Ratten am Bahndamm Graf-Ludwig-Straße
Stadt: „Haben kein Rattenproblem“

Burgsteinfurt -

Da läuft eine! Blitzschnell, fast schon Haken schlagend, wuselt sie sich durchs Unterholz, um wenig später in irgendeinem Loch zu verschwinden. Aber gesehen hat der Zeitungsreporter sie doch. Ebenso wie Burkhard Breimhorst. Und laut Aussage des Anwohners der Graf-Ludwig-Straße ist sie längst nicht die einzige ihrer Art, die den angrenzenden Bahndamm als Lebensraum für sich entdeckt hat. Wovon die Rede ist? Sie werden es sicher schon erraten haben: von Ratten. Jenen ungeliebten Nagern, die bei Menschen schon immer Ekel ausgelöst haben und die im Verdacht stehen, Krankheiten zu übertragen.

Montag, 21.01.2019, 16:08 Uhr
Burkhard Breimhorst, Anwohner der Graf-Ludwig-Straße, hat ein lokales Rattenproblem ausgemacht. Die Stadt ist tätig geworden und bekämpft nach Aussage aus dem Tiefbauamt den Schädling.
Burkhard Breimhorst, Anwohner der Graf-Ludwig-Straße, hat ein lokales Rattenproblem ausgemacht. Die Stadt ist tätig geworden und bekämpft nach Aussage aus dem Tiefbauamt den Schädling. Foto: rs

„Das mit den Ratten ist hier ein echtes Problem geworden“, sagt Breimhorst. Was den Befall mit den Nagern betrifft, so sei das Wohnumfeld bislang immer unauffällig gewesen, bekräftigt der Burgsteinfurter, der immerhin schon rund 13 Jahre an der Graf-Ludwig-Straße wohnt. Seit Ende vergangenen Jahres aber habe sich dieses geändert. Gleich gruppenweise bevölkerten die Tiere den Bahndamm, auf dem auf der Nordseite der Graf-Ludwig-Straße die Bahnstrecke Enschede-Münster geführt wird, hat Burkhard Breimhorst beobachtet.

Woran es liegt, dass sich die Population offenbar stark vermehrt hat? Breimhorst vermutet, dass dies mit dem vielen abgeschnittenen Strauchwerk zusammenhängt, das auf der Böschung liegt. Das sei in den Vorjahren nach dem Winterschnitt stets entfernt worden. Zuletzt aber eben nicht. Ein Wegwerfproblem von Essensresten, das ansonsten gerne in Zusammenhang mit Rattenplagen zitiert wird, sieht der Anwohner indes nicht. Trotz vieler Schüler und Studenten, die täglich die Straße entlang gehen und trotz der Züge, die oben auf dem Bahndamm fahren.

Nachdem er beim Eigentümer des Areals, der Bahn AG nicht weitergekommen sei, habe er beim Ordnungsamt angerufen und um Abhilfe gebeten, berichtet der Burgsteinfurter weiter. Man habe ihm gesagt, man kümmere sich. Aber nach fünf Wochen sei nichts geschehen. Breimhorst vermutet, dass wohl Abstimmungsschwierigkeiten zwischen Bahn und Stadt ursächlich dafür sind. Verständnis hat er dafür nicht. „Da muss etwas passieren. Sonst laufen die Ratten womöglich bald auch noch bei uns in der Wohnung herum.“

Kai Laukemper vom Fachdienst Tiefbau koordiniert bei der Stadt Steinfurt die Einsätze der Kanaltrupps bei der Bekämpfung von Ratten. Immer dann, wenn Bürger einen entsprechenden Befall melden, werde die Stadt tätig, macht er im Gespräch mit den WN deutlich. Allerdings muss es sich um öffentliche Flächen handeln. „Bei Privatgelände ist der Grundstückseigentümer für eine Bekämpfung zuständig“, so Laukemper. Dann ist in der Regel eine Fachfirma gefragt. Früher sei das auch bei der Stadt so gewesen, berichtet der Tiefbauamts-Mitarbeiter. Aber nach einer entsprechenden Schulung habe die Stadt die Rattenbekämpfung jetzt selbst in die Hand genommen. Diese erfolge jedoch immer punktuell, eine flächendeckende Bekämpfung finde aus tierschutzrechtlichen Bestimmungen heraus nicht statt.

Im Fall des Bahndamms sei man bereits tätig geworden. Vor rund zwei Wochen sei Gift in der Kanalisation gelegt worden. „Wir werden nun kurzfristig schauen, ob die Köder angenommen wurden und bei Bedarf nachlegen“, kündigt Laukemper an.

Ein allgemeines Rattenproblem sieht er in der Stadt nicht: „Aufgrund des letztjährigen warmen Sommers mag es die eine oder andere Ratte mehr geben, aber das ist alles im Rahmen geblieben.“

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