Das neue Dreigestirn überlässt nichts dem Zufall
Foto-Stellprobe mit Suppenlöffel

Steinfurt -

Als Chef am Herd weiß Frank Hersping aus Erfahrung: Dem Zufall besser nix überlassen. Und so war es für den am Samstag proklamierten Stadtprinzen völlig klar, dass vor dem Fototermin mit Lichtbildner Eugen Oskamp für das offizielle Dreigestirn-Foto eine Stellprobe im heimischen Saal stattfinden musste. Zepter und Prinzenkostüm waren natürlich noch nicht zur Hand, aber wofür hat ein Koch die großen Vorlegelöffel in der Schublade liegen? Und für Prinzessin Anjas Blumenstrauß, da reichte die Topfpflanze von der Fensterbank. Ja, und für den Kasper von Zerri André, da gab es einen weiteren Riesenlöffel. 

Montag, 19.11.2018, 20:44 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 19.11.2018, 17:10 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 19.11.2018, 20:44 Uhr
Vor dem offiziellen Foto-Shooting fand im Saal der Gaststätte Hersping eine Stellprobe statt.
Vor dem offiziellen Foto-Shooting fand im Saal der Gaststätte Hersping eine Stellprobe statt. Foto: Eugen Oskamp

„Der Aufwand hat sich ausgezahlt“, schmunzelt Frank Hersping , „keine zehn Minuten, da waren wir im Fotostudio fertig.“ Das Bild hängt seit Samstag traditionsgemäß im Oskampschen Schaufenster. Seit dem Wochenende darf es nämlich jeder wissen: Frank und Anja Hersping sowie Zerri André Janning sind die Tollitäten der Session 2018/2019.

„Damit hat die Lügerei endlich ein Ende“, atmet André Janning tief durch. Der Zerri sah sich in den letzten Monaten besonders unter Druck: „Ich war Mitglied im Elferrat. Und da wurde von Anfang an wild spekuliert.“ Zumal das närrische Beratergremium drei Mitglieder zu viel hatte. . .

Anja und Frank hatten es da schon leichter. Auch sie mussten fast ein ganzes Jahr auf intensives Nachfragen an der Wahrheit vorbei schwadronieren. „Aber wenn ich dann gesagt habe, dass Frank als Küchenchef überhaupt keine Zeit für so was hat, da war dann immer Ruhe“, hatte sich Ehefrau Anja im Laufe der Zeit ein Universalargument zurecht gelegt.

Einmal Stadtprinz werden! Für Frank Hersping war das immer ein großer Wunsch gewesen. „ Karneval habe ich mit der Muttermilch eingesogen“, erzählt der 31-Jährige. Kein Wunder, schließlich ist die Gaststätte seiner Familie seit jeher Vereinslokal der Ostendorfer – wo traditionsgemäß gerne und daher viel Karneval gefeiert wird. „Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich als Steppke bei Stadtprinz Manni Brinkhaus auf dem Schoß gesessen habe“, weiß es der Junior-Chef noch wie heute.

Die entscheidende, wenn auch aus Vorstandskreisen beiläufig gestellte Frage, ob er denn in den nächsten Wochen einmal Zeit für ein Gespräch habe, die kam am Zweiten Weihnachtstag. „Da konnte ich mir fast schon denken, was da kommt“, erinnert sich der neue Stadt­prinz. Lange überlegen musste er eigentlich nicht. Denn auch Ehefrau Anja ist vom Karnevalsbazillus befallen. Sie hat während ihrer dreieinhalbjährigen Zeit in Düsseldorf einschlägige Erfahrungen mit der rheinischen Narretei gesammelt. Also: „An Karneval habe ich einen Riesen-Spaß.“ Auch als Stadtprinzessin? „Na klar, Frank hat mich systematisch drauf vorbereitet.“

Für André Janning kam die Zerri-Anfrage schon relativ überraschend. „Dadurch, dass ich schon im Elferrat war, war die Sache für mich eigentlich erledigt.“ Nur zu gerne hat er sich aber doch befördern lassen. Schließlich sind die drei nicht zuletzt durch die intensiven gemeinsamen Vorstandskontakte ein bestens eingespieltes Team.

Dass Frank und Anja vor dem endgültigen Ja ein wenig Bedenkzeit benötigten, ist in der Tat Franks zeitaufreibendem Job am heimischen Herd geschuldet. „Wenn meine Eltern Willi und Hilde da nicht mitgespielt hätten, dann hätten wir das nicht machen können“, betont der Sohnemann. Aber wer die Eltern kennt, der weiß, dass die Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt hätten, um ihren Frank auf dem närrischen Thron zu sehen.

Ansonsten gestaltete sich die Vorbereitungszeit auf das hohe Amt für die Drei als entspannt. „Wir wussten ja ungefähr, was auf uns zukommt“, so André Janning, der als Vorstand der Ostendorfer schon so manche karnevalistische Fragestellung in seinem Führungsgremium behandeln musste.

Probleme gab es nur einmal, beim Einkleiden. Bei André wollte der brokatbesetzte Gehrock des Zeremonienmeisters partout nicht passen. Da musste ein neuer her. „Ja und die Zerri-Strümpfe, die waren auch ein bisschen eng.“ Genauer gesagt stellte sich die linke Wade in den Weg. Aber auch die konnte überzeugt werden. Wäre auch zu schade gewesen, wenn die Zerri-Verpflichtung an einer Socke gescheitert wäre.

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