Polizei nach Einbrüchen auf Präventionsstreife
„Nicht gut, aber besser“

Borghorst -

Drei Einbrüche in Borghorst in einer Woche. Einsatz. Rolf Lohaus und seine Kollegen Andreas Nicolaus und Peter Haberstock vom Bezirksdienst gehen auf Streife. Nicht um Einbrecher zu schnappen, Tatorte zu sichern oder Zeugen zu befragen. Ihre Mission: Informieren, sensibilisieren, beruhigen.

Freitag, 04.01.2019, 10:10 Uhr
Rolf Lohaus und seine Kollegen Peter Haberstock und Andreas Nicolaus (v.r.) auf Aufklärungsstreife in Borghorst. Sie wollen die Hauseigentümer nach Einbrüchen sensibilisieren.
Rolf Lohaus und seine Kollegen Peter Haberstock und Andreas Nicolaus (v.r.) auf Aufklärungsstreife in Borghorst. Sie wollen die Hauseigentümer nach Einbrüchen sensibilisieren. Foto: Axel Roll

Das Trio klingelt an den Haustüren rund um den Tatort. So wie hier am Hangenkamp. Die junge Mutter, die den drei Polizeibeamten öffnet, macht sich in der Tat Sorgen seit dem Vorfall nebenan. „Kommen die vielleicht nochmal wieder?“ Rolf Lohaus kennt sich aus – und kann die Borghorsterin besänftigen. „In der Regel sind das durchziehende Banden. Die sind jetzt wahrscheinlich ganz woanders unterwegs.“ Vielleicht sogar im Ausland. „Kollegen in Schweden haben unlängst DNA-Spuren sichergestellt, die beweisen, dass die Täter vorher hier in Deutschland ihrem dunklen Gewerbe nachgegangen sind.“

Rolf Lohaus und seine Kollegen sind nach einer Idee des Landeskriminalamts seit eineinhalb Jahren im Kreisgebiet im Einsatz. „Präventionsstreife“ heißt das offiziell. „Wir wollen die Bürger darauf aufmerksam machen, wie sie ihre Häuser besser gegen Einbrecher schützen können. Gleichzeitig wollen wir sie natürlich beruhigen und ihnen Ängste nehmen“, fasst der Kriminalhauptkommissar das Ziel ihrer Hausbesuche zusammen. Der Einbruchsschutzberater weiß nur zu gut: „Es gibt Betroffene, die haben viele Jahre an so einem Einbruch seelisch zu knacken.“

Die Visite am Hangenkamp hat für die Bezirksbeamten noch eine – positive – Überraschung parat. Die Frau hat nämlich am Tattag einen auffälligen weißen Kastenwagen auf der anderen Straßenseite bemerkt. „Mit Borkener Kennzeichen.“ Wurde das stattliche Haus nebenan vielleicht vorher ausspioniert? Peter Haber­stock nimmt die Daten auf und wird sie später den Kollegen, die mit den Ermittlungen befasst sind, übermitteln. Die Bewohnerin nimmt im Gegenzug die Visitenkarte von Rolf Lohaus dankbar entgegen. Bei einem ausführlichen Beratungstermin will der Kriminalbeamte dem Ehepaar zeigen, wie Fenster und Türen sinnvoll gegen Einbrecher geschützt werden können. Solche Präventionsaktionen haben allenfalls langfristig Einfluss auf die Kriminalstatistik. Obwohl die im Augenblick bei den Einbrüchen eine positive Tendenz aufweist. Rolf Lohaus: „2018 hatten wir 50 Prozent weniger Brüche als im Vorjahr. Das ist zwar immer noch nicht gut, aber besser.“

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