Zahl geschossener Tiere verdreifacht
Reich gedeckter Tisch für Füchse

Steinfurt -

Die Jagd auf den Fuchs ist oft eine anstrengende Angelegenheit. Hegeringsleiter Dietmar Mikolaiski weiß das aus eigener jahrzehntelanger Erfahrung.

Donnerstag, 29.11.2018, 20:00 Uhr aktualisiert: 30.11.2018, 09:51 Uhr
Fuchs und Hase gehören im Münsterland zu den meist gejagten Tierarten. Der Fuchs vermehrt sich stark. Beim Hasen scheint Besserung in Sicht.
Fuchs und Hase gehören im Münsterland zu den meist gejagten Tierarten. Der Fuchs vermehrt sich stark. Beim Hasen scheint Besserung in Sicht.

„Oft ist es kalt oder es regnet.“ Immer aber müsse der Jäger im Dunkeln auf die Pirsch gehen. Das Dezimieren der Bestände ist nach Ansicht des Hegeringsleiters unbedingt geboten – auch wenn er natürlich weiß, dass es in Naturschützerkreisen viele Stimmen gibt, die die Jagd auf Meister Reineke strikt ablehnen. „Für das vergangene Jagdjahr stehen 226 Füchse in der Statistik“, sagt Dietmar Mikolaiski. Das bedeute, dass sich die Strecke in den letzten 15 Jahren verdreifacht habe. „2004 waren es nur 74 Füchse.“ Ganz anders sieht es im Vergleich beim Feldhasen aus. Die Zahl der geschossenen Tiere ist im Raum Steinfurt seit Jahren rückläufig. Was übrigens nicht unbedingt bedeute, dass die Populationen ebenfalls stark schrumpfen. . .

„Ich kenne Reviere, da wurden im vergangenen Jahr über 40 Füchse geschossen“, berichtet Dietmar Mikolaiski. Und auch in diesem Jahr sei die Zahl dort unvermindert hoch. Warum sich der Fuchs – auch im bundesweiten Vergleich – im Münsterland derzeit besonders wohl fühlt? Der Leiter des hiesigen Hegerings führt mehrere Gründe ins Feld. „Zum einen ist unsere Gegend hier traditionell eine Niederwildgegend. Das war schon immer so.“ Zum anderen könnten sich die Mäusejäger an einen reich gedeckten Tisch setzen. „Es gibt im Augenblick verdammt viele Mäuse.“ Und die Kleinnager seien nach wie vor die Hauptnahrung der Füchse. Schließlich, so der passionierte Jäger, sei der Fuchs bekanntlich ein Kulturfolger und komme mit dem Menschen eigentlich sehr gut klar.

„Man kennt ja die Fernsehbilder, bei denen die Füchse früh morgens durch die Wohngebiete spazieren und die Mülleimer leer fressen.“ Ganz anders sieht es – auf den ersten Blick – bei den Hasen in den Steinfurter Revieren aus. Schossen die Jäger vor rund 15 Jahren 1200 Tiere und mehr, waren es im vergangenen Jagdjahr laut Statistik nur noch 275. „Generell sind wir sehr vorsichtig, um den Bestand nicht zu gefährden. Das heißt, wir dezimieren nur um den Zuwachs“, erläutert Dietmar Mikolaiski. Um den Feldhasen zu schützen, hätten die Steinfurter die Jagden pro Saison schon von ursprünglich drei ganztägigen auf zwei reduziert, die zudem erst am Nachmittag beginnen würden. Stellten die Jagdfreunde keine Zuwächse fest, gebe es überhaupt keine Jagden.

Technische Neuerung: Nachtsichtgeräte

Eine technische Neuerung ist gerade dabei, den Jägern zu ganz neuen Einsichten in ihre Tierbestände zu verhelfen: Nachtsichtgeräte. Die dürfen nicht zur Jagd genutzt werden. Aber zum Zählen. Und da tun sich zum Teil gewaltige Differenzen auf, wie einige Revierinhaber feststellen mussten. Die sind zweimal jährlich in Feld, Wald und Flur, um die Bestände zu überprüfen. Dietmar Mikolaiski: „Früher hatten wir nur kräftige Strahler und Ferngläser.“ Und auf den Feldern, die heute auch im Winter nicht mehr frei bleiben, sondern zum Beispiel mit Senf bepflanzt werden, sind die scheuen Mümmelmänner dann nur schwer auszumachen. Mit den neuen Geräten, die die Körperwärme der Tiere anzeigen, ist das ganz anders. Ein Beispiel: Wo früher 90 Hasen in der Statistik standen, sind es plötzlich über 300. Was jetzt nicht bedeutet, dass die Jäger ab sofort wie wild auf Hasen schießen. Es bleibt dabei, betont der Hegeringsleiter: Geschossen wird nur der Zuwachs, der Bestand soll bleiben.

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