Urnenstelen auf kommunalen Friedhöfen
Neue Form der Bestattungskultur

Steinfurt -

Es ist eine Entscheidung, die man gerne vor sich her schiebt, die aber gleichwohl irgendwann zu fällen ist – und zwar mit Bedacht: Welche Form der Bestattung ist für mich die passendste? Die Kultur der Beisetzung hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend verändert. Zum klassischen Reihengrab sind unter anderem die Friedwald- oder die Urnenbestattung hinzubekommen. Bei letzterer Beisetzungsform ist das Einlassen der Urne in die Erde und das Setzen einer Erdplatte üblich – auch in Steinfurt. Der Seniorenbeirat der Stadt möchte diese um die Variante eines Begräbnisses in einer Stele ergänzen. „Dieser Wunsch ist an uns von Seiten der Senioren in vielen Gesprächen herangetragen worden“, sagt Elisabeth Rüve. Dem sei der Beirat nachgekommen und habe eine entsprechende Anregung an die Verwaltung und die Politik herangetragen, berichtet die Beiratsvorsitzende.

Montag, 30.04.2018, 23:04 Uhr

Die Urnenstelen auf dem Emsdettener Friedhof am Föhrenkamp werden rege genutzt. Es ist bereits eine Erweiterung in Planung, weiß die Steinfurter Seniorenbeiratsvorsitzende Elisabeth Rüve.
Die Urnenstelen auf dem Emsdettener Friedhof am Föhrenkamp werden rege genutzt. Es ist bereits eine Erweiterung in Planung, weiß die Steinfurter Seniorenbeiratsvorsitzende Elisabeth Rüve. Foto: privat/rs

Die Gründe für die Ergänzung liegen für Elisabeth Rüve auf der Hand: Die Grabstätten seien klein, kostengünstig, optisch ansprechend und einfach zu pflegen. Besonders letzterer Punkt werde immer bedeutsamer, da Kinder oder Angehörige vielfach weit weg wohnten und sich nur mit viel Aufwand um die Grabpflege kümmern könnten. Und nicht jeder könne sich einen Friedhofsgärtner leisten, der regelmäßig nach dem Rechten schaut.

Stelen seien als Begräbnisform würdevoll. Durch die Gestaltung der umgebenden Fläche – zum Beispiel auch durch das Aufstellen von Bänken, werde es möglich, eigene Trauer mit anderen zu teilen, falls dies gewünscht sei.

„Die Verwaltung hat uns bereits signalisiert, dass sie unsere Initiative bei den kommunalen Friedhöfen unterstützen wird“, gibt Elisabeth Rüve das Ergebnis von Gesprächen mit Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer , der Ersten Beigeordneten Maria Lindemann sowie den Fachbereichsleitern Spille und Denker wieder. Auch sei die Anregung zur weiteren Beratung an die Ratsfraktionen gegangen.

Was die kirchlichen Friedhöfe anbelangt, so hätten die beiden Pfarrer Holger Erdmann (Ev. Kirchengemeinde Borghorst) und Markus Dördelmann (Katholische Kirchengemeinde) die Initiative grundsätzlich ebenfalls befürwortet. Auf die Ev. Kirchengemeinde Burgsteinfurt will die Seniorenbeiratsvorsitzende ebenfalls zugehen und hofft auch von dieser Seite auf Unterstützung für das Vorhaben.

Der Beirat könnte es sich gut vorstellen, dass zunächst auf den kommunalen Friedhöfen mehrere Stelen als Solitärsäulen aufgestellt werden. Das nächstgelegene Beispiel findet sich auf dem Friedhof Föhrendamm in Emsdetten. Dort seien in einem sehr ansprechenden Umfeld Doppelstelen eingerichtet worden. Ganze Urnenwände, wie zum Beispiel in der Nachbarstadt Ochtrup, seien wegen ihrer Größe aus Sicht des Beirats weniger geeignet, so Elisabeth Rüve. Die Vorsitzende hat bereits Kontakt zu einschlägigen Firmen aufgenommen und sich auch zusammen mit weiteren Vorstandsmitgliedern ein Bild von existierenden Stelen gemacht. Sie und mit ihr der gesamte Vorstand des Seniorenbeirats hoffen nun auf eine baldige Verwirklichung der Anregung. Ein (Mit-)Bestimmungsrecht gibt es dabei nicht: Der Beirat verfügt lediglich über eine beratende Funktion, versteht sich als Bindeglied zu Verwaltung und Politik.

Zum Thema

Zum Stichwort „Angebote für Senioren in der Kreisstadt Steinfurt“ weist der Seniorenbeirat auf eine Liste von Vereinen, Verbänden und anderen Institutionen hin, die er erstellt hat. Sie kann bei Elisabeth Rüve (Telefon 0 25 51/21 70) oder den übrigen Vorstandsmitgliedern kostenlos angefordert werden.

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