Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry referiert zum Stiftsjubiläum
Liebe in den Mittelpunkt

Borghorst -

Packend, schwungvoll, liebenswürdig und wissenschaftlich fesselte Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry am Mittwoch ihre Zuhörer beim zweiten Vortragsabend im Rahmen des 1050-jährigen Stiftsjubiläums.

Donnerstag, 08.03.2018, 16:03 Uhr

Packend, schwungvoll, liebenswürdig und wissenschaftlich fesselte die Referentin Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry ihre Zuhörer beim zweiten Vortragsabend in der FBS im Rahmen des 1050-jährigen Stiftsjubiläums.
Packend, schwungvoll, liebenswürdig und wissenschaftlich fesselte die Referentin Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry ihre Zuhörer beim zweiten Vortragsabend in der FBS im Rahmen des 1050-jährigen Stiftsjubiläums. Foto: Karl Kamer

Brohm-Badry, deren Vater jahrelang die Realschule am Buchenberg leitete, ist Professorin für Empirische Lehr-Lern-Forschung sowie Dekanin des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie an der Universität Trier. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Motivation und positive Psychologie. Sie ist Präsidentin der „Deutschen Gesellschaft für Positiv-Psychologische Forschung“ (DGPPF) und Kolumnistin der Wirtschaftswoche. In ihrem Vortrag ging es um die Frage, wie Menschen wachsen.

Die Expertin für positives Denken erzählte zunächst spannende Geschichten aus ihrer Jugendzeit in Borghorst. Wie sie in der Lehrerwohnung der Realschule groß geworden ist, viel Musik gemacht hat und sehr, sehr stark religiös geprägt wurde. Ihr sehnlichster Wunsch, als Mädchen eine Messdienerin zu werden, scheiterte an der Meinung des damaligen Pfarrers.

Als junge Frau gehörte sie zu den Gründern einer Band für religiöse Musik. Sie hat eine Messe geschrieben und mit ihrer Band die Einführung des Friedensgrußes in St. Nikomedes mitgestaltet. Ein großer Erfolg war es, als sie mit einem selbst geschriebenen Lied unter die ersten zehn Preisträger eines Wettbewerbs von „Kirche und Leben” kam. 1977 ging sie zur Fokolarbewegung. „Pastor Wernsmann, wir waren schon vor 40 Jahren zusammen in Urlaub und ich hatte schon damals Ihre Telefonnummer”, rief sie dem emeritierten Pfarrer zu. Die gemeinsame Tour in der großen Gemeinschaft führte bis in den Markusdom in Venedig. Da sie als Frau in der katholischen Kirche keine beruflichen Chancen erkannte, studierte sie Geschichte, Erziehungswissenschaften und Musikwissenschaft in Essen und Karlsruhe. Ab 1991 arbeitete Brohm-Badry im Schuldienst und widmete sich zunehmend den lern- und motivationstheoretischen Fragestellungen.

Praktisch und lebensnah schilderte sie ihren Zuhörern, wie man mit Offenheit für die Welt und Risikofreude seine Chancen wahrnehmen soll. Dies sei nicht immer leicht. Stimulierende Pharmaka auch keine Lösung. Für ein gelungenes Leben benötige der Mensch positive Gefühle. Dazu gehörten Motivationen, Sinn erleben, etwas als wirksam erleben – erfolgreich sein.

„Positive Gefühle machen uns offen und weit. Wenn du Karriere machen willst, dann sei gut drauf”, betonte die Referentin. Dazu seien positive Gefühle hochgradig heilsam, auch bei Krankheit.

Ihre Vision für die Kirche sei die Hoffnung als bekanntestes Beispiel, das es im Christentum gebe. Wenn man die Menschen mit offenen Herzen so annehme und akzeptiere wie sie sind und das Bild Gottes nicht als „strenger Richter”, sondern die Barmherzigkeit und Gottesliebe in den Mittelpunkt stelle, habe man auch wieder volle Kirchen, wagte die Professorin eine Prognose.

„Gehen Sie mit offenem Bewusstsein nach Hause. Da kann es noch der schönste Abend ihres Lebens werden”, verabschiedete sich die Expertin für positives Denken, bevor Jonas Timmerhues mit seiner Gitarre und Gesang den musikalischen Schlusspunkt des Abends setzte.

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