26-jähriger Burgsteinfurter wurde von seiner Ex-Freundin zum Überfall gedrängt
Drei Jahre Haft für Tankstellenräuber

BurgSteinfurt/Münster -

Für den Raubüberfall auf die Avia-Tankstelle am Blocktor muss ein 26-jähriger Burgsteinfurt für drei Jahre ins Gefängnis. Das urteilte am Mittwoch die 3. Große Strafkammer am Landgericht Münster.   Foto:

Mittwoch, 05.09.2018, 21:46 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 05.09.2018, 16:52 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 05.09.2018, 21:46 Uhr
26-jähriger Burgsteinfurter wurde von seiner Ex-Freundin zum Überfall gedrängt: Drei Jahre Haft für Tankstellenräuber
Foto: dpa

Am 25. Januar vergangenen Jahres hatte der Mann gegen 19.30 Uhr den Kassenraum der Tankstelle mit einem Schalke-Schal vermummt betreten – während seine damalige Freundin an der Straße Schmiere stand. Zweimal forderte er von dem Kassierer „Geld her!“ und unterstrich seine Forderung mit einer Softair-Pistole, die einer echten Heckler & Koch P30 zum Verwechseln ähnlich sah. Nachdem der Angestellte 535 Euro aus der Kasse in einem Kulturbeutel verstaut hatte, floh der Burgsteinfurter zu Fuß. Erst nach wochenlanger Fahndung kam ihm die Polizei auf die Spur und fand bei einer Wohnungsdurchsuchung unter anderem die beim Überfall benutzte Pistole und den Kulturbeutel.

Zur Verhandlung erschien der Angeklagte stark lädiert. „Mein Mandant hatte vor zwei Tagen einen Fahrradunfall“, erklärte sein Verteidiger die Verletzungen. „Aber er hat sich entgegen des ärztlichen Rates selbst aus dem Krankenhaus entlassen, um an der Verhandlung teilzunehmen.“

Tatsächlich erwies der 26-Jährige sich während der Beweisaufnahme als sehr kooperativ und reumütig. Auslöser für die Tat seien finanzielle Schwierigkeiten gewesen: Mit seiner damaligen Freundin habe er sich eine Wohnung genommen und dafür noch Kaution, Miete und Geld für die Übernahme von Schränken und Küchengeräten zahlen müssen. Beide hätten das ihnen zur Verfügung stehende Geld aber schon für Drogen und Glücksspiele ausgegeben.

Daraufhin sei seine Freundin zunächst auf die Idee gekommen, sie könnten ja Leute überfallen, die nachts aus der Kneipe kommen. „Ich sollte die verprügeln, sie wollte sie dann ausrauben.“ Weil er aber niemandem habe weh tun wollen, sei die Idee des Tankstellenüberfalls geboren worden. „Ich hatte nicht vor, mit der Waffe zu schießen und jemanden zu verletzen“, beteuerte der Angeklagte und versicherte, die Pistole nicht einmal entsichert zu haben.

Als der Plan in die Tat umgesetzt werden sollte, habe er noch einige Male einen Rückzieher machen wollen. „Ich konnte das einfach nicht.“ Erst als seine Ex-Freundin ihn massiv mit Sätzen wie „Du Feigling“, „Große Klappe, nichts dahinter“ und „Du liebst mich nicht“ massiv unter Druck gesetzt habe, habe er den Überfall mit zitternden Händen durchgezogen. In einer anderen Verhandlung war die Ex übrigens schon wegen Beihilfe zu zwei Jahren Haft, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt worden. „Das ist kein Bagatelldelikt“, wies der Richter vor der Urteilsverkündung auf das Strafmaß für räuberische Erpressung hin, das bei fünf bis 15 Jahren Gefängnis liegt. Bei dem Burgsteinfurter sah das Gericht aber einen minderschweren Fall: Der Angeklagte habe die Tat von Anfang an gestanden und nichts beschönigt, habe sich bei seinem Opfer aufrichtig entschuldigt und glaubwürdig Reue gezeigt. Außerdem sei seine Tat nicht von erheblicher Brutalität gekennzeichnet gewesen. „Aber die drei Jahre müssen es schon sein“, wies der Richter den Antrag des Verteidigers zurück, eine Strafe von nur zwei Jahren auf Bewährung zu verhängen.

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