30 Jahre Pflegedienst „Mobilé“
Motivation ist nicht das Problem

Burgsteinfurt -

Der Demenzparcours hat mehrere Stationen. Am Beispiel von „Erna“, einer erfundenen Figur, fühlt sich das Publikum des „Mobilé“-e.V. in die Welt eines Demenzkranken ein. Der Pflegedienst feiert Geburtstag, er wird 30 Jahre alt. Den Tag der offenen Tür am Sonntag besuchten Menschen, denen klar ist, dass jeder in die Situation kommen kann, die Dienste in Anspruch zu nehmen.

Sonntag, 24.06.2018, 14:04 Uhr

Standen dem Publikum am Sonntag für Fragen zur Verfügung (v.l.): Ute Nefigmann Bärbel Ceinorius, Lisa Deiters und Petra Edler-Tenbrink vom Vorstand, Jennifer Möllers, Anke Bresler und Tim Scheipers von der Geschäftsleitung und Pflegedienstleiterin Ute Ajal.
Standen dem Publikum am Sonntag für Fragen zur Verfügung (v.l.): Ute Nefigmann Bärbel Ceinorius, Lisa Deiters und Petra Edler-Tenbrink vom Vorstand, Jennifer Möllers, Anke Bresler und Tim Scheipers von der Geschäftsleitung und Pflegedienstleiterin Ute Ajal. Foto: nix

Erna ist überzeugt, mittags kochen zu müssen. Dabei wird ihr längst „Essen auf Rädern“ serviert. Sie weiß nicht mehr, wie das mit dem Essen geht. Wie kommt das Fleisch in den Mund? Tausenderlei Dinge, die ein Gesunder problemlos erledigt, geraten für einen Dementen zur unlösbaren Aufgabe. Erna hat eine Tochter, nur: Wo wohnt die denn noch gleich?“

Mit praktischen Übungen auf dem Demenzparcours wird demonstriert, wie schwer das Leben sein kann. Zum Beispiel, wenn einfach nur die Knöpfe eines Kittels zugeknöpft werden sollen. Als die Gäste einen großen Handschuh dazu nehmen, verstehen sie, wie schwierig es sein kann.

Ingeborg Rowedda und sechs Mitstreiterinnen schlossen vor drei Jahrzehnten mit der Mobilé-Gründung eine Versorgungslücke. Damals war es der einzige Pflegedienst vor Ort. Wie sollten sich Menschen helfen, die gerade aus dem Krankenhaus entlassen wurden? Mobilé half in pflegerischer, hauswirtschaftlicher und sozialer Hinsicht.

Im Laufe der Jahre entwickelten sich Einrichtung und Angebote weiter. Schon lange gibt es neben der ambulanten Pflege ein Tagespflegehaus für zwölf Gäste, eine Wohngemeinschaft für zehn Menschen mit demenziellen Erkrankungen, Betreutes Wohnen und mehr. 2006 wurde die Geschäftsführung an Anke Bresler, Jennifer Möllers und Tim Scheipers übergeben.

Das Publikum bekam am Sonntag Gelegenheit, Mobilé in zwangloser Atmosphäre kennenzulernen. Rundgänge führten zu den wichtigen Komponenten der Anlage, mit Kinderschminken und Luftballonwettbewerb waren auch die Jüngsten gut bedient. „Die angebotenen Leistungen zu erbringen, ist auf Grund der Kenntnisse und der Motivation des Teams gar kein Problem“, so Scheipers, „was uns wirklich zu schaffen macht, ist der Personalnotstand im Pflegebereich.“ Doch auch hier hat der Verein längst reagiert und bildet in der Altenpflege aus. Meilensteine in der Entwicklung des Vereins sind unter anderem 1992 die Eröffnung der Geschäftsstelle in der Burgsteinfurter Kirchstraße, die Eröffnung des Beratungsbüros an der Dumter Straße in Borghorst 1993, die Fertigstellung der ersten barrierefreien Wohnungen in Betreutem Wohnen 1995 und die Einrichtung der Wohngemeinschaft für Menschen mit demenziellen Erkrankungen 2005.

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