McAirlaid‘s stellt auf Fachmesse einen neuen Zigarettenfilter vor
Wenige Wochen statt 15 Jahre

Borghorst -

Militante Nichtraucher sollten am besten jetzt direkt aufhören zu lesen – es geht hier um Zigaretten.

Montag, 24.09.2018, 16:33 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 22.09.2018, 00:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 24.09.2018, 16:33 Uhr
Fast 20 Jahre dauerte die Entwicklung des neuartigen Filters, der durch seine biologische Abbaubarkeit für eine deutlich geringere Umweltbelastung sorgen soll.
Fast 20 Jahre dauerte die Entwicklung des neuartigen Filters, der durch seine biologische Abbaubarkeit für eine deutlich geringere Umweltbelastung sorgen soll. Foto: McAirlaid

Das Borghorster Unternehmen McAirlaid‘s hat einen neuartigen Filter entwickelt, der am Wochenende auf der InterTabac 2018, der internationalen und weltweit größten Fachmesse für Tabakwaren und Raucherbedarf, in Dortmund vorgestellt wurde.

Mehr als die Hälfte aller aufgerauchten Kippen landen nach Schätzungen nicht im Mülleimer, sondern auf der Straße, in der Natur oder im Meer. In Zahlen könnten das bis zu 3,6 Billionen weltweit sein. An vielen davon hängt noch der Filter – und genau der macht Probleme: Zigarettenfilter bestehen in der Regel aus einem Gemisch aus Zellulose, Kunststoffen und Kleber. Bis sich dieses Gemisch zersetzt hat, können bis zu 15 Jahre vergehen.

Das Borghorster Unternehmen hat einen Filter entwickelt, der ausnahmslos aus Zellulose besteht. „Die darin liegenden Fasern gehen dank des patentierten Bondingverfahrens eine thermomechanische Bindung ein, die einzig durch Druck und Hitze entsteht. Die einzelnen Fasern werden punktuell so bearbeitet, dass unter diesen eine Faserfusion entsteht.

Weitere mechanische Verfahren formen das Material schließlich zu einem Zigarettenfilter“, beschreibt McAirlaid‘s selbst den Prozess der Herstellung.

Im Prinzip sei die Idee des rasch biologisch abbaubaren Filters schon vor 20 Jahren entstanden. Seitdem werde daran geforscht und entwickelt. „Da es sich hierbei um ein Produkt handelt, das in einem hochsensiblen Markt verortet ist, dauert es einfach etwas länger, bis hier ein allgemeiner Konsens erzielt wurde“, begründet das Unternehmen die lange Entwicklungszeit.

Für die klebe- und bindemittelfreien Zigarettenfilter werden Fasern der amerikanischen Kiefernart „Southern Pine“ verwendet, deren langen Fasern für den Gesamtherstellungsprozess am besten geeignet seien – der es schließlich ermögliche, dass sich die Filter, die den Namen „Genia“ erhalten haben, statt nach 15 Jahren bereits nach weniger Wochen aufgelöst haben. Und das ohne irgendwelche Rückstände, wie eine Prüfung nach DIN-Norm bestätigt hat. „Das Produkt könnte den Markt revolutionieren“, hoffen die Borghorster jetzt und bezeichnen es selbst als „bahnbrechende Entwicklung“.

Um den erwarteten Bedarf zu decken, wird in diesen Tagen ein weiterer Produktionsstandort in Selm eröffnet, bislang werden die McAirlaid‘s-Vliesstoffe, die als Basis für unterschiedliche Hygieneprodukte dienen, an den vier Standorten Berlingerode, Heiligenstadt (Deutschland), Tallinn (Estland) und Rocky Mount (USA) hergestellt.

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