Bilanzpressekonferenz der VR Bank Kreis Steinfurt
„Ein anspruchsvolles Jahr“

Steinfurt/Emsdetten -

Die Zuwächse fielen nicht mehr so üppig aus, wie es die Genossen schon einmal gewohnt waren. „Es war ein anspruchsvolles Jahr“, zieht Hubert Overesch den bilanziellen Schlussstrich unter das Jahr 2018 bei der VR-Bank des Kreises Steinfurt. Alles in allem ging es im Vorjahr aber weiter bergauf, mit einem „guten Wachstum“, wie Overesch bei der Pressekonferenz am Mittwoch in der Salvus-Firmenzentrale in Emsdetten betonte – die große Fusion mit den Kollegen der Volksbank Greven und Münster zum 1. Januar 2010 fest im Blick.

Mittwoch, 06.02.2019, 17:38 Uhr
Jürgen Feismann, Ulrich Weßeler und Hubert Overesch sehen die VR Bank Kreis Steinfurt für die Fusion mit Greven und Münster im kommenden Jahr gut aufgestellt. Sie setzen auf Verantwortung, Verlässlichkeit und Vertrauen.
Jürgen Feismann, Ulrich Weßeler und Hubert Overesch sehen die VR Bank Kreis Steinfurt für die Fusion mit Greven und Münster im kommenden Jahr gut aufgestellt. Sie setzen auf Verantwortung, Verlässlichkeit und Vertrauen. Foto: Axel Roll

Trotz neuer Größe die Nähe zum Kunden behalten, das ist eine der wichtigen Zielvorgaben, die sich die Vorstände Ulrich Weßeler und Hubert Overesch gesteckt haben. Darum werde das Volksbankgebiet in die drei Regionen Nord, Mitte und Süd aufgeteilt, jeweils geführt von einem Regionaldirektor. Parallel schauen die Verantwortlichen aber schon ganz genau hin, ob die Standorte für Filialen und SB-Center weiterhin rentabel sind. So unterhielt die VR Bank Kreis Steinfurt 2015 noch 32 Geschäftsstellen und 12 Geldautomaten-Standorte. Drei Jahre später waren es noch 20 Filialen und 21 SB-Center, zwölf davon in Kooperation mit den örtlichen Sparkassen. In diesem Jahr sollen drei weitere Anlaufstellen mit Personal in SB-Standorte umgewandelt werden. „Generell beobachten wir, dass Geldautomaten und Bankfilialen dort besonders gut angenommen werden, wo die Menschen entweder einkaufen oder arbeiten“, verdeutlichte Ulrich Weßeler.

„SISy“ soll dabei helfen, dass der Kontakt zum Kunden auch auf dem Lande nicht abreißt. Dahinter verbirgt sich das „Service-Interactive-System“, das derzeit an vier Standorten noch bis Mitte des Jahres ausgiebig getestet wird. „SISy“ ist eine persönliche Serviceberatung per Bildschirm. Betritt der Kunde die Video-Kabine in seiner Filiale, schaltet sich eine VR-Bank-Mitarbeiterin im bankeigenen Beratungszentrum auf den Bildschirm und wickelt mit dem Kunden seine Anliegen wie Überweisungen, Daueraufträge, Karten sperren und ähnliches ab. Derzeit statten zehn bis 20 Kunden täglich so einer virtuellen Bankfiliale einen Besuch ab. Ulrich Weßeler: „Die Idee ist nicht neu, im Münsterland aber einzigartig.“ Für die Fusion mit Münster und Greven stehen alle Ampeln auf Grün. Rund ein Drittel aller notwendigen Schritte sind gemacht.

Der letzte große werden die Vertreterversammlungen im Mai des kommenden Jahres sein, in denen rückwirkend zum 1. Januar der Zusammenschluss abgesegnet werden soll. Fest steht bislang, dass die beiden Verwaltungsstandorte Telgte und Rheine bestehen bleiben sollen. Beim Personal peilen die Vorstände Einsparungen von zehn Prozent an, die ohne betriebsbedingte Kündigungen erreicht werden sollen. Die Zahl der Kundenberater soll dabei konstant bleiben.

Geschäftlich bewertet Hubert Overesch das vorangegangene Jahr als „erfolgreich“. Die Bilanzsumme kletterte um 4,4 Prozent nach oben und knackte erstmalig knapp die Drei-Milliarden-Marke. Kundeneinlagen, Kredite, Eigenkapital – überall verzeichnete die VR Bank ein deutliches Plus zwischen 4,4 und 6,2 Prozent. Für die fast 63 000 Mitglieder interessant: rund 1,2 Millionen Euro sollen als Dividende ausgeschüttet werden, das entspricht vier Prozent. Parallel sollen aus dem Jahresüberschuss 15 Millionen Euro unters Kopfkissen gelegt werden und damit das Eigenkapital auf 256 Millionen Euro anwachsen.

Die VR Bank ist mit ihrem Immobilienservice selbst am Markt – und beobachtet in der Region ein weiteres Ansteigen der Immobilienpreise. Bei Altbauten um zehn, bei Neubauten und Grundstücken sogar um bis zu 15 Prozent.

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