125 Jahre Diakonieverbund Schweicheln e.V.
Unter einem Dach sind alle stark

Burgsteinfurt -

Wo sonst normalerweise klassische Tanzschritte geübt werden, rockte jetzt die Hip-Hop-Formation der Bismarck-Schule den Saal: In der Tanzschule Michael wurde das 125-Jährige Bestehen des Diakonieverbunds Schweicheln gefeiert, zu dem auch die in Steinfurt vielfältig aktive Evangelische Jugendhilfe Münsterland seit 1995 gehört.

Sonntag, 25.11.2018, 21:00 Uhr aktualisiert: 26.11.2018, 16:12 Uhr
Das Rap-Team drückte den Grundgedanken des Diakonieverbunds musikalisch aus.
Das Rap-Team drückte den Grundgedanken des Diakonieverbunds musikalisch aus. Foto: Claudia Mertins

Und wenn eine Organisation, die sich das Wohl von Kindern, Jugendlichen und Familien auf die Fahnen geschrieben hat, solch einen besonderen Geburtstag feiert, dann soll es „bunt, vielfältig und lebendig“ zugehen, so wünschte sich das der Geschäftsführer Gerd Dworok . Bunt und vielfältig leuchteten daher nicht nur die fröhlichen Gesichter der großen und kleinen Gäste, sondern auch die Kulisse aus unzähligen fantasievollen Bildern an den Backsteinwänden. Sie waren unter anderem von den Kindern gemalt worden, die in der Übermittagsbetreuung der Bismarck-, Regenbogen- oder Dumter Grundschule sind.

Nach der Begrüßung durch Gerd Dworok hatten die Hip-Hopper ihren großen Auftritt, dann gab Moderator Rainer Vriesen das Wort an den Geschäftsführer des Diakonieverbunds Rainer Kröger. In seinem Blick in die Historie des Diakonieverbunds erzählte er den Gästen von der Zeit vor 125 Jahren: Durch die industrielle Revolution verlagerte sich der Arbeitsplatz vieler Menschen von ihrem Zuhause in die Fabriken. Sie waren gezwungen, 14 bis 16 Stunden dort zu arbeiten, während ihre Kinder allein und unversorgt zuhause blieben.

Diese Not der Kinder brachte den Pfarrer Matthias Siebold 1893 dazu, einen kirchlichen Erziehungsverein in Westfalen zu gründen. Seit 1911 sitzt der Diakonieverbund in Schweicheln in der Nähe von Herford.

An der Geschichte dieser Institution könne die Entwicklung des deutschen Heimwesens gut abgelesen werden: Lagen die anfänglichen Schwerpunkte auf Arbeit und Gehorsam, rückten in den 1960er Jahren die individuellen Bedürfnisse der Kinder in den pädagogischen Fokus. Heute ist die Betreuung von Kindern in Wohngruppen nur ein Teil des Angebots, das auch Förderung, Beratung und Begleitung von Familien und jungen Menschen in NRW, Brandenburg und Berlin umfasst. Oder, wie Bereichsleiterin Karin Beckmann es sagte: „Wir tun alles, damit Kinder, Jugendliche und Familien gut leben können.“

Noch viel konkreter und vor allem rhythmisch drückte es das Rap-Team aus: „Und ist das Leben auch manchmal hart, unter einem Dach sind wir alle stark! Egal ob groß oder klein, jeder darf hier sein – unter einem Dach, so soll das sein!“.

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