Zum Jahresbeginn noch nie so viele Anfragen
Hochzeitsparadies Steinfurt

Steinfurt -

So richtig erklären kann Marion Niebel es nicht. Fest steht aber, dass sie in den ersten beiden Wochen des neuen Jahres noch nie so viele Anmeldungen für Trauungen entgegengenommen hat. Die Geschäftsführerin der Steinfurter Marketing und Touristik (SMarT) organisiert für die Hochzeitspaare die standesamtlichen Zeremonien an den von der Stadt beworbenen Traumhochzeitsorten.

Mittwoch, 16.01.2019, 17:08 Uhr
Nicht ganz billig ist die Hochzeit in der Bagno-Konzertgalerie. Sie kostet      1500 Euro.
Nicht ganz billig ist die Hochzeit in der Bagno-Konzertgalerie. Sie kostet      1500 Euro. Foto: Bagno-Kulturkreis

„Wir haben jetzt schon an die 40 Termine angenommen“, sagt Marion Niebel . „Das ist völlig irre.“ Die Bagno-Konzertgalerie, das mit einer Miete von 1500 Euro preisliche Top-Angebot im Steinfurter Hochzeits-Katalog, ist sogar schon komplett ausgebucht. „Nach wie vor ist das Kötterhaus im Kreislehrgarten aber immer noch der beliebteste Ort für Trauungen“, so die SMarT-Geschäftsführerin. Mit einem Preis von 200 Euro im Vergleich zur Konzertgalerie auch noch ein echtes Schnäppchen.

Ob das Jahr 2019 mit diesem hoffnungsfrohen Auftakt tatsächlich ein Spitzen-Jahr für Hochzeiten wird, ist für Gudrun Frahling vom zuständigen Fachdienst Ordnung und Sicherheit im Rathaus noch lange nicht erwiesen. „Offensichtlich machen sich viele Paare unterm Weihnachtsbaum einen Antrag“, lacht die Standesbeamtin. Jedenfalls gebe es zum Jahresbeginn immer relativ viele Anfragen. „Wenn wir um die 150 Trauungen im Jahr haben, ist das für uns normal“, so Gudrun Frahling. Darum lag 2018 leicht über dem Durchschnitt: Von Januar bis Dezember sagten 177 Paare Ja zum Bund fürs Leben.

Neben dem relativ nüchternen Ambiente im Rathaus bietet die Stadt mittlerweile fünf – kostenpflichtige – Örtlichkeiten mit ganz besonderem Charme an. Die Bagno-Konzertgalerie und das Kötterhaus im Kreislehrgarten wurden schon genannt. Dann gibt es noch den ehemaligen Ratssaal im Borghorster Heimathaus, den sogenannten Haugen Stuoben, das Alte Rathaus in Burgsteinfurt, den Speicher des Hofes Floer in Ostendorf und seit Neuestem die Hollicher Mühle. Das heißt, genau genommen müssen sich die Mühlen-Fans noch ein bisschen gedulden. Der malerische Mehlboden steht nämlich erst ab 1. April zur Verfügung. Nachdem die Bürgermeisterin diese rustikale Außenstelle des Standesamtes im vergangenen Sommer schon für Heiratswillige freigegeben hatte, musste erst noch ein Verfahren zur Nutzungsänderung durchgeführt werden. Mittlerweile, so Johannes Schencking vom Fachdienst Ordnung, liegt die Genehmigung vor. Dass es im Winter auf dem Hollicher Hügel grundsätzlich keine Trauungen gibt, hat mit der fehlenden Heizung in der 180 Jahre alten Mühle zu tun. In Steinfurt lotsen zwei geschulte Standesbeamtinnen die Paare in den Hafen der Ehe. Zusätzlich können Fachdienstleiter Johannes Schencking, die Bürgermeisterin und die Erste Beigeordnete Maria Lindemann einspringen. „Mit dieser Besetzung ist das Pensum gut zu schaffen“, weiß Gudrun Frahling aus langjähriger Erfahrung. Die Orte für die Traumhochzeiten sind mittlerweile so beliebt, dass auch viele Paare von auswärts nach Steinfurt kommen.

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