Feuerwehr probt Ernstfall in St. Nikomedes
Keine alltägliche Übung

Borghorst -

Übung an nicht alltäglicher Stelle: In der St. Nikomedes-Kirche hat die Freiwillige Feuerwehr jetzt den Ernstfall geprobt. Mehr als 50 Kräfte meisterten verschiedene Herausforderungen.

Sonntag, 02.12.2018, 15:10 Uhr aktualisiert: 04.12.2018, 11:16 Uhr
Eng, stickig, dunkel: Der verrauchte Glockenturm von St. Nikomedes stellte die Kameraden der Feuerwehr bei ihrer Übung vor große Herausforderungen.
Eng, stickig, dunkel: Der verrauchte Glockenturm von St. Nikomedes stellte die Kameraden der Feuerwehr bei ihrer Übung vor große Herausforderungen. Foto: Jens Keblat

Übung an nicht alltäglicher Stelle: In der St. Nikomedes-Kirche hat die Freiwillige Feuerwehr Steinfurt jetzt den Ernstfall geprobt. Mehr als 50 Kräfte meisterten zahlreiche Herausforderungen.

Es ist Freitagabend und der Platz vor der Pfarrkirche St. Nikomedes ist hell erleuchtet. Jede Menge Blaulicht rundherum lässt schnell klar werden, worum es geht: eine Übung der Feuerwehr. Während der Feierlichkeiten „1050 Jahre Stift Borghorst“ sei die Idee vor einigen Wochen im Rahmen einer Art Bierlaune entstanden, wieder einmal an der Kirche eine Übung abzuhalten, erinnert sich Sascha Lehmkuhl vom Löschzug Borghorst, der die Übung gemeinsam mit einem weiteren Kameraden federführend organisiert hat. Die letzte Übung dieser Art liegt rund ein Vierteljahrhundert zurück. So ganz genau kann sich daran heute kaum einer der aktiven Feuerwehrleute mehr erinnern, sagt Lehm­kuhl.

Ein Segen: nicht nur die Feuerlöschtechnik hat sich seitdem enorm weiterentwickelt. Zahlreiche Trupps unter schwerem Atemschutz stehen bereit und warten auf ihren Einsatz. Diese Übung ist so umfangreich, dass gleich drei Einsatzabschnitte gebildet werden müssen: An einem Baugerüst sollen Wehrleute mit Hilfe der Drehleiter die Menschenrettung aus großer Höhe trainieren und einen verletzten Bauarbeiter aus luftiger Höhe retten.

Im so genannten Orgelboden der Pfarrkirche warten unterdessen rund 15 Mitglieder des Kirchenchores auf ihre Evakuierung. Der anstrengendste Einsatzabschnitt aber bleibt die Menschenrettung und Brandbekämpfung über den Kirchturm. Mehr als zehn Wehrleute steigen gemeinsam die enge Wendeltreppe hinauf. Gemeinsam tragen sie Schlauchmaterial mit sich. In geduckter Haltung, damit der Helm nicht ständig gegen die Decke stößt, eilen die Männer hinauf.

Oben angekommen wird es für die Retter in der Not jedoch nicht weniger anstrengend: Ein 90 Kilo schwerer Dummy muss aus dem Deckengewölbe gerettet werden. Schmale Holzstege und tief hängende Holzbalken lassen diese Rettung im dichten Rauch und bei wenig Licht zur Tortur werden. Doch damit nicht genug: Auch die Brandbekämpfung erfordert jede Menge Kraft, Teamgeist und volle Aufmerksamkeit aller eingesetzten Kräfte – in der Spitze insgesamt 54.

Keine alltägliche Übung für die erfahrenen ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Doch auch das gehört zum Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr dazu und Lehmkuhl und seine Mitstreiter sind froh, dass sie an diesem ungewöhnlichen Ort üben durften.

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