„Annie‘s Style“ in Südfrankreich
Indie-Pop aus dem Funkloch

Steinfurt -

Im südfranzösischen Limoux nahe der Pyrenäen nimmt die Band „Annie‘s Style“ derzeit ihre neue EP auf. Warum es die jungen Musiker in so eine entlegene Gegend für die Produktion verschlagen hat, verraten sie im Interview ebenso wie den Inhalt ihres neuen Werks.

Donnerstag, 20.09.2018, 16:24 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 19.09.2018, 23:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 20.09.2018, 16:24 Uhr
In einem Tonstudio am Rand der Pyrenäen nehmen „Annie‘s Style“ gerade ihre neue EP auf, die im kommenden Frühjahr erscheinen soll.
In einem Tonstudio am Rand der Pyrenäen nehmen „Annie‘s Style“ gerade ihre neue EP auf, die im kommenden Frühjahr erscheinen soll. Foto: Annies Style

Das Telefonat mit Simon Jöken und Benny Doedt ist nicht ganz einfach – es rausch und knirscht, einmal ist die Verbindung zu den beiden Mitgliedern der Band „Annie‘s Style“ sogar komplett unterbrochen. „Wir sind hier im Funkloch“, lacht Simon Jöken. „Aber das ist auch die Philosophie des Studios: Man soll hier ganz in Ruhe arbeiten können.“

Das Tonstudio, in dem die Bandmitglieder insgesamt 14 Tage lang an ihrer neuen EP arbeiten, liegt irgendwo im französischen nirgendwo, im Örtchen Limoux am Rand der Pyrenäen, nahe der Stadt Carcassonne.

Wieso fährt eine Band, deren Mitglieder aus Steinfurt und Münster kommen, in so eine entlegene Ecke, um eine Platte aufzunehmen? „Ein Kommilitone von der Musikhochschule arbeitet dort“, erklärt Simon Jöken, der bei „Annie‘s Style“ für die Gitarrensounds zuständig ist. Das „Limusic-Studio“ ist noch im Aufbau, Annie‘s Style ist die erste Band, die dort aufnimmt.

Insgesamt sechs Songs nehmen Simon Jöken, Benny Doedt (Schlagzeug), Julius Furth (Keyboards), Stephan Schiller (Bass) und Sängerin Helen Stegemann für ihre mittlerweile zweite EP auf, die tanzbaren Indie-Pop beinhalten. Fünf davon waren schon weitgehend fertig, Nummer sechs entstand beim „Betriebsausflug“. „Wir hatten die meisten Stücke schon im Vorfeld sehr genau ausarrangiert, um im Studio keine Zeit zu verlieren“, erklärt Benny Doedt. Allein Nummer sechs, dessen Titel noch geheim ist und der auch der EP ihren Namen geben wird, existierte auf der Fahrt nach Frankreich nur als Idee in den Köpfen der Band.

Statt mit Sex, Drugs and Rock‘n‘Roll sind die Tage der fünf Musiker eher mit Arbeit gefüllt. „Wir haben heute zusammen gefrühstückt, jetzt arbeiten Helen, Julius und Stephan gerade an einem Song, während Simon und ich im Moment dabei sind, unsere Tour zu planen“, beschreibt Benny Doedt den Mittwochvormittag in Limoux.

Immerhin eines erinnert noch an einstige Rockchaoten: „Abends gibt es natürlich auch ein Bier.“ In den ersten Studiotagen hat die Band die Songs für die EP live eingespielt. „Um die Energie rüberzubringen“, sagt Simon Jöken. Seit Montag steht der Verfeinerungsprozess auf dem Stundenplan: Zusätzliche Tonspuren werden über die Tracks gelegt, „Overdub“ nennen die Musiker das. Dazu gehört auch, die Songs wieder und wieder zu hören. „Man muss aufpassen, dass man sich an den Songs nicht überhört – wir hören sie ja schon zum 500. Mal“, sagt Benny Doedt. Deshalb sei es gut, dass neben der Band auch noch zwei Tontechniker im Studio sind. „Die geben uns immer wieder auch musikalischen Input.“ Falls es innerhalb der Bandmitglieder doch mal unterschiedliche Vorstellungen beim Feinschliff der Songs gibt, wird so lange diskutiert, bis alle mit der Lösung leben können. „Aber meist sind wir uns einig.“

Die fertige EP soll im kommenden Frühjahr erscheinen, auf den üblichen Download-Plattformen und als gepresste Scheibe zum Anfassen. „Es gibt also keinen Grund, sie nicht zu kaufen“, lacht Benny Doedt.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6064346?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F
Lob kommt sogar vom CDU-Oberbürgermeister
Oberbürgermeister Markus Lewe (v.r.) begrüßte die SPD-Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson, die kommissarische SPD-Chefin Malu Dreyer und deren Mann Klaus Jensen.
Nachrichten-Ticker