Kaufoption für drei Monate verlängert, Bürgermeisterin will Runden Tisch
Hängepartie am Weberquartier

Borghorst -

Die Hängepartie um das Weberquartier dauert an. Am Freitagmittag teilte die List-Gruppe per Presseinformation mit, dass die Kaufoption für das 25 000-Quadratmeter-Areal, auf dem ehemals die Arnold-Kock-Websäle I und II standen, für weitere drei Monate verlängert wurde. Ursprünglich sollte bis zum 31. Januar eine Entscheidung darüber fallen, ob die Nordhorner Unternehmensgruppe das Gebiet entwickelt – oder nicht.

Freitag, 01.02.2019, 17:16 Uhr
Die Zukunft des Geländes, auf dem bis vor einiger Zeit die Websäle I und II der Firma Kock standen, bleibt weiter ungewiss. Die List-Gruppe hat nun bis Ende April Zeit zu Überlegen, ob sie es entwickeln will. Bis dahin herrscht dort Stillstand.
Die Zukunft des Geländes, auf dem bis vor einiger Zeit die Websäle I und II der Firma Kock standen, bleibt weiter ungewiss. Die List-Gruppe hat nun bis Ende April Zeit zu Überlegen, ob sie es entwickeln will. Bis dahin herrscht dort Stillstand.

Als Begründung für die neue Frist nennen Stadt und List, dass noch nicht „alle Voraussetzungen“ für eine Projektentwicklung erfüllt worden seien. Was das für Voraussetzungen sind, wollten weder die Sprecherin der List-Gruppe, Greta Kossing , noch Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer kommentieren. „Näher möchten wir darauf nicht eingehen“, sagte Kossing. Die Bürgermeisterin ließ sich nur so viel entlocken: „Es fehlte eine Unterschrift.“

Alexander Micheel und Raoul P. Schmid, die Geschäftsführer der List-Develop Residential, werden in der Presseinformation so zitiert, dass sie nach wie vor großes Interesse haben, das Weberquartier zu bauen: „Wir wollen das Buch nicht direkt zuklappen, sondern weiter eng für den Erfolg des Projektes zusammenarbeiten.“

Auch die Bürgermeisterin betont, weiterhin „mit Hochdruck daran zu arbeiten, alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Projektierung“ zu erfüllen. „Wir werden schon am Montag alle Beteiligten einladen, damit wir uns an einen Tisch setzen – notfalls einen ganzen Tag lang“, so Claudia Bögel-Hoyer.

Sie ist „relativ guten Mutes“, dass die anstehenden Verhandlungen zu einem positiven Ergebnis führen werden. Zu den Gesprächspartnern zählen neben der List-Gruppe und der Stadtverwaltung die Kreissparkasse als sogenannter Grundpfandrechtsgläubiger sowie die Beteiligten des Arnold-Kock-Insolvenzverfahrens.

In der Steinfurter Kommunalpolitik gibt es zum Teil ganz konkrete Vorstellungen, was zum jetzigen Stand des Verfahrens zu tun ist. So plädiert CDU-Fraktionschef Norbert Kerkhoff dafür, jetzt „das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen“. Das heißt für ihn: „Wir als Stadt müssen Eigentümer der Immobilie werden.“ Die Kreissparkasse müsse das Areal zu einem angemessenen Preis an die Kommune verkaufen – und im Auge haben, dass das Gelände schon allein an Abbruchkosten rund 800 000 Euro verschlungen habe. Sei die Stadt Eigentümer, könne sie einen Angebots-Bebauungsplan machen und damit auf Investorensuche zugehen. Mit den Nachbarn Marienhospital und Caritasverband müssten Gespräche geführt werden. Grundsätzlich, ist Kerkhoff überzeugt, gibt es ein großes Interesse an so einem Areal. „Sonst wäre doch auch die List-Gruppe nicht mehr im Boot.“

Ulrich Windscheid als FDP-Fraktionschef begrüßt die Idee der Bürgermeisterin, einen großen Runden Tisch einzuberufen. „Ich sehe in den gemeinsamen Gesprächen eine große Chance, die Geschichte zu einem guten Ende zu bringen“, sagte Windscheid auf Anfrage. Es müsse darum gehen, dass jetzt alle an einem Strang ziehen – in die gleiche Richtung.

Ähnlich kommentiert Ludger Kannen von den Grünen die jüngsten Entwicklungen. „Wir als Kommune haben relativ wenig Einfluss. Erst müssen sich Investor und Insolvenzverwalter einigen. Unser Geschäft fängt danach an“, so Kannen. Er wünscht sich im Gegenzug aber schon, dass „so langsam Zug in die Sache kommt“.

Dr. Reinhold Dankel, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, sieht es als notwendig an, jetzt „alles zu tun, das Weberquartier zu retten. Wir dürfen nicht wieder bei Null anfangen“. Es sei absolut wichtig, dass die Bürgermeisterin auslotet, wo die Politik den Beteiligten noch entgegenkommen kann. Vom Prinzip her seien die Anforderungen, die der Rat an den Investor stelle, sehr hoch.

Alfred Voges legt für die Sozialdemokraten Wert auf die Feststellung, dass seine Fraktion selbstverständlich bereit ist, mitanzupacken, damit das Projekt zu einem guten Ende geführt werden kann. Er möchte sich aber schon von den Beteiligten erklären lassen, woran es bislang gehakt habe.

Die aktuellen Planungen für das Areal sehen einen Gesundheitspark mit Pflegeeinrichtungen und weiteren medizinischen Angeboten inklusive Wohnen in Mehrfamilienhäusern vor. Für die planerische Umsetzung fordert die Politik eine Art Architektenwettbewerb. Wichtig ist dabei die Anbindung an die Innenstadt.  

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