Familienfleischerei Bittner wird von Spilker und Bordien übernommen
„Damit ist die Zukunft gesichert“

Borghorst -

Auch wenn er am 31. Dezember das Ruder des Familienbetriebs, den er in dritter Generation führt, aus der Hand gibt – Ralf Bittner ist absolut mit sich im Reinen: „Damit ist die Zukunft der Firma Bittner gesichert.“

Dienstag, 11.12.2018, 17:24 Uhr
Im Bittner-Werk an der Bleichereistraße entstehen Fleisch- und Wurstwaren, die später auf Tischen in ganz Deutschland sowie in Italien, Spanien und Portugal landen. Das Archivfoto entstand bei einem Besuch der Bürgermeister des Südkreises Steinfurt.
Im Bittner-Werk an der Bleichereistraße entstehen Fleisch- und Wurstwaren, die später auf Tischen in ganz Deutschland sowie in Italien, Spanien und Portugal landen. Das Archivfoto entstand bei einem Besuch der Bürgermeister des Südkreises Steinfurt. Foto: Axel Roll

Die 85 Angestellten des Borghorster Traditionsunternehmens waren vor wenigen Tagen die ersten, die es erfuhren: Ab Januar sind die Spilker Wurstwaren GmbH aus Versmold und der Kochschinkenproduzent Marcel Bordien als neue Eigentümer der Bittner Feinkost-Spezialitäten ihre Arbeitgeber. „Es gibt gewisse Situationen, da muss man einfach zupacken“, sagt Ralf Bittner über den Zeitpunkt der Geschäftsübergabe. Er sei zwar erst 52 Jahre alt, aber schon jetzt habe sich herauskristallisiert, dass es keine vierte Generation der Bittners als Fleischer geben werde. „Unsere Kinder wollen das nicht übernehmen.“ Deshalb habe er das Angebot der beiden Interessenten nicht ablehnen können.

Für ihn und seine Familie ist das Kapitel mit der Übergabe aber noch längst nicht abgeschlossen: „Die Familien-DNA der Fleischerei bleibt erhalten.“ Er selbst werde noch weitere sechs Jahre in der Firma bleiben und auch seine Frau Iris und seine Schwester Ute werden zumindest vorerst ihre Aufgaben behalten.

Seine eigenen Zuständigkeiten werde sich hingegen verändern: „Ich werde die Kontakte zu unseren Großkunden intensivieren.“ Das Geschäft vor Ort mit der Fleischerei in der Münsterstraße und dem Werksverkauf an der Bleichereistraße mache nämlich weniger als zehn Prozent des gesamten Umsatzes aus: Von Borghorst aus werden zum Beispiel Bäckereien und Lebensmittelketten in ganz Deutschland beliefert, unter anderem Edeka, Metro und Stroetmann. Mehr noch – selbst in Italien, Spanien und Portugal landen Erzeugnisse der Firma Bittner auf dem Tisch, vor allem Bratwurst, Wiener und Kochwurst. „Deutsche Waren haben weltweit einen guten Ruf“, weiß Ralf Bittner. Und den will er in Zukunft verstärkt höchstpersönlich weiter ausbauen. „Ich bin durchaus reisefreudig“, lacht der Unternehmer. Und wenn er demnächst mehr Zeit für Kundenbesuche in ganz Europa hat, werde der Absatz noch einmal gesteigert, ist er überzeugt. „Die Produktion an unserem Standort an der Bleichereistraße soll erweitert werden – die neuen Eigentümer wollen dort kräftig investieren.“

Deshalb werde auf keinen Fall über einen Abbau der Belegschaft nachgedacht. „Im Gegenteil, es sollen weitere Arbeitsplätze geschaffen werden.“ Mit dem Verkauf vor Ort werde alles so weiterlaufen wie bisher. „Dass Bittner schließt, ist völliger Blödsinn“, kommentiert Ralf Bittner die Gerüchte. Sowohl die Filiale in der Münsterstraße als auch der Werksverkauf blieben geöffnet.

„Ein gesundes Unternehmen hat ein anderes gesundes Unternehmen übernommen“, beschreibt Bittner das neue Kapitel der Firmengeschichte. Das in eine sichere Zukunft führen soll.

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