Thermografiespaziergang in der Altstadt von Burgsteinfurt
Auf der Suche nach Wärmelecks

Burgsteinfurt -

Wo sind die Wärmelecks an meiner Immobilie? Zusammen mit Klimaschutzmanager Lorenz Blume und Energieberater Ralf Siegmund von der Verbraucherzentrale sind am Mittwoch gut ein Dutzend Steinfurter Hauseigentümer in der Altstadt unterwegs. Mit dabei beim Thermografiespaziergang: Eine hochsensible Wärmebildkamera, die diese Lecks aufspüren kann.

Donnerstag, 14.02.2019, 16:26 Uhr
Ralf Siegmund mit Wärmebildkamera
Ralf Siegmund mit Wärmebildkamera Foto: Ralph Schippers

Als das Alte Rathaus von Burgsteinfurt 1561 erbaut wurde, spielte das Thema Wärmedämmung sicher keine große Rolle. Dass man aber auch schon zu Zeiten der Renaissance durchaus energetisch klug baute – ob unbewusst oder bewusst – zeigt sich an diesem kalten Februarabend: Überwiegend grün bis leicht gelblich zeigt sich die Fassade des Putzbaus auf dem Display der Wärmebildkamera von Ralf Siegmund . Zusammen mit Klimaschutzmanager Lorenz Blume ist der Energieberater der Verbraucherzentrale Rheine zum Marktplatz gekommen, um von dort aus mit einer Handvoll Burgsteinfurter Immobilienbesitzern zu einem Thermografiespaziergang aufzubrechen.

Zur Erklärung, um was es geht, nimmt der Diplom-Ingenieur zunächst das altehrwürdige Rathaus ins Visier – und stellt ihm, die Stadt als Eigentümerin wird’s freuen, ein durchaus gutes Wärmeschutzzeugnis aus. „Die Massivität der Außenwände macht sich deutlich bemerkbar“, konstatiert der Energieberater. Die mehrere Tausend Euro teure, hochsensible Kamera entlarvt aber auch gnadenlos Schwachstellen – im Fall des Rathauses sind das in erster Linie die Fenster. Die „Gute Stube“ im Obergeschoss wird offenbar gut beheizt, die Fenster sind dunkelrot eingefärbt. Zudem machen sich die Heizkörpernischen als so genannte Wärmebrücken bemerkbar. Siegmund empfiehlt, diese – und das gilt nicht nur für das Alte Rathaus – von innen mit Spezialmatten mit Alukaschierung zu dämmen. „Das ist eine relativ einfache Maßnahme, die viel bringt.“

Speziell fürs denkmalgeschützte Alte Rathaus gibt er zudem dem Rat, die Fenster mit innen angebrachten zusätzlichen Kastenfenstern resistenter gegen Wärmeverluste zu machen.

Der abendliche Thermografiespaziergang ist der zweite, den Klimaschutzstelle der Stadt und Verbraucherzen­trale im Rahmen der „Steinfurter Sanierungsoffensive“ anbieten. Zielgruppe seien in erster Linie Immobilienbesitzer beziehungsweise Bewohner der beiden Pilotquartiere der energetischen Quartierssanierung „Altstadt Burgsteinfurt“ und „Overbergweg/Nieden­kampstraße“, stellt Lorenz Blume heraus.

Die Wärmebildkamera-Checks sind ein Baustein von vielen, um das große, im Klimaschutzkonzept der Stadt schon 2013 verankerte Ziel zu erreichen, die CO2-Emissionen im Stadtgebiet bis 2025 um 30 Prozent im Vergleich zu 2010 zu senken. Die energieeffiziente Sanierung von Altbauten kommt dabei wegen des hohen Anteils von Wärmeenergie am Energiemix hohe Bedeutung zu. Die Sanierungsquote soll bis 2025 von ein auf zwei Prozent des Bestands erhöht werden.

Nach dem Auftakt in Borghorst in der Woche zuvor wird an diesem Abend die Stemmerter Altstadt thermografisch unter die Lupe genommen. Gut ein Dutzend Teilnehmer machen sich auf den Weg. Peu á peu werden deren Immobilien abgearbeitet, es gibt Tipps vom Fachmann, was gemacht werden könnte.

Ein Einstieg, aber auch ein gutes Instrument zur Sensibilisierung. Davon zeigt sich Klimaschutzmanager Blume überzeugt. Zugleich weist er darauf hin, dass der Kurzcheck kein Ersatz für eine bei einer Fachfirma in Auftrag gegebene thermografische Untersuchung sein könne. Wer eine ausführliche Beratung zu den Themen Wohnen, Sanieren und Energieeinsparung wünsche, könne sich gerne an ihn wenden – auch wenn er nicht in einem der beiden Pilotquartiere wohnt. Jeden ersten Dienstag im Monat biete die Klimaschutzstelle in Kooperation mit der Verbraucherzentrale halbständige Energie-Initialberatungen im Rathaus an, die nächste am 5. März. Auf Wunsch können die Beratungen auch vor Ort im eigenen Haus stattfinden. Spricht‘s und macht sich mit den Teilnehmern auf zur nächsten Immobilie, um weitere Wärmelecks aufzuspüren ...

Zum Thema

Weitere Infos zu den Veranstaltungen des Sanierungsoffensive, an der alle Steinfurter Bürger teilnehmen können, gibt es im Internet.

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