26-jähriger Borghorster verkaufte selbst gemachte Führerscheine
Haftstrafe für falsche Fleppen

Borghorst -

Weil ein 26-jähriger Mann aus Borghorst zu dem neuen Kollegen-Kreis in Münster dazugehören wollte, bot er zwischen April und Juli 2014 über angebliche Beziehungen zu einer Fahrschule in Steinfurt einen Führerschein-Crash-Kurs für 1000 Euro an und verlangte 500 Euro Anzahlung.

Freitag, 15.02.2019, 15:28 Uhr aktualisiert: 15.02.2019, 18:24 Uhr
26-jähriger Borghorster verkaufte selbst gemachte Führerscheine: Haftstrafe für falsche Fleppen
Foto: dpa

Mitangeklagt war am Freitag vor dem Schöffengericht in Rheine seine 25-jährige Freundin aus Ochtrup, mit der er gemeinsam in deren Wohnung die Fahrerlaubnis-Bescheinigungen hergestellt haben soll, so warf es die Staatsanwaltschaft dem Paar vor.

Der Angeklagte wurde aus der Untersuchungshaft vorgeführt und wegen achtfachen gewerbsmäßigen Betrugs, dreimal in Tateinheit mit Urkundenfälschung, einer weiteren Urkundenfälschung für sich selbst in Tateinheit mit Fahren ohne Führerschein zu zwei Jahren und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt. Zudem muss er 6150 Euro Wertersatz für zu Unrecht bezogene Einnahmen an die Staatskasse zahlen. Nach dem Urteil musste er direkt zurück in die Zelle.

Die nicht vorbestrafte Mitangeklagte wurde wegen Beihilfe zur gewerbsmäßigen Urkundenfälschung in vier Fällen zu einer Geldstrafe von 2800 Euro bei 70 Tagessätzen à 40 Euro verurteilt.

Der Borghorster war hingegen bereits einschlägig vorbestraft: Am 2. Dezember 2015 war er wegen Betrugs vom Amtsgericht Ibbenbüren zu zehn Monaten Haft mit Bewährung verurteilt worden. Damals hatte er sich selbst eine Vollmacht für das Konto seiner Mutter in Borghorst ausgestellt und 800 Euro abgehoben, wie die Richterin aus dem Urteil verlas.

Zudem hatte er auf Kosten der Mutter eine Flugreise für zwei Personen nach Mallorca gebucht. Er war lange Zeit auf der Flucht, unter anderem in Spanien, hat sich aber am 1. November 2018 selbst der Polizei gestellt.

„Ehrlich gesagt, es war gar nicht meine Absicht zu betrügen. Ich habe das von dem Crash-Kurs erzählt, und plötzlich wurde ich von mehreren angesprochen. Es war mehr die Sache der Zugehörigkeit als eine Geschäftsidee“, rechtfertigte er sich, räumte die Taten aber ein. Als die Kollegen die Fahrschule in Steinfurt googelten und sahen, dass sie wirklich existierte, gaben sie ihm die Anzahlung von 500 Euro und warteten auf den Führerschein. Der Angeklagte verlangte Ausweispapiere, Passbild und den Nachweis eines Erste-Hilfe-Kurses und gestaltete, wie er sagte, gemeinsam mit seiner Freundin die Führerscheine auf „rosa Papier“ mit Sticker als Stempelersatz. Das bestätigte die Mitangeklagte allerdings nicht. „Ich habe nur meinen Drucker zur Verfügung gestellt“, sagte sie. Die Führerscheine habe sie gesehen und den Betrug deswegen geahnt.

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