FH-Professor Jüstel erklärt seltenes Himmelsphänomen
Wecker stellen für den Blutmond

Steinfurt -

Am Montag (21. Januar) lohnt es sich, seinen Wecker etwas früher als sonst zu stellen. Denn uns erwartet ein großes Spektakel am Himmel: Eine totale Mondfinsternis plus Super-Blutmond.

Freitag, 18.01.2019, 15:30 Uhr aktualisiert: 18.01.2019, 15:36 Uhr
Prof. Dr. Thomas Jüstel erklärt, wie es zu einer Mondfinsternis kommen kann.
Prof. Dr. Thomas Jüstel erklärt, wie es zu einer Mondfinsternis kommen kann. Foto: dpa

Lichtexperte Prof. Dr. Thomas Jüstel von der Fachhochschule in Steinfurt erklärt, was es mit dem Ereignis auf sich hat.

Herr Prof. Jüstel, wann müssen wir am Montag denn aufstehen, um das Spektakel am Himmel nicht zu verpassen?

Jüstel: Zumindest nicht mitten in der Nacht. Komplett dunkel wird der Mond ungefähr um 5.41 Uhr werden, dann beginnt die sogenannte Totalität. Dann erscheint der Mond in tiefroter Farbe – deshalb wird er auch Blutmond genannt. Das Maximum ist gegen 6.12 Uhr erreicht. Prof. Dr. Thomas Jüstel. Foto: FH/ Robert Riegel

Wie kann das denn sein, dass wir eine totale Mondfinsternis haben und trotzdem den Blutmond sehen können?

Jüstel: So eine Mondfinsternis ist eine komplexe Sache. Sie kann zunächst einmal nur bei Vollmond stattfinden: Die Erde muss den Mond komplett abschatten, also genau zwischen Sonne und Mond stehen. So fällt keinerlei Sonnenlicht mehr direkt auf den Mond und er wird dunkel. Aber das passiert nicht bei jedem Vollmond, weil ein weiterer Faktor dazukommen muss: Sonne, Erde und Mond liegen auf einer geraden Linie, auf der so genannten Knotenlinie. Das ist die Schnittlinie der Erdbahnebene und der Mondbahnebene. Meistens ist das nicht der Fall, weil die Ebene, auf welcher der Mond die Erde umkreist, etwas zur Erdbahnebene gekippt ist, ungefähr um 5 Grad. Dort, wo sich die beiden Ebenen mathematisch treffen, liegt also die Knotenlinie. Für eine totale Mondfinsternis müssen Sonne, Erde und Mond also alle in etwa auf dieser Knotenlinie liegen und zur Sonne hin ausgerichtet sein.

Wo kommen Licht und Farbe des Mondes her, wenn die Erde doch genau zwischen Mond und Sonne steht?

Das hat zwei Gründe. Die Sonne strahlt weißes Licht ab, also Licht, das alle sichtbaren Spektralfarben beinhaltet. Trifft dieses Licht auf die Erde, wird es gebeugt, das heißt, in die Spektralfarben aufgespalten, wobei ein Teil quasi um unseren Planeten herum gelenkt wird. Und das betrifft insbesondere den roten Anteil des sichtbaren Lichts. Das rote Licht tritt dann sozusagen hinter der Erde in ihren Schatten und wird zum Mond gelenkt. Deshalb erscheint er für uns rot. Aus dem gleichen Grund erleben wir zum Beispiel auch das Abendrot am Himmel, wenn die Sonne untergeht. Nun kann man den Blutmond nur dann erkennen, wenn der Mond nicht mehr weißes Licht reflektiert, da das weiße Licht das rote überstrahlt. Denn unsere Augen haben eine recht geringe Licht-Empfindlichkeit für tiefrotes Licht und dieses Licht kann daher nur gut wahrgenommen werden, wenn es insgesamt sehr dunkel ist. Mit anderen Worten: Bei einer totalen Mondfinsternis wird es dunkel genug, dass wir das tiefrote Licht in der Totalität gut wahrnehmen

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