden konnten. „Da konnten wir erstmal nur die Wege freimachen“, sagt Olaf Hoffmann . Erst mit dem Nachlassen des Regens und dem Frost könnten er und seine Leute „richtig anfangen“.

Und müssen sich dabei beeilen, denn: „Wenn es wärmer wird, kommt der Borkenkäfer“, warnt Jan-Dirk Hubbert vom Landesbetrieb Wald und Holz. Der würde dann auch das noch wirtschaftlich verwertbare Holz wertlos machen.

Auch wenn das allgemeine Waldvertretungsverbot wieder aufgehoben wurde: Einige Wege wie der Eingang zur Finnenbahn sind nach wie vor gesperrt – und das immer aus gutem Grund.

Bis alle Schäden von Friederike beseitigt und wieder aufgeforstet sind, werde es bestimmt noch drei Jahre dauern, schätzt Jan-Dirk Hubbert.

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