Verwaltung wartet auf ein Signal aus der Politik
Null Euro für die Göckenteichbrücke

Borghorst -

Sie als ein Wahrzeichen von Borghorst zu bezeichnen, wäre vielleicht ein bisschen viel der Ehre. Aber sie gehört zum Ortsteil fest dazu, genau wie das Gewässer, das sie seit vielen Jahrzehnten überspannt.

Montag, 26.11.2018, 16:32 Uhr
Brücke oder Uferweg? Schon vor eineinhalb Jahren hatte Karikaturist Heinz Schwarze-Blanke die Diskussion bildlich wiedergegeben. Vielleicht gibt es neue Fakten bei den Haushaltsplanberatungen.
Brücke oder Uferweg? Schon vor eineinhalb Jahren hatte Karikaturist Heinz Schwarze-Blanke die Diskussion bildlich wiedergegeben. Vielleicht gibt es neue Fakten bei den Haushaltsplanberatungen. Foto: Heinrich Schwarze-Blanke

Dass die Göckenteichbrücke baufällig, marode und seit langem immer wieder mit Flickschusterei vor dem sicher geglaubten Abbruch gerettet wurde, ist hinlänglich bekannt. Nach wie vor unklar ist aber, wie es mit der bei Spaziergängern immer noch sehr beliebten Holzkonstruktion auf Dauer weitergehen soll.

Wolfgang Spille als zuständiger Fachdienstleiter Tiefbau im Rathaus kann auch nur mit den Schultern zucken. Im Haushaltsplanentwurf für 2019 steht die Brücke drin. Die 0 Euro hinter der Position signalisieren allerdings, dass die Verwaltung nicht so recht weiß, ob und was mit dem Pflegefall passieren soll. Wolfgang Spille macht den Standpunkt der Verwaltung deutlich: „Die Politik soll entscheiden.“ Vom Tisch, das betont der Fachdienstleiter, sei das Projekt natürlich nicht.

Der Tiefbauexperte gibt allerdings zu bedenken, dass sich in unmittelbarer Nachbarschaft schon bald eine Menge tun wird. Weberquartier, Krankenhaus, Seniorenheim, die Verbindung zur Borghorster Fußgängerzone. Und dann habe er immer noch diesen Rundweg im Kopf. Kirche, Heinrich-Neuy-Museum, Arnold-Kock-Park, Göckenteich und wieder zurück. Auch dabei könne der Weg über den Teich eine Rolle spielen. Die Beziehungen zwischen Fußgängerzone und Weberquartier werden ja derzeit in diversen Arbeitsgruppen unter die Lupe genommen. Wolfgang Spille ist sich sicher: „Wir haben noch genug Bretter und Schrauben, um die Brücke noch ein weiteres Jahr instand zu halten.“

Im übernächsten Jahr könnte es dann nach seiner Zeitplanung ernst werden mit der Sanierung. Völlig offen ist derzeit allerdings noch, was an der Holzkonstruktion genau ein Fall für die Handwerker ist. So weiß derzeit noch niemand, in welchem Zustand die Standbeine im Wasser, die sogenannten Joche, sind. Bislang galt es immer als wahrscheinlich, dass sie noch stabil genug sind und nicht ausgetauscht werden müssen. Das würde bedeuten: Nur Geländer und Unterboden wären ein Fall für den Brückendoktor.

Sollte der Unterbau nicht mehr tragfähig sein, müsste das komplette Bauwerk erneuert werden.

Und dann hatte Wolfgang Spille selbst vor eineinhalb Jahren eine weitere Variante ins Spiel gebracht: Einen Uferweg, der für die Verbindung zwischen Rubensstraße und Familienbildungsstätte sorgen könnte. Dieser Ersatz für eine Brücke soll als besonderen Clou eine rund 20 Meter lange Bank bekommen, die von den Kurz-Ausflüglern und Spaziergängern für ihre Ruhepausen genutzt werden könnte. Spille hatte die ersten Planungen im Mai 2017 im zuständigen Ausschuss vorgestellt, damals aber schon betont, dass das Ganze nur als Vorschlag zu werten sei. Der Fachdienstleiter damals wörtlich: „Wenn ich eine Brück bauen soll, dann bau ich eben eine Brücke.“

So ein Weg hätte nach Darstellung der Verwaltung finanzielle Vorteile. Sowohl der Bau als auch der Unterhalt wären deutlich günstiger als bei einer Brücke. Vor eineinhalb Jahren hatte Spille die Kosten auf rund 60 000 Euro geschätzt. Damals hatte es aus der Politik kein Signal pro oder contra gegeben.

Wohl aber von den Freunden des Göckenteichs. Erich Wegjahn, der inzwischen verstorbene Initiator der Gruppe, war Sturm gelaufen gegen den Uferweg. Für Wegjahn, der sich viele Jahre für den Teich ins Zeug gelegt hatte, kam nur eine Brücke infrage. Zu diesem Zweck hatte er auch schon erste Spendengelder gesammelt.

Wie gesagt, jetzt ist die Politik am Zuge. Sie entscheidet, was aus der Null im Etatentwurf wird.

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