Ralf Heimann und Jörg Homering präsentieren Perlen des Lokaljournalismus
Lachen über sprachliche Patzer

Burgsteinfurt -

Sind Journalisten, die Meister des Wortes, unfehlbar? Die Antwort lautet natürlich „nein“. Irren ist menschlich und in den hektischen Alltag redaktionellen Daseins kann sich schon mal eine Formulierung einschleichen, die bei näherem Hinsehen keineswegs den Nagel auf den Kopf trifft.

Sonntag, 18.11.2018, 14:46 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 18.11.2018, 14:46 Uhr
Ralf Heimann (links) und Jörg Homering-Elsner verstehen es, kleine journalistische Fauxpas unterhaltsam zu präsentieren.
Ralf Heimann (links) und Jörg Homering-Elsner verstehen es, kleine journalistische Fauxpas unterhaltsam zu präsentieren. Foto: ka

Ralf Heimann und Jörg Homering-Elsner sind erfahrene Journalisten und legen gern den Finger in die Wunden missglückter Schlagzeilen. Ihre Publikationen unter Titeln wie „Perlen des Lokaljournalismus“ oder „Kurioses aus der Presseschau“ erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Da gibt es das „Preisgeld von 5000 Frauen“, das auf den Sieger einer Rallye wartet oder auch den Rentner, der „jeden Monat 150 Jahre dazuverdient“. Alles kleine Fauxpas, die Homering-Elsner zunächst einmal auf Facebook postete. Plötzlich gab es 300 000 Fans. Klar schlug sich die Sammlung von Überschriften und Fließtext-Zitaten in Büchern nieder. „Wer die Posts las, schickte uns oft selbst etwas zu“, so der Journalist. Da kam jede Menge Material nach.

Heimann und Homering-Elsner waren die Stargäste des zweiten Autoren-Treffs Steinfurt, einer Kooperation des Kulturforums, der Stadtbücherei und deren Förderverein. Das Publikum erlebte im Kaminzimmer der Bibliothek einen äußerst amüsanten Abend. Sie öffneten das Füllhorn ihrer gesammelten „Perlen“ und verblüfften damit Jung und Alt.

Vom Aufmacher bis zur Kleinanzeige, der Stoff geht nie aus. Wer hat je etwas von „Jagdrüsselmopswelpen“ gehört, die zum Verkauf stehen? Oder gar von einem nervenden Eichhörnchen, das die Polizei schließlich vorübergehend in Gewahrsam nehmen muss? Heimann las darüber hinaus aus seinem Buch „Die tote Kuh kommt morgen rein: Ein Reporter muss aufs Land“. Darin nahm er die ganz spezielle Dynamik einer Redaktion im ländlichen Raum aufs Korn. „Ich wollte etwas vom typischen Lokaljournalismus aufzeigen“; sagt der Autor.

Da werden dann zwei Maulwürfe und ihre Hügel vor dem Rathaus plötzlich zur dramatischen Plage. Irgendein Fass muss ja in der ansonsten so beschaulichen Provinz aufgemacht werden. Da kommen öfter mal stereotype Formulierungen wie „fürs leibliche Wohl ist bestens gesorgt“ vor, auch die „traditionelle Jahreshauptversammlung“ ist sehr beliebt.

Wer der Öffentlichkeit die Schwächen seiner Zunft präsentiert, muss sich gelegentlich den Vorwurf des „Nestbeschmutzers“ gefallen lassen. Doch darüber sind die beiden Autoren erhaben. Sind Fehler nicht absolut menschlich und sollte man über eigene Patzer nicht auch mal herzlich lachen dürfen?

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