LWL-Kulturdezernentin Barbara Rüschoff-Parzinger eröffnet Sitzmöbel-Ausstellung
Nur schweben ist schöner

Borghorst -

Da ist der Kuratorin Dr. Dagmar Kronenberger-Hüffer wirklich ein ganz großer Coup gelungen – und gleich ein dreifacher: Mit der neuen Ausstellung „Stühle aus der Löffler-Collection“ hat sie nicht nur so legendäre Bauhaus-Klassiker wie den MR 10 von Ludwig Mies van der Rohe nach Borghorst geholt.

Mittwoch, 26.09.2018, 16:35 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 24.09.2018, 17:06 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 26.09.2018, 16:35 Uhr
Barbara Rüschoff-Parzinger (l.) übergab eine stilisierte Geburtstagstorte als Start-Staffelstab an Dr. Dagmar Kronenberger-Hüffer
Barbara Rüschoff-Parzinger (l.) übergab eine stilisierte Geburtstagstorte als Start-Staffelstab an Dr. Dagmar Kronenberger-Hüffer Foto: Claudia Mertins

Es ist ihr ebenfalls gelungen, ein neues „Schätzchen“ für den eigenen Museumsbestand zu organisieren: Anlässlich der Ausstellung hat die Löffler Collection einen Stahlrohr-Kinderstuhl nach Originalskizzen von Heinrich Neuy gebaut und jetzt durch Simone Krach-Kestin übergeben. Und weil drittens diese Ausstellung auch noch den Auftakt der Veranstaltungsreihe „100 jahre bauhaus im westen“ macht, konnten sich das Borghorster Museums-Team und die Gäste über den Besuch von LWL-Kulturdezernentin Barbara Rüschoff-Parzinger freuen. Sie stellte das Heinrich-Neuy-Museum in eine Reihe mit 40 weiteren Kulturorten in NRW, die sich dem Bauhaus-Jubiläum unter der Thematik „Gestaltung und Demokratie“ nähern.

Nach einer Vorstellung des Programms und lobenden Worten für das feine, kleine Steinfurter Museum übergab sie eine bauhaustypisch gestaltete Geburtstagstorte als Start-Staffelstab an Dr. Dagmar Kronenberger-Hüffer.

Die einführende Rede hielt dann der Kölner Architekt, Dozent, Künstler und Kurator der Ausstellung Dr. Thomas Schriefers. Er hatte die Verbindung zwischen dem Heinrich-Neuy-Museum und der Löffler-Collection hergestellt, die Ausstellung aufgebaut und eine eigene Stühle-Collage mit ausgestellt. Nach einer pointierten, allgemeinen Einführung in die Bauhaus-Bewegung kam er auf den lokalen Künstler: „Neuy war einer jener jungen Menschen, die dem Ruf des Bauhauses folgten, um sich auf einen mehrfachen Perspektivwechsel einzulassen. Dazu gehörten Brüche sowie die Bereitschaft, Gestaltungsaufgaben grundsätzlich neu anzugehen. Die starke Motivation Neuys ist unverkennbar, betrachten wir nur den Entwurf seines Stahlrohr-Kinderstühlchens, welches sich in gezeichneter Form bis heute erhalten hat.“ Dass dieser fast neunzigjährige Entwurf nun dreidimensional zu bewundern ist, darüber freut sich keiner so sehr wie Neuy-Tochter Hedwig Seegers. Zwar fehlt dem Frischling die Patina, die die anderen Klassiker angesetzt haben, aber der Stil kann sich mit den Modellen von Marcel Breuer, Erich Dieckmann und Ludwig Mies van der Rohe durchaus messen.

Der Anspruch der Bauhaus-Ikonen, nämlich leichte, feingliedrige und elegante Möbel zu schaffen, ist in der dreigeteilten Ausstellung bestens dokumentiert. Der Einsatz von Stahlrohr und das damit mögliche Schwingen der Stühle erfüllt „die Sehnsucht nach der Leichtigkeit des Seins“, Marcel Breuers Fantasie gipfelt gar in dem berühmten Zitat „Es geht von Jahr zu Jahr besser. Am Ende sitzt man auf einer elastischen Luftsäule!“

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Öffnungszeiten: mittwochs bis freitags und sonntags jeweils von 11 bis 17 Uhr (bis 20. Januar 2019)

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