Anwohner wehren sich gegen Spielplatz-Planung an der Alleestraße
Protestschreiben wird schnell abgehakt

Borghorst -

Vor ziemlich genau zwei Jahren hat die Stadtverwaltung damit begonnen, die Spielplatzlandschaft zu überarbeiten. Ohne größeren Aufruhr unter den Bürgern – bis jetzt.

Mittwoch, 28.11.2018, 20:04 Uhr aktualisiert: 29.11.2018, 16:32 Uhr
Direkt an dieser Kreuzung soll ein Spielplatz entstehen.
Direkt an dieser Kreuzung soll ein Spielplatz entstehen. Foto: Bernd Schäfer

Ausgerechnet durch einen von der Stadt anberaumten Ortstermin ist den Anwohnern rund um die Kreuzung Allee-/Altemarktstraße aufgegangen, dass direkt vor ihren Haustüren ein neuer Spielplatz entstehen soll. Im Austausch für einen immerhin 45 Quadratmeter größeren ehemaligen Spielplatz gleich um die Ecke, der als Baugrundstück vermarktet wird.

Dagegen formieren sie allerdings ihren Widerstand. In einem von rund 50 Anliegern unterzeichneten Schreiben an die Fraktionsvorsitzenden der Ratsparteien machen sie deutlich, dass sie den geplanten neuen Spielplatzstandort entschieden ablehnen.

Als Hauptgrund dafür nennen die Unterzeichner des von Ute Pazda verfassten Schreibens, dass die viel befahrene Straßenkreuzung eine erhebliche Gefahrenquelle sei. Und mahnen: „Wenn das erste Kind totgefahren wurde, ist es zu spät!“

Ein weiterer Grund für die Ablehnung ist die erwartete Geräuschbelästigung der Bewohner eines Mehrfamilienhauses, dessen Balkone und Terrassen unmittelbar an das Spielplatzgrundstück grenzen.

Und schließlich sehen die Anwohner die Gefahr, dass sich der neue ebenso wie der ehemalige Spielplatz Alleestraße zu einem Treffpunkt für Alkohol- und Drogenkonsumenten entwickeln könnte.

Im Ausschuss für Soziales, Jugend, Familie und Gesundheit (ASJFG) standen die Einwände der Anlieger am Mittwochabend auf der Tagesordnung, wurden da aber schnell abgehakt. Einzig Ulrich Windscheid ( FDP) mochte sich der Meinung der Anlieger anschließen: „Wir halten den Standort für wenig bis gar nicht geeignet. Er ist zu klein und die Verkehrssituation ist nicht optimal. Als Spielplatz ist das für mich schlecht bis gar nicht nutzbar.“ Dr. Reinhold Dankel stellte immerhin den Antrag, die weitere Planung für ein Jahr von der Tagesordnung zu nehmen, um Gespräche mit den Anliegern zu führen. „Da ist einiges schief gelaufen.“

Dafür fingen sich beide eine verbale Watsche von CDU-Fraktionschef Norbert Kerkhoff ein: „Es gibt immer wieder einige kleine Fraktionen, die querschießen.“ Das Konzept sei bei der Vorstellung von allen Parteien einhellig gelobt worden, für die CDU gebe es darüber keinen Beratungsbedarf mehr.

Ähnlich sah es Maria-Elisabeth Hoffmann für die SPD: „Ich kann nicht verstehen, dass wir bei den Spielplätzen jedesmal wieder von vorne mit der Diskussion anfangen.“ Für die SPD habe sich an der Beschlusslage nichts geändert.

Mit einer Gegenstimme (FDP) und zwei Enthaltungen (FWS) wurde dem Beschlussvorschlag zugestimmt, die Planung des neuen Spielplatzes an der Alleestraße wie vorgesehen umzusetzen.

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