Ordensfrau Ingrid Oletti ist gestorben
Ein Leben für die Armen

Borghorst -

Die Borghorster Ordensfrau Ingrid Olette ist tot. Viele Jahre setzte sie sich für Familien ein, die in wilden Siedlungen am Rande von Windkuk (Namibia) leben.

Sonntag, 30.12.2018, 13:16 Uhr aktualisiert: 02.01.2019, 16:46 Uhr
Schwester Ingrid sprach immer in deutlichen Worten zu den Menschen und man spürte, dass sie Zuneigung und tiefen Respekt bei den Einwohnern der wilden Siedlungen um Windhuk genoss. Gut zu erkennen auf dem Foto die Feuerstelle (l.), auf dem der tägliche Maisbrei (Mehlipapp) zubereitet wird. Ein alter Lkw-Reifen neben der Hütte dient als Toilette.
Schwester Ingrid sprach immer in deutlichen Worten zu den Menschen und man spürte, dass sie Zuneigung und tiefen Respekt bei den Einwohnern der wilden Siedlungen um Windhuk genoss. Gut zu erkennen auf dem Foto die Feuerstelle (l.), auf dem der tägliche Maisbrei (Mehlipapp) zubereitet wird. Ein alter Lkw-Reifen neben der Hütte dient als Toilette. Foto: ka

Die Borghorster Ordensfrau Ingrid Oletti ist tot. Am ersten Weihnachtstag hat sie für immer ihre Augen geschlossen. Am Freitag wurde sie beigesetzt. Die Missionsschwester stellte ihr Leben in den Dienst der Menschen im afrikanischen Namibia und zuletzt der Mitschwestern in Oeventrop/Arnsberg.

1940 in Borghorst geboren, trat Ingrid Oletti nach der Volksschule und einigen Jahren Arbeit als Näherin in der Weberei Arnold Kock 1963 in den Orden der Schwestern vom Hlst. Herzen Jesu von Hiltrup ein. Nach ihrem Studium wurde sie als Lehrerin in Windhuk (Namibia) eingesetzt. Beim südafrikanischen Grenzkrieg zu Angola arbeitete sie als Krankenschwester in einem Hospital des Ordens.

Von 1994 bis 2002 organisierte Sr. Ingrid die Arbeit des örtlichen Vinzenzvereins (SVP) in Windhuk / Katutura. Etwa 48 500 Menschen leben dort in den wilden Siedlungen vor den Toren der Hauptstadt auf einer Fläche von fünf Quadratkilometern. In dieser Arbeit, die sie unmittelbar zu Familien in sozialen Brennpunkten führte, ging sie sichtbar auf: „Das ist eine Aufgabe so recht nach meinem MSC-Herzen“, schrieb sie ihren Borghorster Freunden, die sie in der Landjugend und anderen Gruppen von St. Nikomedes sowie vielen Einzelpersonen gefunden hatte.

Schwester Ingrid sprach immer in deutlichen Worten zu den Menschen und man spürte, dass sie Zuneigung und tiefen Respekt bei den Einwohnern der wilden Siedlungen um Windhuk genoss.

Almosen gab sie nie: „Wir wollen den Menschen ja nicht nur kurzfristig einen Gefallen tun, ihnen einen Rausch verschaffen oder Geld für Zigaretten zustecken. Wir helfen vor allem denjenigen, die mit einer guten Idee zu uns kommen, oder bei denen die finanzielle Hilfe zur späteren Selbsthilfe führen kann“, sagte sie bei einem Besuch in Borghorst und erzählte von Existenzgründungen – kleine Friseursalons, Gemüseverkäufer, Handwerksbetriebe – vieles entstand mit Hilfe der Ordensfrau.

Eines der größten Anliegen der engagierten Schwester war es, möglichst vielen Kindern durch eine regelmäßige finanzielle Unterstützung oder Patenschaft den Schulbesuch zu ermöglichen.

Einheimische Frauen und Ordensschwestern führen jetzt die Arbeit von Schwester Ingrid Oletti in Namibia weiter. Aus diesem Grund will die Borghorster Landjugend einen großen Anteil aus dem Erlös ihrer anstehenden Tannenbaumaktion an die armen Menschen in Namibia weiterleiten.

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