Schädlingsbekämpfung Eichenprozessionsspinner
Saugen und Verbrennen

BurgSteinfurt -

Mundschutz, Brille, Overall, lange Handschuhe, Stiefel: In Vollschutz gehüllt steigt Ralf Willers in den Hubsteiger und fährt hin­auf ins Geäst der Eiche, die an der Schule am Bagno steht. Er zeigt auf eine Astgabel mit weißem Gespinst – eines der drei Nester des Eichenprozessionsspinners, der den Baum befallen hat. Der Mitarbeiter der Firma Allendorf greift zum Sauger und – schwupps – ist das Nest verschwunden.

Donnerstag, 07.06.2018, 16:24 Uhr

Mit dem Sauger rückt der Mitarbeiter des Nordwalder Forstbetriebs Allendorf den Eichenprozessionsspinner-Raupen zu Leibe. Deren Härchen lösen teils heftige allergische Reaktionen aus.
Mit dem Sauger rückt der Mitarbeiter des Nordwalder Forstbetriebs Allendorf den Eichenprozessionsspinner-Raupen zu Leibe. Deren Härchen lösen teils heftige allergische Reaktionen aus. Foto: Schippers

Eine Prozedur, die Willers derzeit täglich hundertfach durchexerziert. Und obwohl er in einen Schutzanzug gehüllt ist, ganz ohne Blessuren in Form von Hautreizungen gehen die Dauereinsätze nicht vonstatten. „So gut kann man sich gar nicht einpacken, dass die Härchen nicht doch irgendwo durchkommen“, sagt Willers und zeigt auf seinen geröteten Unterarm. „Da kommt abends ein bisschen Salbe drauf und dann geht es schon“, sagt er. Der Mitarbeiter des Nordwalder Forstbetriebs ist hart im Nehmen.

Der Eichenprozessionsspinner, genauer die allergieauslösenden Raupen, halten die Allendorf-Arbeiter derzeit gehörig in Atem. „Wir sind überall im Kreisgebiet im Einsatz“, berichtet Willers. An diesem Donnerstag in Steinfurt. Nachdem am Vormittag an mehreren Stellen in Borghorst dem Schädling der Garaus gemacht wurde, ist nun Burgsteinfurt dran. Nach der Schule am Bagno geht es noch zum Timmerkamp und zum Outlaw-Kindergarten. Und am Freitag zu weiteren Befallsstellen. Die meisten erreicht er mit dem Hubsteiger, „aber es muss auch mal geklettert werden“, sagt Willers und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Schädlingsbekämpfung ist bei den Temperaturen beileibe keine angenehme Arbeit. Die angesaugten Raupen landen in einem auf dem Wagen installierten Sammelbehälter. Ihnen droht der Tod in der Verbrennungsanlage. Willers hat einen Befall in solcher Intensität noch nie in seiner Laufbahn erlebt – und er ist schon seit 1985 im Betrieb. In den letzten drei oder vier Jahren habe sich der Schädling stark verbreitet. „Aber wir tun, was wir können“, lacht er – und greift wieder zum Sauger, wie an jedem Tag in den vergangenen drei Wochen.

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