WN-Aktion „Lust auf ’nen Kaffee?“
Das bleibt keine Eintagsfliege

Jetzt kann ich‘s ja ruhig zugeben: Mann, was war ich nervös. Wenn ich mal als Moderator vor Publikum trete, weiß ich, was mich erwartet. Aber am Dienstagnachmittag, als ich durch die Fußgängerzone mit meiner Schreibmappe unterm Arm in Richtung „Ello“ stiefelte, konnte ich mir so gar nicht ausmalen, was da jetzt gleich passiert. Premieren-Lampenfieber. Um eines vorweg zu nehmen: Der „Spiegel“, den ich mir sicherheitshalber eingepackt hatte, war als zeitvertreibende Lektüre völlig überflüssig. . .

Mittwoch, 28.11.2018, 16:49 Uhr

Zur Erinnerung: Die Lokalredaktion hatte unter dem Motto „Lust auf ’ nen Kaffee“ die Zeitungsleser ins „Ello“ eingeladen, um in lockerer Runde, bewusst ohne Anmeldungen, die Themen auf den Tisch zu bringen, die sie rund um ihr Lokalblatt bewegen.

Als ich um viertel vor die nette Bedienung leise fragte, wo denn der Tisch für mich reserviert sei, deutete sie ganz nach hinten: „Die erste junge Dame ist übrigens schon da.“ Das ging ja gut los. . .

Und hörte noch besser auf. Am Ende, das war genau drei Stunden später, standen 21 Gesprächspartner auf meiner langen Liste. Stühle mussten zwischenzeitlich dazugeholt werden. Das saubere Abarbeiten der Anliegen eines nach dem anderen war schnell ein Ding der Unmöglichkeit. Da half dann nur noch, in großer Runde zu diskutieren. Was wirklich prima klappte.

Die Reparatur der Göckenteichbrücke, eine Fusion der Sportvereine, der Ausbau der Winkelstraße, Fragen zur Zukunft der Stadt, die Verbesserung der Infrastruktur und welche Möglichkeiten haben Jugendliche, sich in Steinfurt sinnvoll zu beschäftigen? Ach ja, und was machen wir mit dem Mittwochsmarkt, damit er besser läuft? Das waren noch lange nicht alle Fragen, die Zeitungsleser bewegen und auf die ihr Heimatblatt im besten Fall schon bald Antworten in Form von fundierter Berichterstattung liefert.

Was mich persönlich total überrascht hat, ist, wie sehr sich die Leser für das Blattmachen selbst interessieren. Wann denn Redaktionsschluss ist, wie die Nachrichten zusammengestellt werden und wie viele hauptamtliche Redakteure für die Ausgabe schreiben – solche Fragen kommen mir immer wieder unter. Die Gäste am Dienstag wollten es aber ganz genau wissen: Wann steht Borghorst, wann Burgsteinfurt und wann Steinfurt vor einem Text? Warum gibt es zu den Veranstaltungstipps nicht auch eine Telefonnummer und eine genaue Adresse? Und, klar, das Thema durfte nicht fehlen, was tut die Redaktion gegen Rechtschreibfehler? Schließlich Beschwerden über die Zustellung. Gleich zu Beginn hatte sich eine Nachwuchsautorin mit ihrem ersten Roman vorgestellt.

Wie gesagt, drei Stunden haben wir miteinander gesprochen. Und obwohl ich bislang geglaubt habe, relativ nah am örtlichen Geschehen zu sein, konnte ich eine ganze Menge an Anregungen und neuem Verständnis aus der Runde mitnehmen. Hoffentlich sagt das auch der ein oder andere Leser?! Die Aktion „Lust auf ’nen Kaffee“ soll auf jeden Fall keine Eintagsfliege bleiben, sondern zur regelmäßigen Einrichtung werden.

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