Telemedizin am Borghorster Marienhospital
Visite vor der Kamera

Steinfurt -

Chefarzt Dr. Ulrich Ruta, Oberarzt Dr. Wolfram Kraft und Assistenzärztin Christina Jansen stehen an der Zentraleinheit der Intensivstation des UKM Marienhospitals Steinfurt. Sie sichten aktuelle Befunde, prüfen den Erfolg der Therapie und planen die weiteren Behandlungsschritte ihrer Patienten.

Mittwoch, 04.04.2018, 09:58 Uhr
Fallbesprechung mit Videokonferenz: Chefarzt Dr. Ulrich Ruta (2.v.l.), Oberarzt Dr. Wolfram Kraft (links) und Assistenzärztin Christina Jansen beraten während der Visite auf der Intensivstation in Steinfurt mit fünf Experten aus dem UKM in Münster.
Fallbesprechung mit Videokonferenz: Chefarzt Dr. Ulrich Ruta (2.v.l.), Oberarzt Dr. Wolfram Kraft (links) und Assistenzärztin Christina Jansen beraten während der Visite auf der Intensivstation in Steinfurt mit fünf Experten aus dem UKM in Münster.

In der Nacht ist ein Notfallpatient vom Rettungsdienst eingeliefert worden. Er leidet an einer schweren Infektion (Sepsis), die mit Antibiotika behandelt werden muss. Damit gehört er zu einer Patientengruppe, die im Fokus des Modellprojekts Telnet@NRW steht.

Als Partnerkrankenhaus beteiligt sich auch das UKM MHS an dem mit 20 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses geförderten Modellprojekt TELnet@NRW. Es geht um den Aufbau eines sektorenübergreifenden telemedizinischen Netzwerks. Die tele-intensivmedizinischen Videokonferenzen führt das UKM MHS im Rahmen des Projekts TELnet@NRW seit Oktober 2017 täglich durch.

Chefarzt Dr. Ruta und sein Team werden den Patienten heute in der Televisite mit den universitären Intensivmedizinern und Infektiologen des UKM besprechen. Der Einsatz von Telemedizin ermöglicht eine Fallbesprechung mit den universitären Experten. Ruta: „In dem konkreten Fall können wir online mit den Spezialisten für Infektiologie des UKM Kontakt aufnehmen, die wir in unserem Haus nicht vorhalten.“

Wenig später beginnt die Televisite bei dem Notfallpatienten. Die Mediziner nutzen nicht nur einen Terminal mit Kamera und Mikrofon, um sich mit den Experten in der Ferne auszutauschen. Auch Röntgenbilder und andere Befunde und Informationen des Patienten können über hochgesicherte Datenleitungen über die mobilen und digitalen Einheiten übermittelt werden, heißt es weiterhin in der Presseinformation des Hospitals.

Der Datenschutz hat dabei höchste Priorität. Die Ärzte aus dem UKM fragen gezielt nach bestimmten lebensnotwendigen Messgrößen. Für das Infektionsmanagement werden zusätzliche Untersuchungen vereinbart und die weitere Behandlung des Patienten festgelegt. Dazu wird – wenn nötig – auch das ABS-Team (Antibiotic Stewardship) des Uniklinikums hinzugezogen. Das Team, bestehend aus Ärzten und einer Apothekerin, hat die Behandlung mit Antibiotika im Blick und kann im Ernstfall wertvolle Hinweise geben, wie beispielsweise eine Blutvergiftung (Sepsis) besonders effektiv behandelt werden kann.

Ruta begrüßt die wissenschaftliche Ausrichtung des Projekts und verspricht sich von den Erfahrungen, die in dem Modellprojekt gesammelt und ausgewertet werden, wichtige Impulse für den Einsatz von telemedizinischen Anwendungen in der flächendeckenden Regelversorgung, schreibt das Marienhospital abschließend.

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