Wo bleiben die nachtaktiven Insektenjäger nach dem Abbruch?
Mehlwurmkur für Mopsfledermäuse

Borghorst -

Die lärmgeplagten Nachbarn sind nicht die einzigen, die sich über das Ende der Abbrucharbeiten auf dem Arnold-Kock-Gelände freuen. Auch die letzten direkten Bewohner der inzwischen in Schutt und Asche gelegten Fabrikhallen dürften nun stressfreier auf ihre nächtlichen Beutezüge gehen. Axel Donning geht jedenfalls davon aus, dass sich die seltenen Mopsfledermäuse und ihre Kollegen inzwischen in die von den Baggern verschonten Gebäude zurückgezogen haben. „Unsere Aufgabe ist es jetzt, herauszufinden, was da genau los ist“, sagt der diplomierte Landschaftsökologe und Fledermausexperte.

Donnerstag, 17.05.2018, 16:05 Uhr

Der Abbruch auf dem Arnold-Kock-Gelände ist so gut wie abgeschlossen. Wie ihn die Fledermäuse überstanden haben, darüber gibt es bislang keine Klarheit.
Der Abbruch auf dem Arnold-Kock-Gelände ist so gut wie abgeschlossen. Wie ihn die Fledermäuse überstanden haben, darüber gibt es bislang keine Klarheit. Foto: Axel Roll

Er beobachtet die Populationen in städtischem Auftrag schon seit Monaten. Was Donning derzeit noch nicht weiß: Haben die Nachtjäger die über 100 extra vom Schreiner gezimmerten Kästen für ihren Tagschlaf auch tatsächlich angenommen? Bei den letzten Inspektionsgängen fand Donning die Tiere eher in Mauerlücken und hinter aufgeplatzten Lackblasen an den Wänden. „Wir gehen davon aus, dass sich die Fledermäuse aber auf jeden Fall in den kleineren Gebäudeteil zurückgezogen haben“, schätzt der Landschaftsökologe.

Beim jüngsten Fang gingen ihm sieben der daumengroßen Mopsfledermäuse ins Netz. Das entspricht ungefähr einem Drittel des Gesamtbestandes auf dem Kock-Gelände. Um den Insektenfressern weiteren Stress zu ersparen, hat sie Axel Donning bis zum Ende der Bauarbeiten „aus dem Spiel genommen“, wie er schmunzelnd sagt. Die paar flugfreien Tage in Gefangenschaft konnten sich die Tiere mit einer Mehlwurmkur verkürzen.

Wie sich die anderen Arten mit der neuen Situation arrangiert haben, kann Donning noch nicht sagen. Er geht davon aus, dass es bei einem der nächsten Fangeinsätze Klarheit darüber gibt. Zahlreich vertreten war in den Fabrikhallen bislang zum Beispiel die relativ häufig vorkommende Zwergfledermaus.

Das größte Rätsel, das den Landschaftsökologen auf dem Websaal-Gelände im Augenblick beschäftigt, kam ihm in der alten Schlosserei am Marienhospital-Parkplatz in die Quere. Axel Donning: „Wir haben in dem Glashaus eine ganze Menge Molche gefunden. Wie die dort hingekommen sind, das weiß kein Mensch.“ Der Experte vermutet, dass der viele Regen, der durch die zersplitterten Scheiben in das Gebäude eingedrungen ist, mit der Zeit einen kleinen See gebildet hat. Aber wie der dann von den Molchen gefunden wurde? „Keine Ahnung.“ Axel Donning geht davon aus, dass die Amphibien jetzt eingesammelt und an einem für sie schöneren Ort wieder freigelassen werden.

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