Wohnbebauung auf dem ehemaligen Gelände des Kreisbauhofs am Telghauskamp
Zurück zur ursprünglichen Planung

Burgsteinfurt -

Die knappe Mehrheit, mit der die SPD-Kreistagsfraktion Anfang März noch einmal eine grundsätzliche Überarbeitung der nahezu beschlussreifen Bebauungspläne für das ehemalige Gelände des Kreisbauhofs am Telghauskamp durchgesetzt hatte, ist wieder gekippt.

Freitag, 18.05.2018, 16:05 Uhr

Die ehemaligen Anlagen der Kreisbauhofs am Telghauskamp sind bereits abgetragen. Zurzeit laufen letzte Arbeiten, den Bauschutt zu Schotter zu schreddern. Dann ist das Gelände reif für eine Wohnbebauung.
Die ehemaligen Anlagen der Kreisbauhofs am Telghauskamp sind bereits abgetragen. Zurzeit laufen letzte Arbeiten, den Bauschutt zu Schotter zu schreddern. Dann ist das Gelände reif für eine Wohnbebauung. Foto: Drunkenmölle

Im jüngsten Bauausschuss sind die Kreispolitiker zu den ursprünglichen, bereits mit der Stadt Steinfurt entwickelten Entwürfen zurückgekehrt.

Beabsichtigt ist, auf dem knapp 6000 Quadratmeter großen Areal, von dem rund 1400 Quadratmeter an die DLRG-Ortsgruppe verpachtet sind, Wohnraum und Planungsrecht für neun Baugrundstücke für Ein- oder Zweifamilienhäuser auf etwa 450 Quadratmeter großen Grundstücken zu schaffen.

Quasi kurz vor Toresschluss hatten die Sozialdemokraten im Bauausschuss des Kreises ihre Bedenken geäußert. Ihnen fehlten innovative und alternative Konzepte. Insbesondere lag ihnen am Herzen, Familien mit knappem Budget Möglichkeiten zu schaffen, ihren Traum vom eigenen Haus zu verwirklichen.

Wie bereits in der März-Sitzung machte Kreisbaudezernent jetzt noch einmal klar, dass es für den Kreis, der Eigentümer der Fläche ist, keine Alternative zu den ersten Entwürfen gibt. Ausdrücklich hatten Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer und Planungsamtsleiter Stefan Albers in Schreiben an den Kreis darauf hingewiesen, dass es in Burgsteinfurt mittlerweile eine deutlich größere Nachfrage nach Wohnungseigentum als nach Mietobjekten „am freien Markt“ gibt. Die Nachfrage nach öffentlich geförderten Mietwohnungen sei bereits an anderen Stellen bedient worden.

Sowohl Niederau als auch Wilfried Grunendahl , Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, hatten wiederholt darauf hingewiesen, dass die Pläne umfangreich mit der Stadt Steinfurt erörtert worden seien und es dem Kreis nicht zustehe, in das Planungsrecht einer Kommune einzugreifen. Zudem sei es äußerst problematisch, eine alternative Architektur in dem gewachsenen Wohnumfeld zu realisieren. Das würde wie ein Fremdkörper wirken.

„Etwas anderes ist mit der Stadt nicht zu machen“, wollte Niederau die Debatte beenden. Er fügte an: „Wir entwickeln hier doch keine Konzepte für den Papierkorb.“ Grunendahl pflichtete ihm bei: „Alles andere wird dazu führen, dass dort nichts passiert.“

Kopfschütteln daraufhin bei SPD und Grünen. Gitta Martin (SPD) entgegnete: „Als Grundstückseigentümer haben wir auch Rechte.“ Hermann Stubbe (Grüne): „Die Verwaltung hat den vorangegangenen Beschluss schlichtweg ignoriert.“

UWG-Vertreter Felix Thiemann („Uns sind die Hände gebunden.“) lenkte anschießend genauso wie der Sprecher der Linken, Andreas Neumann („Wir wollen zu Potte kommen. Die Stadt Steinfurt sieht den Bedarf nicht. Das müssen wir akzeptieren.“) ein. Am Ende musste auch Gitta Martin einsehen: „Wir kommen nicht weiter. Und wir wollen uns nicht stur stellen.“

Ein Zugeständnis konnten die Kritiker der Pläne den Befürwortern dann doch noch abringen: Die Grundstücke sollen nicht verkauft, sondern in Erbpacht vergeben werden. Der Beschlussvorschlag wurde einstimmig verabschiedet.

Kreisausschuss und Kreistag werden die Sache abschließend am 5. Juni beziehungsweise 9. Juli beraten. Läuft anschließend alles rund, könnte möglicherweise schon im kommenden Jahr gebaut werden.

Der Kreis will das Gelände in eigener Regie erschließen und anschließend auch vermarkten.

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