Max Lohmeyer wird 99 Jahre alt
Ein Kapitel Borghorster Stadtgeschichte

Borghorst -

Max Lohmeyer feierte am Sonntag seinen 99. Geburtstag. Das Leben des Borghorster Urgesteins steht für ein ganzes Kapitel Stadtteilgeschichte. Voller Begeisterung erzählt der Senior an seinem Wiegenfest den Gästen – unter ihnen auch der stellvertretende Bürgermeister Hans Günter Hahn – als Schwärme von Kiebitzen über den Feldern zu beobachten waren, sich die Feldlerchen in den Himmel schraubten und im Sommer viele Blumen und Kräuter auf den Wiesen und Feldern wuchsen.

Montag, 16.07.2018, 15:50 Uhr

Seinen 99. Geburtstag feierte am Wochenende das Borghorster Urgestein Max Lohmeyer (vorne M.). Zum Geburtstag kamen zahlreiche Gratulanten.
Seinen 99. Geburtstag feierte am Wochenende das Borghorster Urgestein Max Lohmeyer (vorne M.). Zum Geburtstag kamen zahlreiche Gratulanten. Foto: ka

Schon vor über 60 Jahren hat Lohmeyer die Gefahren und Bedrohungen der Natur erkannt und mit seinen Naturfilmen darauf hingewiesen. „Bei mir steht der Naturschutz immer noch ganz oben”, betont der Senior. In seine aktive Zeit fiel die Unterschutzstellung des Borghorster- und Emsdettener Venns. Trotz vieler positiver Beispiele – wie zum Beispiel die Rückkehr des Uhus – bedauert der Naturfreund den Rückgang der unzähligen Vogelarten, Schmetterlinge und Amphibien. Bei einem Rundflug mit dem Hubschrauber über das Münsterland, den ihm die Familie zum 99. Geburtstag geschenkt hatte, konnte der Naturschützer nur große Flächen Ackerland, Wirtschaftswege und etwas Gestrüpp erkennen.

Noch immer klingelt bei Lohmeyers das Telefon, wenn es um verletzte Tiere geht. Der Senior hat aber gute Freunde gefunden, die ihn bei der Arbeit unterstützen.

Im Februar 1960 heiratete Max Lohmeyer seine Frau Inge, mit der er seit vielen Jahrzehnten ein eingespieltes Team bildet. „Et wassen schöne Tieten“, sagt der Senior zum guten Miteinander. Zwei Kinder, sieben Enkel und der Urenkel Max Lohmeyer sind aus der Ehe hervorgegangen.

Das Geburtstagskind kam als dreijähriges Kind mit der Familie aus Schermbeck nach Borghorst. Der Vater eröffnete vor dem Krieg im Saal Garbrock das erste Stummfilmkino in Borghorst. Später wurde es von Recklingloh übernommen. Als gelernter Koch eröffneten Max und Inge Lohmeyer eine Milchbar, die später zu einer Gaststätte wurde. Zum 99. Geburtstag waren auch einige Mitglieder des Sparclubs gekommen, der sich 1970 bei Lohmeyers gegründet hatte und es wurden Erinnerungen an die schöne Ausstattung der Räume mit Finken in einer Voliere, bunten Fischen in drei Aquarien und vielen Grünpflanzen geweckt. „Hier ist kein Wartesaal“, erinnerte sich ein alter Sparclubfreund an einen Spruch des „knurrigen Max“ – wie man den Koch und Wirt nannte – wenn man zu lange vor einer Cola saß. Ganz begeistert waren die Männer noch immer von den leckeren Jägerschnitzeln, die Lohmeyer zubereitete. „Im nächsten Jahr feiern wir zusammen den 190. Geburtstag“, freut sich Inge Lohmeyer schon jetzt. „Max wird 100 und ich 90.“

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