Wasserrad der Niedermühle dreht sich nach mehr als zwei Jahren wieder
Ein „herrliches“ Klappern

Burgsteinfurt -

Um Punkt 17.04 Uhr ist es am Montagabend so weit – Nachdem alle Sicherungen gelöst und der Schieber geöffnet ist, setzt es sich in Bewegung: Zuerst kaum merklich, dann immer schneller.

Mittwoch, 12.09.2018, 15:46 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 11.09.2018, 17:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 12.09.2018, 15:46 Uhr
Gut in Schwung: Die Dynamik des sich drehenden Wasserrads der Niedermühle offenbart sich selbst auf dem Foto. Martin Mondorf (l.), sein Sohn Philipp (r.) und Mühlenbaumeister Gert Möller schauen fasziniert zu.
Gut in Schwung: Die Dynamik des sich drehenden Wasserrads der Niedermühle offenbart sich selbst auf dem Foto. Martin Mondorf (l.), sein Sohn Philipp (r.) und Mühlenbaumeister Gert Möller schauen fasziniert zu. Foto: Ralph Schippers

So schnell gar, dass Martin Mondorf die unterschlächtig geführte Wasserzufuhr wieder drosseln muss. Nach mehr als zwei Jahren dreht es sich erstmals wieder: Das Wasserrad der Niedermühle.

Und die beteiligten Akteure lächeln: Auch Vater und Sohn Mondorf, sonst eher introvertiert, strahlen über das ganze Gesicht. Freude, die mehr als berechtigt ist. Denn der Weg bis zum nunmehr renovierten Mühlenrad war lang. Jetzt fallen dem Inhaber Philipp Mondorf und seinem Vater regelrechte Steine vom Herzen. „Herrlich“, sagt Martin Mondorf beim Anblick des Rads, das sich alle Mühe gibt, das sprichwörtliche „Klappern am rauschenden Bach“ auch zum Besten zu geben.

Rund 11 000 Euro und darüber hinaus viele Stunden ehrenamtlicher Sanierungsarbeit – letztere galt den historischen Schaufeln, die mehr als hundert Jahre auf dem Buckel haben – sind von den Mondorfs, mit im Boot war auch der Bruder von Martin Mondorf, investiert worden, bis dieser Moment Wirklichkeit geworden ist. Das wollen die Besitzer der Niedermühle nun auskosten: Wann immer es Wetter- und Wasserverhältnisse es zulassen, soll sich das Mühlenrad fortan drehen – und das Auge des Betrachters erfreuen. Damit es dies möglichst lange tut, haben die Mondorfs Vorkehrungen getroffen: Das Holz ist besonders hart, die Konstruktion schwerpunktmäßig nicht auf Authentizität, sondern auf Haltbarkeit ausgelegt. Und schließlich haben die Inhaber beim Einbau mit dem Fachbetrieb Möller auf das Wissen und das handwerkliche Können eines einschlägigen Fachbetriebs vertraut. Die Tischlerei aus Melle baute auch schon den Vorgänger ein und kennt sich mit der Materie aus.

Und so war das Anbringen der Schaufeln und das Austarieren des Wasserrads – die Felge selbst war schon in der vergangenen Woche eingebaut worden – für Mühlenbaumeister Gert Möller „zwar mit individuellen Herausforderungen verbunden“, aber letztlich doch „reine Routine“, wie er nach getanem Tagwerk offenbarte.

Und so dreht es sich nun wieder, das Steinfurter Wahrzeichen. Sehr zur Freude sicher auch des Heimatvereins, respektive der Mühlengruppe um Gottfried Bercks.

Die Heimatfreunde hätten sich zwar gewünscht, dass das schon zum Denkmaltag der Fall gewesen wäre. Aber das schlechte Wetter am Freitag davor verhinderte das Vorhaben. Sei‘s drum, das Ergebnis dürfte überzeugen.

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