Martinsmarkt der Camphill-Dorfgemeinschaft
Martinsspiel ist das i-Tüpfelchen

Burgsteinfurt -

Die Vorbereitungen für das große Ereignis laufen schon seit Wochen auf Hochtouren: Am Sonntag öffnet die Camphill-Dorfgemeinschaft wieder ihre Tore zum großen Martinsmarkt. Mehrere Tausend Besucher werden auf dem Werkstattgelände in der Steintorfeldmark und auf dem Hof in Sellen erwartet.

Sonntag, 11.11.2018, 19:40 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.11.2018, 14:44 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 11.11.2018, 19:40 Uhr
Der hauseigene Christstollen ist eine der Spezialitäten, die beim Camphill-Martinsmarkt angeboten werden. Seit Wochen läuft die Produktion in der Bäckerei auf Hochtouren.
Der hauseigene Christstollen ist eine der Spezialitäten, die beim Camphill-Martinsmarkt angeboten werden. Seit Wochen läuft die Produktion in der Bäckerei auf Hochtouren. Foto: rs

Mit dem Radlader wird gerade der Staketenzaun für das Gänse-Gehege gebracht, auf dem nahe gelegenen Hof sortieren Mitarbeiter Elemente für die Holzbuden und drinnen im Werkstattgebäude laufen nicht nur, aber besonders in der Bäckerei, die Vorbereitungen für das große Ereignis auf Hochtouren: Am morgigen Sonntag öffnet die Camphill-Dorfgemeinschaft wieder ihre Tore zum großen Martinsmarkt.

Das Attribut „groß“ ist durchaus angebracht. „Wir erwarten je nach Wetter mehrere Tausend Besucher“, sagt Frank Höffer. Der Arbeitspädagoge ist Hauptorganisator des Markts, der weit über die Grenzen Steinfurts hinausstrahlt. Das liegt sicher auch an der Tradition, die er bei mittlerweile 19 Auflagen besitzt. Viel mehr aber dürfte es indes die Kombination aus Kunsthandwerk, Familienfreundlichkeit und Angebotsvielfalt sein, die den Vorweihnachtsmarkt so beliebt macht.

St. Martin – dieses Thema zieht vor allem auch die Kleinsten an. Dass diese auf ihre Kosten kommen, dafür lassen sich die Camphiller einiges einfallen. Vom Kerzen ziehen bis zum Stockbrot backen gibt es jede Menge Mitmachangebote. Dazu ist selten gewordene Handwerkskunst zu bewundern. „Wo kann man heutzutage noch einem Glasbläser oder Schmied bei der Arbeit zusehen?“, fragt Bastian Kratz. Der Camphill-Geschäftsführer hat selbst Kinder, die dem Markt in Sellen schon Wochen zuvor entgegenfiebern. „Die laden sich und ihre Freunde sozusagen selbst ein“, berichtet Kratz – und er legt in dieser Hinsicht noch eine Schippe drauf, wenn er sagt: „Zum Martinsmarkt kommen ganze Kindergärten zu uns.“

Apropos: Zwei Burgsteinfurter Kitas gestalten auch das Programm mit. Neben der nahen Outlaw-Kita an der Steintorfeldmark, die einen Kinderschminkstand anbietet, trifft dies auf den Kindergarten Friedenau zu. Er beteiligt sich am Martinsspiel, das in diesem Jahr erstmals aufgeführt wird. Als Abschluss des sonntäglichen Marktes ist dazu zunächst ein Laternenumzug vom Werkstattgebäude zum Hof Sellen 101 geplant. Musikalisch begleitet wird der Zug vom Blasorchester Hollich unter der Leitung von Julia Overesch.

„Wir rechnen mit rund 500 Teilnehmern“, sagt Kratz. Und er verspricht: „Es lohnt sich, dabei zu sein.“ Womit er natürlich vor allem auch die Aufführung des Martinsspiels selbst meint. „Es handelt sich um ein eingeprobtes Stück mit Sprecher“, betont Frank Höffer. Ins Zeug legen sich dafür Mitglieder des Reitvereins Pegasus.

Der Martinsmarkt gehört längst zum festen Bestandteil des Jahreskalenders der Dörfler. Mit den Jahren ist er immer mehr gewachsen. Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. „Wir haben noch Kapazitäten für weitere Angebote“, berichtet Höffer mit Blick auf die 20. Auflage im kommenden Jahr.

Ursprünglich ist es Intention gewesen, die Einrichtung der Öffentlichkeit näher vorzustellen. Der Bekanntheitsgrad von Camphill Steinfurt ist inzwischen auch in der näheren Umgebung so groß, dass diese Absicht nicht mehr nur der Grund für den großen Aufwand ist, der alljährlich von Höffer und seinem Helferteam betrieben wird. „Es geht vor allem darum, Berührungsängste abzubauen und das gemeinschaftliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung zu pflegen“, betont der Organisator. Dazu gibt es denn auch reichlich Gelegenheit. „Dank unserer vielen Angebote halten sich die Besucher nicht selten den ganzen Nachmittag bei uns auf – vom der Mittagessenszeit über den Kaffee bis in den frühen Abend“, weiß Kratz und weist insbesondere auf die vielen hauseigenen Produkte vom Martinsbrot bis zur Weihnachtskerze hin.

Beliebt ist der Martinsmarkt auch bei den Händlern – in diesem Jahr gibt es stolze 30 Stände in und an der Werkstatt. Viele halten der Veranstaltung schon seit Jahren die Treue. „Wir haben keine festen Standgebühren, diese werden vom Gewinn abhängig gemacht“, nennt Frank Höffer einen Grund dafür.

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Der Martinsmarkt der Camphill-Dorfgemeinschaft findet am morgigen Sonntag von 11 bis 17 Uhr auf dem Werkstattgelände, Steintorfeldmark, statt. Es schließt sich der Laternenumzug mit Martinsspiel auf dem Hof 101 an.

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