Mountainbike | Transalp Slowenien: Ingo Nagel und seine Leidenschaft
Mutter Natur entschädigt für alles

Gronau -

Mit dem Mountainbike tagelang über die Berge, über Stock und Stein. Zum dritten Mal hat Ingo Nagel eine Transalp-Tour gemeistert – diesmal in Slowenien. Für alle Strapazen hat Mutter Natur den früheren Fußball-Keeper von Arminia Gronau entschädigt.

Samstag, 15.09.2018, 15:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 15.09.2018, 15:00 Uhr
Geschlaucht, aber happy: Ingo Nagel hat sein Ziel Triest an der Adria nach sechs strapaziösen Tagen, knapp 300 Kilometern sowie rund 6300 erklommenen Höhenmetern endlich erreicht
Geschlaucht, aber happy: Ingo Nagel hat sein Ziel Triest an der Adria nach sechs strapaziösen Tagen, knapp 300 Kilometern sowie rund 6300 erklommenen Höhenmetern endlich erreicht Foto: privat

Manches Mal zweifelt Ingo Nagel selbst, warum die Wahl ausgerechnet auf dieses Hobby gefallen ist. „Dass du mehrere Stunden am Tag einen Berg mit teils über zehn Prozent Steigung, mit Rucksack auf dem Buckel und Regen im Gesicht herauf strampelst, das kann ich mir auch nicht erklären“, grinst der 38-jährige Gronauer. Und doch tut er genau das. Zum dritten Mal nun schon. Weil die Belohnung für all die Strapazen beim Alpencross mit dem Mountainbike schlichtweg grandios sei. „Die Abfahrten herunter oder die Trails, also besonders schmale, anspruchsvoll zu fahrende Pfade, sind richtig genial“, gerät Ingo Nagel ins Schwärmen. „Und dazu kommen noch atemberaubende Landschaften.“

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In diesem Fall war es die slowenische Natur, die den früheren Torwart von Arminia Gronau rund eine Woche mit Postkarten-Panorama auf seiner Transalp-Tour von Villach bis nach Triest nachhaltig beeindruckte. „Im Vergleich zu Österreich ist Slowenien von der Natur wesentlich schroffer und touristisch noch nicht so erschlossen.“ Und ein wenig verliebt hat sich der Mountainbiker auch. „Das Türkis des Flusses Soča war einfach cool.“

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Apropos Natur: Sie ist nicht nur des Mountainbikers schönster Begleiter, sondern manchmal auch ein nerviger Widersacher. Denn als Ingo Nagel die ersten der insgesamt knapp 300 Kilo- und 6300 Höhenmeter in Angriff nehmen will, macht der Sonntag seinem Namen alles andere als Ehre. „Die gute Nachricht für die Karnischen Alpen: Zum ersten Mal seit drei Monaten hatte es geregnet“, erzählt der Gronauer. „Das Blöde daran: Nach nur zehn Minuten war die komplette Gruppe trotz aller Regenschutzkleidung komplett durchnässt.“ Und genau so erreichte auch Nagel die slowenische Grenze.

Erste Tour ging von Garmisch bis zum Gardasee

An den nächsten zwei Tagen wurde das Wetter besser, die Wege weniger – wenn man sie als solche überhaupt erkennen konnte. Immer wieder mussten auch Schiebe- und sogar Tragepassagen mit dem Bike eingelegt werden. Denn auch das gehört auf solchen Touren dazu. Für Ingo Nagel nichts Außergewöhnliches, denn es war bereits seine dritte Transalp. Begonnen hat er vor vier Jahren mit einem Klassiker, von Garmisch bis zum Gardasee. 2017 hat der 38-Jährige dann gemeinsam mit Britta Röwer die Strecke von St. Anton bis zum Comer See bewältigt. „Die Idee ist aus einer Laune heraus entstanden“, erinnert sich Nagel. Röwer war Trainerin der Fußballerinnen von Fortuna Gronau, Ingo Nagel der Betreuer.

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Exakt 215 Tage hatte er sich damals auf diesen Trip vorbereitet. „Dieses Jahr habe ich die Tour nur ganz spontan geplant. Da blieben noch nicht einmal zwei Wochen Zeit“, kann Ingo Nagel jetzt darüber lachen.

Pannen und Reparaturen gehören dazu

Doch entlang der Soća von Kobarid über Tolmin wird dem Mountainbiker viel abverlangt. Mal zwickt das Knie, dann hakt es am Rad – oder umgekehrt. „Plattfüße gibt es immer mal“, meint Nagel. Dabei bleibt es aber eben nicht immer. „Meine Schaltung hatte sich verstellt. Bremsbeläge mussten aufgrund des Verschleißes auch erneuert werden.“ Ein Zwischenstopp in der Werkstatt ist nicht unüblich. „In Slowenien ist es zum Glück relativ günstig.“ Im Gegensatz zu seinem Hobby. Alleine das Bike kostete einen vierstelligen Betrag, „das war damals aber noch ein Schnapper“, stellt der Gronauer klar. Viel wichtiger sei, nicht an der falschen Stelle zu sparen – im wahrsten Sinne des Wortes: „Gute Radhosen sind bei sechs Tagen im Sattel wichtig. Sonst scheuerst du dir alles wund. Wirklich alles.“

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Den einzigen Luxus, den sich Ingo Nagel auch auf dieser Tour gönnt: Andere bekommen einen GPS-Tracker in die Hand gedrückt und sind auf sich allein gestellt. Er lässt sein Gepäck bis zum nächsten Hotel transportieren. Und das ist auch besser so, denn auf der Zielgeraden wird es zunächst noch einmal richtig strapaziös. Auf der vorletzten Etappe wird das Terrain wellig, das Wetter heiß. „Das hat geschlaucht“, nimmt Ingo Nagel anschließend die rasante Abfahrt gerne in Kauf. Am Ende geht es aus den Alpen heraus Richtung Adria. Kurzum: Das Ziel Triest rückt am Tag darauf bei erst prasselndem Regen, dann schwülen 28 Grad näher – und wird nach weiteren rund 50 Kilometern endlich auch erreicht.

Ingo Nagel hat noch nicht genug

Ganz zufrieden ist Ingo Nagel trotzdem nicht: „In Slowenien hat der halbe Liter Bier rund zwei Euro gekostet. In Italien sind es direkt fast fünf“, lacht der Gronauer – und hat bereits das nächster Abenteuer im Sinn: „Vielleicht ein Alpencross durch die Dolomiten. Vielleicht auch wieder mit Britta. Aber definitiv mit einer längeren Vorbereitung als nur anderthalb Wochen.“

Mit Guide und Gruppe durch die Alpen

Seine drei Transalp-Touren hat Ingo Nagel nicht alleine bewältigt. Gefahren werden die Passagen in Gruppen mit zwölf bis 24 Personen – Guide inklusive. „Meiner hieß – wie übrigens schon im letzten Jahr – Stefan. Und der hatte jede Menge Tipps zur Fahrtechnik parat, kannte sich richtig gut aus. Ich kann solch eine Tour nur jedem empfehlen.“Zumal selbige je nach individuellen Bedürfnissen der Biker in einer Sport- und Light-Variante angeboten werden, die sich vom Schwierigkeitsgrad her nochmals unterscheiden. Alle starten mit einem gemeinsamen Abendessen. Ums Gepäck muss sich niemand kümmern, das wird vorgefahren. Ingo Nagel: „Die Auswahl der Hotels war ebenfalls klasse. Es hat alles super gepasst. Da darf ich sicherlich auch den Anbieter Bikezone mal empfehlen. Für alle, die wie mich damals die Lust packt.“

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