Prozess am Landgericht
23-Jähriger muss wieder hinter Gitter

Münster -

Knast nach Überfall: Wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung wurde ein 23-jähriger Münsteraner zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Zum Schluss gab es einen Appell des Richters an den Verurteilten.

Mittwoch, 20.02.2019, 15:29 Uhr aktualisiert: 20.02.2019, 15:44 Uhr
 
  Foto: dpa

Die Verhandlung vor der 3. Großen Strafkammer des Landgerichts Münster endete nach gut zwei Stunden mit einem Urteil. Das lag nicht zuletzt am 23-jährigen Angeklagten, der ein umfassendes Geständnis ablegte. Demnach betrat Dominik H. am 18. Juni 2018 gegen 21.30 Uhr einen Supermarkt in Steinfurt-Borghorst und bedrohte eine Kassiererin mit einem Messer. „Kasse aufmachen, Geld raus!“, forderte er.

Die Kassiererin leidet bis heute psychisch unter den Folgen der Tat. Seit 21 Jahren arbeitet sie als Schließkraft im Supermarkt, doch seit diesem Tag geht sie mit Angst und Unbehagen zur Arbeit.

Durch die Schreie der Kassiererin alarmiert eilte eine weitere Verkäuferin hinzu. Weil Dominik H. kurz abgelenkt war, gelang es der Kassiererin, einen Stuhl zwischen sich und ihn zu bringen. Eine andere Zeugin versteckte sich mit mehreren verängstigten Kindern unter einem Kühlregal und alarmierte die Polizei.

Akute Geldnöte

Angesichts dieser Umstände sah sich H. nicht mehr in der Lage, die Tat zum Abschluss zu bringen. Deswegen wurde er wegen nur versuchter schwerer räuberischer Erpressung zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. In die Strafe fließt eine ihm nun erlassene Geldstrafe aus einem anderen Verfahren ein. Damit folgten die Richter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte dagegen für eine Gesamtstrafe von zwei Jahre und vier Monaten plädiert.

Die akuten Geldnöte des Angeklagten und sein Geständnis wurden berücksichtigt. Hinzu kommt ein schwieriger familiärer Hintergrund. „Er hat nie wirklich Geborgenheit erfahren“, resümierte sein Verteidiger. Mit acht Jahren kam er aufgrund der prekären Situation bei der alleinerziehenden Mutter in eine Wohngruppe, anschließend wechselte er regelmäßig die Heime. Seine „kriminelle Karriere“ begann im Alter von 14 Jahren. Unter anderem verbüßte er eine zweijährige Haftstrafe, zudem stand er zum Zeitpunkt der Tat unter Bewährung. Der Widerruf der Bewährung steht bevor, sodass H. für viereinhalb Jahre hinter Gitter muss – mit der Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung. Der Richter appellierte an den 23-Jährigen, die Perspektive in Haft endlich zu nutzen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6406045?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F186%2F
Hagelschauer und Glätte führen zu mehreren Unfällen
Verkehrsbehinderungen auf A31: Hagelschauer und Glätte führen zu mehreren Unfällen
Nachrichten-Ticker