Erfolgreiche Premiere des Musicals „tick...tick...boom!“ im Steinfurter Kino
Countdown für Künstlerkarriere

Burgsteinfurt -

Die Musical Company überzeugte bei der Premiere – und der Spielort, das Kino in Steinfurt, war hervorragend: passende Große und tolle Atmosphäre.

Dienstag, 18.09.2018, 16:46 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 16.09.2018, 15:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 18.09.2018, 16:46 Uhr
Die Musical-Company-Akteure Melanie Körner, Daniel Lücke und Jonas Mevert überzeugten bei ihrem Auftritt im Steinfurter Kino auf ganzer Linie.
Die Musical-Company-Akteure Melanie Körner, Daniel Lücke und Jonas Mevert überzeugten bei ihrem Auftritt im Steinfurter Kino auf ganzer Linie. Foto: cm

Um gleich mal Entwarnung zu geben: Zum explosiven „Boom“ kam es bei der Premiere des neuen Stückes der Musical Company im Steinfurter Kino nicht. Trotzdem tickt es heftig und unbarmherzig im Leben des Protagonisten Jon, der angesichts seines bevorstehenden 30. Geburtstags mächtig unter Entscheidungsdruck gerät. Die zentrale Frage, nämlich ob er weiterhin an seinem entbehrungsreichen Traum, dem Komponieren von Musicals festhalten, oder sich einen Brot-Job suchen soll, singt er voller Zweifel: „Träume leben, oder nicht?“

Jonathan Larson hat das Musical „tick, tick…boom!“ in den 1990er Jahren in New York geschrieben, wo es als seine persönliche Künstler-Biografie auch spielt. Witzigerweise gibt es auch bei der Steinfurter Musical Company einen wichtigen biografischen Überlapp, der die Auswahl des Stückes sicher mit beeinflusst hat: Regisseur und Hauptdarsteller Daniel Lücke wird demnächst 30 Jahre alt und kann sich daher bestens in die tickende Countdown-Situation einfühlen.

So wie Jon geht es vielen kreativ Begabten, die irgendwann vor der Entscheidung stehen, ob sie ihre Kunst zum Beruf machen sollen. Neben diesem individuellen Konflikt werden aber auch allgemein-gesellschaftlichen Aspekte angerissen, beispielsweise das Problem einer Familiengründung in Zeiten von prekären Beschäftigungsbedingungen und Zeitverträgen.

Aber zurück zur Story: Jon glaubt an sich und wartet auf den großen Durchbruch seines Musicals „Superbia“ bei einem Workshop. Sein bester Freund Michael, die Freundin Susan sowie seine Eltern haben jedoch die Geduld verloren und versuchen ihn mit gut gemeinten Ratschlägen auf den Weg zum geregelten Einkommen zu bringen.

Eine aktuelle deutsche Parallele zu dieser Thematik bietet Cluesos Song „Achterbahn“. Die 15 rockigen Lieder, die von Romuald Mevert (Keyboard), Jesse Mellin (E-Gitarre) und Kevin Hessel (Schlagzeug) absolut professionell begleitet werden, untermauern das vielschichtige Gefühlschaos des Protagonisten. Melanie Körner singt und verkörpert die Rolle des „American Girlfriend“ Susan sehr authentisch. Auch Jonas Mevert spielt den „Best Buddy“ mit einem großen emotionalen Repertoire und ausgezeichneten Gesangsqualitäten.

Den Mittelpunkt des Musicals, das ursprünglich nur für eine Person geschrieben wurde, bildet Daniel Lücke in ganzer Person. Seine mitreißende und zum Nachdenken anregende Interpretation des Jon überzeugt emotional und musikalisch auf ganzer Linie. Und man muss die Musical Company auch für die Wahl des Kino-Saals als Aufführungsort loben, die passende Größe und Atmosphäre machen „tick, tick…boom!“ zu einem bewegenden Erlebnis. Chapeau!

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Es gibt nur noch zwei Aufführungen – und zwar am Freitag und Samstag (21./22. September). Beginn ist um 20 Uhr. Tickets unter www.kino-steinfurt.de.

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